Wirtschaft kritisiert Mehrwertsteuersenkung als „schlecht gemacht“

Die Umsetzung der coronabedingten Mehrwertsteuersenkung stößt in der Wirtschaft auf Kritik. 

Der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die temporäre Senkung gehöre in die Kategorie: gut gedacht, schlecht gemacht.

Die Firmen hätten kaum Vorlaufzeit gehabt, um sich auf die ermäßigte Mehrwertsteuer vorzubereiten. Anwendungsschreiben des Bundesfinanzministeriums seien erst wenige Tage vor Inkrafttreten des Gesetzes veröffentlicht worden.

Teilweise würden bis heute Rechnungen mit den alten Mehrwertsteuersätzen erstellt, sagte Mario Ohoven. Die Folgen seien fatal, weil die Unternehmen den Finanzbehörden eine zu hoch ausgewiesene Mehrwertsteuer schuldeten. Besonders kompliziert werde es etwa bei der Abrechnung von Teilleistungen von Handwerkern oder bei Gas, Wasser und Strom: Der bei der Ablesung geltende Steuersatz gelte für den gesamten Zeitraum, so Ohoven.

Um der Wirtschaft in der Pandemie zu helfen, gilt seit dem 1. Juli eine verringerte Mehrwertsteuer von 16 Prozent und im ermäßigten Satz von fünf Prozent. Die Maßnahme gilt bis zum 31. Dezember.