Gewerblich-industrielle Potentialflächen

die neun identifizierten Flächen

Um mögliche Lösungen für die prekäre Gewerbeflächensituation aufzuzeigen, wurde das gesamte Stadtgebiet von Mülheim an der Ruhr gezielt im Hinblick auf zusätzliche gewerblich-industrielle Flächenpotenziale untersucht. Dabei wurden (neben Ortsbesichtigungen) als Plangrundlagen u. a. der Entwurf des Regionalplans Ruhr, der Regionale Flächennutzungsplan (RFNP), Bebauungspläne, das Flächeninformationssystem ruhrFIS, das gewerbliche Flächeninformationssystem ruhrAGIS, das digitale Flächenmodell NRW (DGM) und das Allgemeine Liegenschaftskataster (ALK) einbezogen. 

Auf diese Weise wurden nach einem Scan für das gesamte Stadtgebiet insgesamt (9 bzw.) 8 Flächenidentifiziert. In einigen Fällen wurden landschaftlich besonders sensible Bereiche von vorneherein ausgegrenzt, sodass sich ein konkreter Bewertungsraum mit einer Größe von rund 240 ha  ergibt.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Flächen:       

Das Ergebnis der Potentialflächenbewertung

  • Die Fläche „Oberheidstraße“ ist im Entwurf des Regionalplans Ruhr bereits als „Allgemeiner Siedlungsbereich (ASB) ausgewiesen; ein entsprechender B-Plan ist derzeit in der Offenlage. Der RFNP ist parallel zu ändern. Die vollständige Nutzung durch Gewerbebetriebe wird empfohlen.  
  • Die Fläche „Blücherstraße“ ist ebenfalls im Regionalplan als ASB ausgewiesen. Ein entsprechender B-Plan wäre kurzfristig aufzustellen, die Änderung des RFNP parallel durchzuführen. Unter diesen Voraussetzungen könnten beide Flächen mit zusammen rund 5,7 ha kurzfristig mobilisiert werden.  
  • Die Fläche „Fulerumer Feld“ (rund 24 ha inkl. 4 ha Optionsfläche) bietet eine kurze Distanz zur Anbindung an überörtlichen Verkehr; der Eigentümer ist verkaufsbereit. Deshalb wird die Einstufung als GE nach Abwägung empfohlen. 
  • Die Flächen „Flughafen Nord“ und „Flughafen Süd“ (rund 52 ha) sind unmittelbar an den überörtlichen Verkehr angebunden. Zudem erlauben Lage und Zuschnitt der Flächen potentiell GI im südlichen Bereich. Im Entwurf Regionalplan Ruhr ist die Fläche größtenteils als ASB eingestuft. Ausweisung der Gesamtfläche als GIB wird empfohlen. 
  • Die Fläche „Auberg“ (rund 10 ha) verfügt zwar nicht über eine ortsdurchfahrtsfreie Anbindung an den überörtlichen Verkehr, aber über eine günstige Lage im Stadtgebiet. Daher wird die Ausweisung als GE für kleinteiliges Gewerbe empfohlen.   

Diese Flächen sind mittel- bis langfristig mobilisierbar; ihre Gesamtgröße beträgt rund 86 ha. Diese Größenordnung entspricht dem seitens der Regionalplanung über das Flächeninformationssystem ruhrFIS ermittelten, bislang jedoch nicht verortbaren „Kommunalen Bedarf“ für die Stadt Mülheim an der Ruhr (88 ha). 

  • Die beiden Großflächen „Selbeck“ (rund 70 ha) und „Winkhausen“ (rund 46 ha) kommen grundsätzlich für eine gewerbliche Entwicklung in Betracht. Beide Flächen verfügen über eine ortsdurchfahrtsfreie Anbindung an den überörtlichen Verkehr. Das Volumen der beiden Flächen übersteigt den seitens der Regionalplanung ermittelten kommunalen Bedarf. Beide Flächen sind jedoch wegen ihrer Lage und Größe potentiell dazu geeignet, im künftigen Regionalplan Ruhr als sogenannte „Regionale Kooperationsstandorte“ zur Deckung des gesamtregionalen Bedarfs beizutragen.          
  • Die Fläche „Bissingheim“ ist vollständig bewaldet; eine gewerbliche Nutzung wäre mit erheblichen Ausgleichs – und Ersatzmaßnahmen verbunden. Zudem wäre eine Erschließung nur über Duisburger Stadtgebiet möglich. Damit ist die Fläche nicht rentierlich entwickelbar.