Mülheimer Max-Planck-Institut für Kohlenforschung kündigt große Umbauarbeiten an {ARCHIV}

28. Januar 2025

Vorläufige graphische Darstellung des Analytikgebäudes, das an der Lembkestraße entstehen wird. © habermann.decker.architekten/MPI KOFO


Das Mülheimer Max-Planck-Institut für Kohlenforschung investiert bis 2030 rund 60 Millionen Euro in den Campus zwischen Höhenweg, Lembkestraße, Margaretenplatz und Kaiser-Wilhelm-Platz, wie renommierte Forschungsstätte jetzt bekannt gab.

So wie sich die Forschung in mehr als einhundert Jahren Institutsgeschichte verändert hat, so hat sich auch der Campus auf dem Mülheimer Kahlenberg stets weiterentwickelt. Auch in den kommenden Jahren stehen einige bauliche Anpassungen an, um das Institut zukunftsfähig aufzustellen und weiterhin von Mülheim aus Spitzenforschung betreiben zu können. Aktuell sind diese analytischen Abteilungen in verschiedenen Gebäuden auf dem Campus untergebracht, die dortigen Arbeitsbedingungen sind nicht immer optimal. Erforderliche Umbauarbeiten können vor allem in den denkmalgeschützten Gebäuden nicht zukunftsfähig umgesetzt werden.

Um bessere Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige, transparente und wettbewerbsfähige Forschung zu schaffen, hat die MPI-Institutsleitung beschlossen, ein neues Analytikgebäude zu errichten. Dieses soll an der Lembkestraße entstehen, wo derzeit die Verwaltung des MPI untergebracht ist. Der aktuelle Entwurf ist als Siegerentwurf aus einem groß angelegten Auslobungswettbewerb hervorgegangen, an dem sich zehn Architekturbüros beteiligt hatten. Ziel war es, ein gleichzeitig funktionales wie auch optisch ansprechendes Bauwerk zu schaffen, das sich harmonisch in die Umgebung einfügt. Der Abriss des alten Verwaltungsgebäudes erfolgt ab Sommer 2026. Im Frühjahr 2027 ist Baubeginn für den Neubau geplant.

Vor diesem Hintergrund wird zunächst die Verwaltung des Instituts umgesiedelt, und zwar in die aktuell ungenutzte ehemalige Direktorenvilla, das am Kaiser-Wilhelm-Platz gelegene denkmalgeschützte Gebäude. Dort war bis 2021 die Mensa des MPI KOFO untergebracht. Die Baugenehmigung für die notwendigen Umbaumaßnahmen liegt bereits vor, die Arbeiten haben begonnen. Nach einer routinemäßigen Umweltinspektion unseres Chemikalienlagers im vergangenen Jahr wurde deutlich, dass eine umfassende Instandsetzung des aktuellen Gebäudes erforderlich wäre. Nach Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen hatten sich sowohl Vorstand und Verwaltungsrat für den Neubau eines Chemikalienlagers an einer anderen Stelle auf dem Campusgelände entschieden. Dafür wird ein ehemaliges, derzeit unbenutztes Wohnhaus, gelegen am Höhenweg, abgerissen, so dass hier Platz für den Standort eines neuen gut zugänglichen Chemikalienlagers entsteht. Beginn der Bauarbeiten ist im Juli 2025 geplant.

Seit der Schließung der Mensa 2021 steht auf dem Campus für beide Institute (MPI KOFO und MPI CEC) keine stationäre Essensversorgung mehr zur Verfügung. Auch fehlt es an Raum für sozialen Austausch der Mitarbeitenden. Daher ist der Bau eines neuen Betriebsrestaurants vorgesehen – und zwar dort, wo jetzt noch das alte Chemikalienlager steht. Aktuell laufen hierfür Planungen, um ein mögliches Budgets abzuschätzen. Ausführendes Architekturbüro: Meyer Architekten aus Düsseldorf

Insgesamt wird die KOFO in den nächsten rund 6-8 Jahren Investitionen aus dem privaten Stiftungsvermögen in Höhe von rund 60 Mio.€ (Stand: Januar 2025) in die Erneuerung des Institutsstandorts vornehmen.

Diese umfassenden Bauarbeiten dienen dem Zweck, das Institutsleben und insbesondere den Forschungsbetrieb am MPI KOFO weiter zu optimieren. Das Institut wird nach den Umbauarbeiten nicht wesentlich mehr Mitarbeitende haben als zuvor. Wir zählen derzeit rund 400 Mitarbeitende aus etwa 40 Ländern, und so wird es auch nach Beendigung der Baumaßnahmen sein. Es ist also nicht mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und erhöhtem Druck auf die Parkplatzsituation vor Ort zu rechnen.

Alle bislang getätigten Planungen und Arbeiten sind in enger Abstimmung mit den Behörden unternommen worden. So wird keines der Gebäude deutlich höher als bislang. Der Analytikbau wird nicht höher werden als der historische Altbau am Kaiser-Wilhelm-Platz. Selbstverständlich werden auch alle Belange des Denkmalschutzes hinreichend berücksichtigt.

Alle mit den Bauarbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten sowohl für die Anwohnerinnen und Anwohner als auch für die Mitarbeitenden sollen so gering wie möglich gehalten werden. Eine gesonderte Informationsveranstaltung fand am 23. Januar 2025 statt, es wird eine Kontaktadresse für Fragen eingerichtet: 

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