Konjunkturbericht MEO: Konjunktur stabilisiert sich

12. Februar 2026

Bild: IHK zu Essen


Die wirtschaftliche Lage in Mülheim an der Ruhr und der MEO-Region zeigt sich zum Jahresbeginn 2026 leicht verbessert, steht jedoch weiterhin unter Druck. Der aktuelle Konjunkturklimaindex der IHK zu Essen steigt gegenüber Herbst 2025 um knapp vier Punkte auf 99,9 und nähert sich damit der neutralen 100-Punkte-Marke an.

Gedämpfte Binnennachfrage bleibt Hauptrisiko
Viele Unternehmen sehen die schwache Inlandsnachfrage derzeit als größtes Geschäftsrisiko. Der Fachkräftemangel wird zwar weiterhin von rund der Hälfte der Betriebe genannt, hat jedoch im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung verloren – vor allem konjunkturbedingt. Sobald die Nachfrage wieder anzieht, dürfte sich der Fachkräfteengpass rasch verschärfen.

Gewerbeflächen als Schlüsselthema
Mehr als ein Drittel der Unternehmen meldet zusätzlichen Bedarf an Gewerbeflächen, um investieren und wachsen zu können. Die Verfügbarkeit geeigneter Flächen bleibt damit ein zentraler Standortfaktor – auch für Transformation, Digitalisierung und Klimaschutz. Eine vorausschauende Flächenpolitik ist Voraussetzung dafür, dass Investitionen nicht ausgebremst werden.

Arbeitsmarkt und Investitionen verhalten
16 Prozent der Betriebe planen einen Stellenaufbau, 25 Prozent rechnen mit Personalabbau. Die Mehrheit erwartet stabile Beschäftigung.
Auch bei den Investitionen zeigt sich Zurückhaltung: Nur 16 Prozent planen höhere Inlandsinvestitionen, während gut ein Viertel Kürzungen vorsieht. Das bremst die mittelfristige Entwicklung – insbesondere angesichts des hohen Bedarfs in Infrastruktur und Digitalisierung.

Lichtblick Export
Positiv entwickeln sich die Erwartungen im Auslandsgeschäft. Die exportierenden Unternehmen blicken etwas zuversichtlicher auf die kommenden Monate, auch wenn starke internationale Impulse bislang ausbleiben.

Fazit

Die wirtschaftliche Stabilisierung ist erkennbar, aber noch nicht belastbar. Jetzt kommt es auf verlässliche Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine aktive Standortpolitik an.

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