IHK-Konjunkturumfrage: Licht am Ende des Tunnels? {ARCHIV}

22. Oktober 2024

Bild: Stadt Mülheim an der Ruhr


Die Mülheimer Wirtschaft blickt im Herbst 2024 ein Stück positiver in die Zukunft als zuletzt. • Der IHK-Konjunkturklimaindex für Mülheim steigt um 15 Punkte auf einen Wert von 99,2.

Treibende Kraft hinter der Erholung sind laut der Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) optimistischere – oder genauer: weniger pessimistische – Zukunftsaussichten. 21 Prozent der Unternehmen erwarten im kommenden Jahr eine bessere Geschäftslage als heute. Zu Jahresbeginn waren nur zwei Prozent von einer Verbesserung ausgegangen. Dennoch, so betont die IHK, blicken weiterhin mehr Betriebe (33 Prozent) pessimistisch als optimistisch in die Zukunft. Ein Grund für die bessere Stimmung könnte eine leichte Entspannung auf den Energie- und Rohstoffmärkten sein. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für dieses Jahr mit etwa 20 Prozent niedrigeren Preisen im Jahresdurchschnitt im Vergleich zu 2023. In der IHK-Umfrage nennen 44 Prozent der Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko; zu Jahresbeginn waren es noch 63 Prozent.

Ein neues Hoch erreicht hingegen die Unzufriedenheit der Mülheimer Wirtschaft in Bezug auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Für 49 Prozent der Unternehmen stellen diese ein Geschäftsrisiko dar. Der mit Abstand häufigste Kritikpunkt ist dabei die weiter zunehmende Bürokratie. So meint etwa Michael Bongers, Geschäftsführer der Mülheimer HUBWERK GmbH: „Bei der Gründung unseres Unternehmens mussten wir schmerzhaft feststellen, dass Deutschland kein Land ist für Unternehmensgründer. Ein massiver Bürokratieaufwand erschwert es jungen Start-Ups, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es kann zum Beispiel nicht sein, dass die Zustellung der Handelsregisternummer, die wochenlang gedauert hat, vom Dienstplan der zuständigen Sachbearbeiterin abhängig ist.“ Darüber hinaus bemängeln immer mehr Unternehmen die fehlende Kontinuität in politischen Entscheidungen.

IHK-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß ordnet die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage folgendermaßen ein: „Unsere Unternehmen sind in Lauerstellung. Es braucht Signale, damit sie diese verlassen und wieder auf die Überholspur wechseln. Sie erwarten allen voran einen ernsthaften Abbau von Bürokratie sowie einen klaren und stringenten Plan für unseren Wirtschaftsstandort.“

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