Mülheimer Wirtschaft im Strukturwandel 4.0

Gravierende Strukturveränderungen und globale Herausforderungen prägten auch im Geschäftsjahr 2017 das Geschehen am Wirtschafts- und Industriestandort Mülheim an der Ruhr. Diese Bilanz zogen Oberbürgermeister Ulrich Scholten und Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft gemeinsam mit Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer der Mülheim & Business GmbH kürzlich bei Vorstellung des M&B-Jahresberichts 2017.

 

„Unter dem Strich gibt es Anfang 2018 mit 59.600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 600 Arbeitsplätze mehr in unserer Stadt, was uns jedoch angesichts der anhaltenden Herausforderungen nur noch mehr Ansporn sein muss, seitens der Wirtschaftsförderung insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen sowie Startups und Gründern weiterhin ein umfassendes Dienstleistungs- und Serviceprogramm zu bieten“, betonten sie. Über 400 mal war Mülheim & Business 2017 für die Bestandsunternehmen vor Ort aktiv, bearbeitete über 170 Gewerbeimmobilienanfragen und begleitete mehr als 230 Gründungsinteressierte intensiv auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.

Mülheim an der Ruhr wächst derzeit vor allem als wissensbasierter Wirtschaftsstandort. Bestandsunternehmen wie ALDI SÜD, Hans Turck, Elomech, PVS oder die Tengelmann Gruppe haben die Zeichen der Zeit erkannt und ihre unternehmerische Ausrichtung den digitalen Anforderungen in Produktion und Handel angepasst. Das schafft Wachstum und Arbeitsplätze. „Dieses Wachstum passt exakt zu unserer Strategie: Wir wollen als wissensbasierter Wirtschaftsstandort und familienfreundliche Wohnstadt punkten“, erklärt Schnitzmeier. Und das schlägt sich inzwischen auch im jüngst erschienen bundesweiten Städte-Ranking nieder: „Im sogenannten Dynamik-Ranking, das die Entwicklung der letzten fünf Jahre analysiert, ist Mülheim beim Wachstum der wissensbasierten Dienstleistungen und bei der Kita-Quote für Kinder unter drei Jahren bundesweit Spitzenreiter“, so der M&B-Geschäftsführer.

Sorgen bereiten Stadt, Unternehmerverband und Wirtschaftsförderung neben der hohen Dauerarbeitslosigkeit und den angekündigten Personalanpassungen in den traditionsreichen Mülheimer Industriebetrieben weiterhin die fehlenden Gewerbeflächen in der Stadt. „Leider kommen wir mit den im letzten Jahr gemeinsam mit Flächeneigentümern und Unternehmen angegangenen Flächenmobilisierungen und Revitalisierungsprojekten nur sehr mühsam voran, so dass zurzeit weiterhin nur rd. 6,6 ha frei verfügbare Gewerbeflächen, verteilt auf vier Standorte, zur Verfügung stehen“, so der M&B-Geschäftsführer: Dem standen allein im vergangenen Jahr 85 Flächenanfragen mit fast 136 ha Flächenbedarf gegenüber. Schnitzmeier verwies darauf, dass die Gewerbeflächensituation für das Wirtschaftswachstum der Stadt von immenser Bedeutung sei und betonte: "Während Mülheim in den 60er Jahren als erste zechenfreie Stadt im Ruhrgebiet von den damaligen Expansionen des Mittelstandes am stärksten profitieren konnte, droht die Stadt derzeit zum großen Verlierer der auch regional anhaltenden Wachstums- und Expansionsphase zu werden. Vor dem Hintergrund weiter angekündigter Personalanpassungen ist es besonders bedauerlich, dass wir zurzeit aufgrund fehlender Flächen nur wenig Unternehmen ansiedeln und kompensatorische Arbeitsplätze aufbauen können. Wir sind aber zuversichtlich, dass unsere Standortgespräche zum Umbau unterwertig genutzter Gewerbeflächen und -immobilien dennoch Früchte tragen werden. Das würde die Situation am Gewerbeflächenmarkt in unserer Stadt zumindest etwas entspannen."

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Das Jahresbilanzgespräch zum abgelaufenen Geschäftsjahr der Mülheim & Business Wirtschaftsförderung fand am 10. Januar 2018 beim internationalen Technologieführer für Lüftungs- und Klimatechnik, der Menerga GmbH mit Sitz an der Alexanderstraße statt. Gesprächspartner waren v.l.: Die Menerga Prokuristen Tobias Richter und Stefanie Bekes, Oberbürgermeister und M&B-Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Scholten, Heinz Lison, stellv. M&B-Aufsichtsratsvorsitzender sowie M&B-Geschäftsführer Jürgen Schnitzmeier.

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