Fachkräfte aus dem Ausland – Chancen für Unternehmen in Mülheim

8. September 2025

Bild: Stadt Mülheim an der Ruhr


Wie gelingt es Unternehmen, dringend benötigte Fachkräfte im Ausland zu gewinnen – und was brauchen die Menschen, die den Schritt nach Deutschland wagen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Fachkräftebündnisses Oberhausen und Mülheim an der Ruhr am 3. September im Medienhaus Mülheim.

Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen informierten sich dort über rechtliche Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangebote. Besonders eindrucksvoll: die Erfahrungsberichte zweier Südamerikaner, die den Weg ins Ruhrgebiet erfolgreich gemeistert haben.

Unterstützung von offizieller Seite
Nach einem kurzen Einführungsfilm des Bundesportals Make it in Germany begrüßten Alexander Behringer (Amtsleiter Stadtplanung und Wirtschaftsförderung Mülheim) und Robert Babic (Teamleiter Arbeitgeber-Service, Agentur für Arbeit) die Gäste. EURES-Berater Markus Skrbina zeigte in seinem Impulsvortrag, welche Wege die Arbeitsagentur Unternehmen eröffnet – von der individuellen Vermittlung über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung bis zu Projekten wie „TripleWin“ (Pflegekräfte), „Hand in Hand for International Talents“ (u.a. IT, Gastronomie, Metall- und Elektrotechnik) oder der gezielten Anwerbung von Erzieherinnen und Erziehern aus Spanien.

Zwei Geschichten, die Mut machen
Wie abstrakte Programme zu gelebter Praxis werden, machten Bernard Barbosa und Mathias Izquierdo deutlich.

  • Bernard Barbosa, 35, Maschinenbauingenieur aus Brasilien, lebt seit sieben Jahren mit seiner Familie in Oberhausen und arbeitet heute bei Everllence. „Deutschland bietet meiner Familie Sicherheit und gute Perspektiven. Es ist strukturiert, organisiert – und hat erstaunlich viel Natur“, erzählte er.

  • Mathias Izquierdo, 22, aus Ecuador, absolviert eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei Siebtechnik Tema in Mülheim. Sein Weg war länger: Sprachkurs, rund 50 Bewerbungen, viel Geduld. „Die Fachbegriffe sind manchmal eine Hürde, aber meine Kolleginnen und Kollegen unterstützen mich. Ich bin froh, diese Chance bekommen zu haben.“

Beide Berichte wurden von den Gästen mit großem Applaus honoriert – sie zeigten eindrucksvoll, welche Potenziale, aber auch welche Herausforderungen die Fachkräfteeinwanderung mit sich bringt.

Beratung und Austausch
Im Anschluss boten Beratungsstände von Agentur für Arbeit, IHK zu Essen, WOM e.V., Kommunalem Integrationsmanagement und der Fachkräfteagentur International NRW Gelegenheit zum vertieften Austausch. Auch die Partnerinnen und Partner des Fachkräftebündnisses standen Rede und Antwort.

Fazit: Fachkräfte aus dem Ausland sind längst nicht mehr nur eine theoretische Option. Sie sind für viele Unternehmen ein realer und wichtiger Baustein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen – und bereichern zugleich das Leben in der Region.

WEITERE INFORMATIONEN

Sie interessieren sich für dieses Thema?

Bei Fragen können Sie sich gerne an Frau Alena Ostwald, alena.ostwald@muelheim-ruhr.de wenden.