Mülheimer Arbeitsmarkt im Juni {ARCHIV}
1. Juli 2024
Bild: Agentur für Arbeit
„Im Juni verzeichnen wir in Mülheim einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 7,9 Prozent“, so Jürgen Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mülheim an der Ruhr.
Er fügt hinzu: „Im ersten Halbjahr ist ein interessantes Phänomen auf dem Arbeitsmarkt zu erkennen und in dieser Ausprägung eher ungewöhnlich: Aufgrund des Arbeitskräftebedarfes halten die Betriebe die Menschen solange es irgendwie geht, auch in rezessiven Zeiten. Andererseits sind die Betriebe mit Neueinstellungen aus dem gleichen Grunde sehr vorsichtig. Heißt für die Arbeitnehmer: Wer einen Arbeitsplatz hat, hat auch sehr gute Chancen, diesen zu behalten. Wer eine neue Arbeitsstelle sucht, benötigt aktuell im Durchschnitt deutlich mehr Zeit.“
Arbeitslosigkeit
Im Juni stieg die Arbeitslosigkeit in Mülheim um 45 Personen. Somit waren insgesamt 7.008 Mülheimerinnen und Mülheimer arbeitslos gemeldet. Im Jahresvergleich gab es einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 107 Personen (-1,5 %). Die Arbeitslosenquote hat sich nicht verändert und beträgt 7,9 Prozent.
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Die Agentur für Arbeit betreute im Bereich der Arbeitslosenversicherung 1.806 Arbeitslose, 45 Personen mehr als im Mai und 42 Menschen mehr als im Juni 2023 (+2,4 %).
Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)
Das Jobcenter Mülheim an der Ruhr zählte in der Grundsicherung 5.202 Arbeitslose, keine Veränderung zu Mai und 149 Personen weniger als im Juni 2023.
Jugendarbeitslosigkeit
Insgesamt gab es in der Ruhrstadt 338 junge Arbeitslose unter 25 Jahren, 10 mehr als im Mai und 5 weniger als im Juni 2023. Die Jugendarbeitslosenquote liegt damit bei 4,3 % (+0,1 %-Punkte zum Vormonat). Von den Jugendlichen befanden sich 164 Personen in der Betreuung des Rechtskreises SGB III (Arbeitslosenversicherung), 9 mehr als im Mai und 15 weniger als im Juni 2023. Bei dem Mülheimer Jobcenter waren 174 arbeitslose Jugendliche registriert, eine Person mehr als im Vormonat und 10 mehr als im Vorjahresmonat.
Langzeitarbeitslosigkeit
Mit aktuell 3.828 Personen hat die Zahl derjenigen, die bereits ein Jahr oder länger bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter arbeitslos gemeldet sind, gegenüber Mai um 3 Personen abgenommen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen Anstieg von 96 Frauen und Männern.
Arbeitslose Ausländer
Im Berichtsmonat waren 3.443 Ausländerinnen und Ausländer arbeitslos gemeldet, 35 mehr als im Mai und 45 weniger als im Juni des letzten Jahres.
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung umfasste im Berichtsmonat 9.714 Personen. Das waren 19 mehr als im Vormonat und 368 weniger als im Juni 2023. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 10,6%. Im Rechtskreis des SGB III betrug die Unterbeschäftigung 2.124 Personen (34 mehr als im Vormonat und 58 mehr als im Juni 2023). Bei dem Mülheimer Jobcenter lag die Unterbeschäftigung bei 7.590 Personen, 15 weniger als im Mai und 426 weniger als im Vorjahresmonat.
Arbeitskräftenachfrage
Die Vermittler/innen des Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Mülheim konnten insgesamt 210 neue Stellen akquirieren, 63 weniger als im Vormonat und 22 Stellen weniger als im Vorjahresmonat. Im Bestand befanden sich zum Stichtag 1.252 Arbeitsstellen, 6 mehr als im Mai und 88 mehr als im Juni 2023. Im aktuellen Berichtsmonat wurden die meisten freien Stellen aus dem Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung gemeldet, gefolgt von kaufmännischen Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus.
Beschäftigung
Zum aktuellen Stichtag Ende Dezember 2023 waren am Arbeitsort Mülheim insgesamt 63.619 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 1.377 Beschäftigte mehr als im Dezember 2022 (+2,2 %) und 89 Personen mehr (+0,1 %) als im Vorquartal (September 2023). Von den Beschäftigten arbeiteten 73,3 % in Vollzeit. Im Vergleich zum Vorjahresquartal gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme nach Branchen bei den Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+641 oder +6,8 %). Am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei Information und Kommunikation (-192 oder -16,4%).