Städteranking 2020: Mülheims Stärken und Schwächen

Mülheim landet beim bundesweiten Städteranking im diesen Jahr auf Platz 48 von 71. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat wieder die 71 größten kreisfreien Städte bewertet.

Wo stehen die deutschen Großstädte in puncto Nachhaltigkeit, Wirtschaftskraft und Standortqualität? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat im Auftrag von WirtschaftsWoche und ImmoScout24 den jährlichen Großstadtvergleich aller deutschen Städte mit über 100.000 Einwohnern erhoben. 2020 hat München am besten abgeschnitten, am schlechtesten Gelsenkirchen.

Es setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen: Das Niveauranking vergleicht die Ist-Werte von 51 Einzelindikatoren, also die aktuelle Situation. Das Dynamikranking analysiert die Veränderung von 36 Indikatoren in einem Zeitraum von fünf Jahren. Zusätzlich wurde dieses Jahr erstmalig ein Nachhaltigkeitsindex erhoben, der sich an die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung anlehnt. Er beinhaltet die Analyse ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit aller untersuchten Städte und umfasst 15 Einzel-Indikatoren. 

Bei der Kategorie Gewerbesteuer landet Mülheim auf dem vorletzten Platz. Eine weitere Schwachstelle ist die Altersstruktur in der Stadt. In Mülheim leben verhältnismäßig viele Menschen über 60 Jahre. Dafür ist es in Mülheim besonders sicher. Die Stadt schneidet im Bereich Straftaten gut ab - und hat sich auch im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Ein weiterer Pluspunkt ist die niedrige Jugendarbeitslosigkeit.

Zum ersten Mal wurde auch ein Nachhaltigkeitsindex erstellt. Dabei werden wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte bewertet, die die nachhaltige Entwicklung der Stadt zeigen. Hier belegen Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen und Herne die letzten vier Plätze.

Mülheims Stärken und Schwächen
Niveauranking (Platz 48)
+ Straftaten (Platz 3)
+ Jugendarbeitslosigkeit (Platz 10)
- Gewerbesteuer (Platz 70)
- Altersquotient (Platz 70)

Dynamikranking (Platz 60)
+ Kita-Quote U3 (Platz 1)
+ Straftaten (Platz 1)
- BIP pro Einwohner (Platz 68)
- Arbeitslosengeld II (Platz 65)


Über das Städteranking  
Im Auftrag von WirtschaftsWoche und ImmobilienScout24 hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln den umfangreichen Leistungscheck durchgeführt. Unter die Lupe genommen wurden die 71 deutschen kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Über 100 Indikatoren aus den Bereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt, Lebensqualität und Nachhaltigkeit gingen in die Bewertung ein. Leider haben einige statistischen Landesämter ihre Zulieferungen zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschoben. Daher wurden für die Indikatoren BIP je Einwohner, Produktivität und Arbeitskosten jeweils die aktuell verfügbaren Werte verwendet. Das Ranking setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Das Niveauranking bildet die Wirtschaftskraft der Städte ab. Es vergleicht Ist-Werte ausgewählter Kennziffern, wie etwa die aktuelle Zahl der Baugenehmigungen. Das Dynamikranking analysiert die Veränderungsraten ausgewählter Indikatoren und zeigt, welche Städte sich in den vergangenen fünf Jahren am besten entwickelt haben. So lässt sich zeigen, welche Stadt sich unabhängig von ihrer ökonomischen Ausgangslage erfreulich entwickelt. Erstmalig wurde das Nachhaltigkeitsranking erhoben, welches sich an die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung anlehnt. Analysiert werden dabei die ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit der Stadt. Da die positive Entwicklung eines Standortes nicht ohne Effekte auf die Immobilienpreise bleibt, ergänzt eine umfassende Miet- und Kaufpreisanalyse von ImmobilienScout24 das Städteranking.

Die ausführlichen Ergebnisse stehen unter  www.wiwo.de/staedteranking  zur Verfügung.