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mub_journal_2_2016

0 6 _ W I S S E N S C H A F ( F ) T W I R T S C H A F T Grundlagenforschung als Basis für weitreichende Innovationen  „Am Mülheimer MPI-Campus werden die Besten quasi magisch angezogen. Das hat den Standort immer ausge- zeichnet“, betonte kürzlich NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in einem Interview. Zu den Besten zählen heute neben 34 Gruppen- und Forschungsgruppenleitern sowie acht Direktoren auch etwa 125 Doktoranden und 145 Post-Docs der Max-Planck-Ge- sellschaft. Der wissenschaftliche Nachwuchs strebt aus aller Welt an die beiden Institute, weil hier Spitzenforschung betrieben wird. Wie hoch angesehen der MPI-Campus in der globalen wissen- schaftlichen Community ist, das zeigte sich einmal mehr im ver- gangenen Jahr, als mit Prof. Dr. Tobias Ritter ein Spitzenforscher der Harvard Universität an das Max-Planck-Institut für Kohlenfor- schung gewechselt war, dem auch gleich zehn seiner wissenschaft- lichen Mitarbeiter nach Mülheim folgten,um hier ihre Forschungen unter optimalen Bedingungen fortsetzen zu können. Unterstützt werden die MPI-Wissenschaftler von einem Stab an erfahrenen Laboranten und Mitarbeitern in Serviceabteilungen, Verwaltung und Haustechnik. Darüber hinaus zählen die beiden Institute am Kahlenberg zu den größten Anbietern von Ausbildungs- plätzen für Chemielaboranten. „Teilweise finden Ausbildungsteile von Azubis aus anderen Betrieben auch in unserem Lehrlabor statt“, berichtet Prof.Dr.Alois Fürstner vom MPI für Kohlenforschung.  „Grundlagenforschung ist wichtig, weil es eine kulturelle Leistung ist, die gebildete und wohlhabende Länder erbringen müssen. Es ist aber ebenso ein Investment und rentiert sich lang- fristig gesehen immer.“ Davon ist Prof. Fürstner überzeugt. Die Grundlagenforschung ist auch für Prof. Dr. Robert Schlögl, Leiter des Fritz-Haber-Instituts in Berlin und Gründungsdirektor des MPI für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr, eine auf Langfristigkeit angelegte Aufgabe mit hohem Mehr- wert für Zukunftstechnologien. Der diesjährige Ehrenpreisträger des Innovationspreises NRW glaubt fest daran, dass  „Energie- konversion einmal die größte Industrie sein wird, die die Menschheit betreibt. Damit sie auf sicheren Fundamenten steht, brauchen wir die Grundlagenforschung.“ Mülheimer Max-Planck-Institut war schon 1963 Nobelpreiswürdig Wie entscheidend die Forschungen am Mülheimer MPI-Campus sein können, das zeigte sich schon 1953, als der damalige Direk- tor des MPI für Kohlenforschung, Prof. Dr. Karl Ziegler, mit dem Ziegler-Natta-Verfahren die Grundlagen für die Massenproduk- tion von organischen Polymeren schuf. Auf deren Basis arbeitet die Kunststoffbranche weltweit bis heute. Sie hat ihm 1963 ge- meinsam mit Giulio Natta den Nobelpreis für Chemie und dem MPI Lizenzeinnahmen von über einer Mrd. D-Mark eingebracht. Heute beschäftigen sich die Wissenschaftler um das fünfköpfige Direktorium am MPI für Kohlenforschung vor allem mit der Optimierung von Katalysatoren und Reaktionen, damit chemische Prozesse möglichst ressourcenschonend und effizient ablaufen können. Abseits eines unmittelbaren Nutzens, aber gewaltig in seiner Dimension für innovative Industrieprodukte der Zukunft, wird in Mülheim an der Ruhr bereits seit Jahrzehnten an zwei Max-Planck-Instituten fundierte Grundlagenforschung betrieben: am MPI für Kohlenforschung und am MPI für Chemische Energiekonver- sion. Die meisten großen chemischen Entdeckungen der letzten 100 Jahre, die zu extrem innovativen und wichtigen Anwendungen in der Industrie geführt haben,sind aus der Grundlagenforschung gekommen. ©MPIfürKohlenforschung 06 _ W I S S E N S C H A F ( F ) T W I R T S C H A F T

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