Wärmeplanung Mülheim: Zwischenbericht zeigt enormes Erneuerbaren-Potenzial
27. November 2025
Bild: Stadt Mülheim an der Ruhr/Wolfgang Sauerland
Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat Ende November einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur klimafreundlichen Wärmeversorgung erreicht: Der Zwischenbericht zur Bestands- und Potenzialanalyse liegt vor – und der zeigt deutlich, wo die Stadt heute steht und welche Möglichkeiten sie morgen hat.
Der Bericht macht klar: Mülheim verbraucht aktuell rund 1.567 GWh Wärme pro Jahr, wovon 76 % noch aus Erdgas stammen. Gleichzeitig zeigt die Analyse: Mehr als 2.000 GWh erneuerbare oder anderweitig klimafreundliche Wärme sind technisch erschließbar – genug, um die Stadt langfristig klimaneutral zu versorgen.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Erdgas dominiert weiterhin den Wärmebedarf, vor allem in der Mülheimer City und Speldorf.
- Fernwärme gewinnt an Bedeutung – in den Stadtteilen Broich und Fulerum deckt sie fast ein Fünftel des Bedarfs.
- Strombasierte Wärme (z. B. Wärmepumpen) ist vor allem in Mülheim-Menden überdurchschnittlich hoch.
- Erneuerbare Potenziale wie Geothermie, Solarthermie, Abwärme und Biomasse liegen bei insgesamt 2.058 GWh/Jahr.
Wasserstoff bleibt laut Analyse ein Nischenthema – für Wohngebiete ist kein H₂-Verteilnetz vorgesehen.
Der Zwischenbericht schafft Orientierung – für Hausbesitzer*innen, Gewerbe und Energieversorger gleichermaßen. Er zeigt, welche Technologien künftig wo sinnvoll sein könnten.
Gleichzeitig gilt:
👉 Niemand wird zu einer bestimmten Heizlösung verpflichtet.
👉 Der Wärmeplan bleibt eine Orientierung, keine Vorschrift.
Ein fertiger Wärmeplan für Mülheim wird im Frühsommer 2026 erwartet. Dann wird klarer, welche Lösungen sich für welche Quartiere am besten eignen.
Wer tiefer einsteigen möchte: Der komplette Bericht sowie eine interaktive Online-Karte stehen ab sofort auf der Website der Stadt bereit.