Wirtschaftsflächenkonzept: Politik vertagt Entscheidung über Bewertungsmatrix

Dem eigentlich gesetzten Zeitziel, noch vor der Kommunalwahl ein Bewertungsschema für mögliche Gewerbeflächen zu beschließen, wird Mülheims Politik untreu.

 

Der Wirtschaftsausschuss vertagte am Montag die Entscheidung. Zuvor hatten Grüne und CDU in einem gemeinsamen Antrag den Entwurf zur Bewertungsmatrix, den die Verwaltung gemeinsam mit Mülheim & Business erarbeitet hatten, zerpflückt und eine wesentlich andere Gewichtung der einzelnen Kriterien gefordert. Im Einklang mit den Bürgerinitiativen wollen sie deutlich mehr Gewicht auf Landschafts- und Naturschutzbelange gesetzt sehen.

Dr. Dönnebrink: „Keine Möglichkeit, etwas zu bewegen!“

Zudem sprach sich in der Sitzung der Wirtschaftsausschuss am Montag gegen neue Gewerbeflächen im Winkhauser Tal, am Fulerumer Feld, am Auberg und auf den Saarn-Selbecker Höhen aus. M&B-Geschäftsführer Dr. Hendrik Dönnebrink erinnerte im Wirtschaftsausschuss daran, dass es die Politik gewesen sei, die M&B den Auftrag im Januar erteilt habe, ein Wirtschaftsflächenkonzept vorzulegen.

In den Monaten seit der Präsentation des Papiers im Herbst 2019 habe die Politik dann keinerlei Interesse an einer Sachdiskussion mit „Mülheim & Business“ gezeigt. Er sehe keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit und „keine Möglichkeit, etwas zu bewegen“, sagte Dönnebrink gestern und kündigte an, sein Wirken als M&B-Geschäftsführer am 22. September zu beenden.