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MuB_Journal_1_2016

U N T E R N E H M E N S P O R T R ÄT _ 0 9 entwickeln lassen. Im Moment bearbeitet das Mülhei- mer Team einen Auftrag zur Planung einer neuen Pro- duktionsanlage mit zwölf Stationen, die mittels inter- aktiver Software gesteuert und koordiniert werden sol- len. „Bei diesem Auftrag sind wir schon von Anfang an in die Konzeption einbezogen worden. Das war gut so. Denn hierdurch war es uns möglich, schon sehr frühzei- tig im Sinne einer optimalen Usability auf die Gestal- tung der Anlage Einfluss zu nehmen und Abläufe zu optimieren“, erklärt Dr. Niesenhaus. Auch die Entwick- lung eines Lernspiels für Mitarbeiter,mit dem diese sich den Umgang mit der Software „ihrer“ Maschinen intu- itiv erarbeiten können, gehört derzeit zum Arbeitspro- gramm des Mülheimer Teams von Centigrade. Der Mensch steht im Fokus Das Credo von Centigrade lautet: „Nicht die Maschine, sondern der Mensch, der sie nutzt, steht bei uns im Fokus.“ Und den Menschen will Centigrade mittels intelligenter, gebrauchstauglicher und ästhetisch an- sprechender Programme ein Instrumentarium an die Hand geben, mit dem sie Maschinen optimal nutzen und diese im Austausch mit anderen in den Produk- tionsprozess involvierten Kollegen effektiv einsetzen können. Das kann aber nur gelingen, wenn die persön- lichen Erfahrungen jedes Mitarbeiters Eingang in den Entwicklungsprozess der Software finden.  „Gerade in der industriellen Fertigung kann durch die Berücksichtigung von Softwareanteilen, wie sie Mitarbeiter zum Beispiel vom Spielen am Computer kennen, die Effektivität und Produktivität bei der Aus- lastung der Maschinen durch die Mitarbeiter mess- bar erhöht werden“, berichtet Dr. Niesenhaus von seinen Erfahrungen. Und noch etwas ist durch den Einsatz von Spieleelementen möglich geworden: eine nachweisbare Steigerung der Motivation und des Aus- tauschs unter den Kollegen an einer Produktionsstre- cke.„Vor allen Dingen am Fließband haben wir bei un- seren Vor-Ort-Studien beobachten können, wie hoch schon heute die Sozialinteraktionen zwischen den Leuten sind. Aufbauend auf diesen Beobachtungen haben wir überlegt, wie wir diese Prozesse im Sinne einer höheren Mitarbeitermotivation, einer weiter optimierten Teambildung und nicht zuletzt einer Pro- duktion verstärken können“, berichtet Dr. Niesenhaus. Dr. Jörg Niesenhaus sorgt mit ausgeklügelter interaktiver Software spielerisch für den Erfolg seiner Kunden. Die Lösung sind interaktive Benutzerschnittstellen, die jeden Mitarbeiter mithilfe von Echtzeit-Feedbacks laufend über seine persönliche Leistung und die des gesamten Produktionsteams informieren. Jeder erlebt auf diese Weise den Wert der eigenen Arbeit unmit- telbar als wichtigen Bestandteil für das Endprodukt. Zur Motivationsverstärkung und als eindeutiges Leistungsfeedback für die gesamte Arbeitsgruppe dienen zudem Anreize mittels eines am Ende des Ar- beitstages ausgeworfenen Ratings der Teamleistung. Dr. Niesenhaus:„Wir docken hier ganz bewusst an die Erfahrungen der Mitarbeiter im außerbetrieblichen Bereich an. Das gemeinsame Erreichen von Zwischen- zielen wie das tägliche Rating ist nichts anderes als das Erreichen eines weiteren Levels beim Computer- spiel. Und das kann ein wichtiger Anreiz zum Weiter- machen oder zur Leistungssteigerung sein.“ Games Factory Ruhr bietet ideale Bedingungen für Centigrade in Mülheim Seit dem 1. Juni 2010 hatte die Centigrade GmbH bereits „ein Bein in der Tür“ der Games Factory Ruhr an der Kreuzstraße. Geschäftsfüh- rer Thomas Immich war damals schon so begeistert von der Idee der Mülheimer Wirtschafsförderung gewesen, viele Software-Entwickler aus der Gamesbranche in einer Themenimmobilie zu konzentrieren, um auf diese Weise den Austausch untereinander zu fördern, dass er sich diesen Standort als Ausgangspunkt für eine Niederlassung sei- nes Saarbrücker Unternehmens im Rhein-Ruhr-Raum sichern wollte. Angefangen hat er ganz bescheiden in einer Bürogemeinschaft mit dem Freelancer Sascha Blättgen, der später als Illustrator Teil der Mülheimer Centigrade-Mannschaft werden sollte und es bis heute ist. Auch Dr. Jörg Niesenhaus arbeitete zu diesem Zeitpunkt bereits in der Games Factory, allerdings nicht im Centigrade-Team, sondern war Mitarbeiter im Projekt „Game Development Initiative Ruhr (GDI.Ruhr)“ der Universität Duisburg-Essen und der Mülheim & Business GmbH Wirtschaftsförderung zum Aufbau eines ruhrgebietsweiten Games- Clusters. Nach Projektende übernahm Dr. Niesenhaus dann am 1. Mai 2013 die Leitung des Mülheimer Centigrade-Standortes und baute ihn innerhalb der letzten drei Jahre zu einem Standort mit elf Mitarbeitern aus. U N T E R N E H M E N S P O R T R ÄT _ 09

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