Europipe stärkt Standort Mülheim
20. April 2026
Bild: EUROPIPE GmbH
Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet, baut die EUROPIPE GmbH ihre Aktivitäten am Standort Mülheim an der Ruhr gezielt aus. Konkret erweitert die Unternehmensgruppe ihr Leistungsspektrum im Bereich Rohrbeschichtungen – ein strategisch wichtiger Schritt für die gesamte Wertschöpfungskette.
Im Zentrum steht dabei die Tochtergesellschaft Mülheim Pipecoatings GmbH (MPC): Sie übernimmt den Geschäftsbereich der glasfaserverstärkten Kunststoffbeschichtung (GFK) der BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG aus Velten.
Mit der Integration der GFK-Beschichtung am Standort Mülheim werden bislang ausgelagerte Prozessschritte zusammengeführt. Das hat mehrere konkrete Effekte:
- Reduzierte Transportaufwände: Wegfall externer Beschichtungsschritte
- Schnellere Abläufe: Produktion und Beschichtung greifen direkt ineinander
- Geringere Emissionen: weniger Ferntransporte, reduzierte CO₂e-Bilanz
- Optimierte Projektlogistik: direkte Auslieferung an Kundenstandorte
Für Auftraggeber bedeutet das vor allem eine höhere Planungssicherheit und effizientere Umsetzung von Infrastrukturprojekten. Mit der Übernahme stärkt die EUROPIPE GmbH gezielt ihre Rolle als spezialisierter Anbieter von Beschichtungslösungen. Dabei richtet sich das Angebot nicht nur an die eigene Unternehmensgruppe, sondern ausdrücklich auch an externe Kunden.
Die Bündelung zentraler Prozessschritte in Mülheim unterstreicht die strategische Bedeutung des Standorts innerhalb der Europipe-Gruppe. Gleichzeitig zahlt die Maßnahme auf zentrale industriepolitische Ziele ein: effizientere Lieferketten, geringere Emissionen und eine stärkere lokale Wertschöpfung.
Hintergrund
Die Europipe-Gruppe, genauer die EUROPIPE GmbH, ist ein führender Hersteller von längsnahtgeschweißten Großrohren für Energie- und Infrastrukturprojekte mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Sie wurde 1991 durch den Zusammenschluss der Großrohraktivitäten der AG der Dillinger Hüttenwerke, der GTS Industries und der Mannesmannröhren-Werke gegründet. Die Wurzeln der Gesellschafter reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. EUROPIPE produziert bis zu 1,4 Millionen Tonnen oder 2.000 km Großrohre pro Jahr in Durchmessern von 24 bis 60 Zoll mit Wandstärken bis 50 mm. Mit rund 850 Mitarbeitern in Mülheim an der Ruhr sichert EUROPIPE Arbeitsplätze in der Ruhrgebiets-Stahlindustrie und trägt zur Energiewende bei, z. B. durch Rohre für Pipelines wie SEL (Wasserstoff) oder ETL182. Das Unternehmen stärkt Deutschlands Rolle als Energiedrehscheibe mit Projekten wie Baltic Pipe oder Yggdrasil und unterstützt Dekarbonisierung via Partnertechnologien.
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