IW-Studie: Ruhrgebiet ist die lebenswerteste Metropolregion
29. Januar 2026
Bild: RVR
Im Ruhrgebiet lässt es sich bundesweit am besten leben. Das ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten Studie des Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Im Gesamtvergleich der deutschen Metropolregionen belegt das Ruhrgebiet Rang 1 – vor dem Rheinland sowie der Metropolregion Rhein-Neckar. Damit setzt sich die Region deutlich von München, Hamburg und Berlin ab.
Verglichen wurden zwölf deutsche Metropolregionen anhand von 23 Indikatoren aus den Bereichen Familie, Wohnraum, Ausgehen, Kultur und Gesellschaft, Sport und Freizeit sowie Verkehr und Versorgung. Erstmals betrachtet das IW diese Vielfalt an Lebensbereichen gemeinsam und zeichnet damit ein umfassendes Bild regionaler Lebensqualität. Besonders überzeugen konnte das Ruhrgebiet durch kurze Wege, vergleichsweise günstigen Wohnraum sowie ein breites Kultur- und Freizeitangebot. Auftraggeber der Studie ist der **Regionalverband Ruhr (RVR)**.
Viele Stadtzentren in nächster Nähe: die Stärke des Ruhrgebiets
Eine Beispielrechnung zur täglichen Wegezeit zeigt: Im Ruhrgebiet – ebenso wie in der Metropolregion Rhein-Neckar – sparen insbesondere Familien im Alltag rund 26 Minuten pro Tag gegenüber dem Bundesdurchschnitt. Die nächste Grundschule ist im Ruhrgebiet im Schnitt in knapp fünf Minuten mit dem Auto erreichbar; in der Metropolregion Nürnberg dauert dies durchschnittlich über sieben Minuten. Auch die Distanzen zu Kindertagesstätten (rund drei Minuten Fahrzeit) und zu Spielplätzen (knapp elf Minuten Gehzeit) sind hier besonders kurz. Zeitgewinn wird so zu einem zentralen Standortvorteil.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die Polyzentralität des Ruhrgebiets mit vielen dicht beieinander liegenden Stadtzentren. Sie sorgt für kurze Wege und ein breites Angebot direkt vor Ort.
„Im Ruhrgebiet gibt es alles, was einen Standort lebenswert macht: erschwinglichen Wohnraum, gute Anbindungen sowie ein großes Freizeit- und Kulturangebot. Das macht die Region für Familien, Fachkräfte, Studierende und Unternehmen zum idealen Lebensmittelpunkt“, sagt Garrelt Duin, Regionaldirektor des RVR.
Das Ruhrgebiet rockt: Spitzenwerte bei Kultur, Events und Sport
Auch Kultur und gesellschaftliche Vielfalt tragen laut Studie wesentlich zur Attraktivität einer Region bei. Gesamtsieger im Bereich „Kultur und Gesellschaft“ ist das Rheinland mit der höchsten Theaterdichte, gefolgt von Berlin/Brandenburg. Auf Rang 3 liegt das Ruhrgebiet – mit der höchsten Konzentration an Museen und Opernhäusern sowie der größten Zahl an Events im Vergleich der Metropolregionen.
Mit 1,848 Sportvereinen je km² verfügt das Ruhrgebiet über die größte Vereinsdichte. Zum Vergleich: In Berlin/Brandenburg sind es lediglich 0,250 Vereine je km². Zudem weist das Ruhrgebiet mit durchschnittlich 5,2 Prozent den höchsten Anteil an Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen unter allen untersuchten Metropolregionen auf.
Wo Wohnraum noch erschwinglich ist
Bezahlbarer Wohnraum bleibt ein zentraler Faktor für Lebensqualität. In der Gesamtkategorie „Wohnraum“ liegt Mitteldeutschland auf Rang 1, gefolgt von Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Das Ruhrgebiet belegt Rang 3. Bei den Mietpreisen liegt die Region mit durchschnittlich 8,3 Euro je Quadratmeter auf Rang 2 – nur Mitteldeutschland ist mit 7,4 Euro je Quadratmeter günstiger.
Fazit:
Die IW-Studie bestätigt das Ruhrgebiet als führende Metropolregion in Sachen Lebensqualität. Kurze Wege, bezahlbarer Wohnraum, kulturelle Vielfalt und ein starkes Freizeitangebot machen die Region zu einem attraktiven Lebens- und Arbeitsort – für Familien ebenso wie für Unternehmen und Fachkräfte.