Lindgens-Areal: So soll es aussehen

Die Jury entschied sich für den Entwurf des Büros „rha reicher haase associierte“ und des Landschaftsarchitekturbüros „clubL94“ .

Zahlreiche neue Wohnungen sollen auf dem Gelände der ehemaligen Lederfabrik am Kassenberg entstehen. Neun Stadtplanungsbüros waren in Arbeitsgemeinschaft mit je einem Landschaftsarchitekturbüro dazu eingeladen, im Rahmen eines Wettbewerbs Vorschläge zur Gestaltung des Geländes zu erarbeiten. Am 3. Juni 2019 haben die SMW-Geschäftsführer Jürgen Steinmetz und Thomas Weber nun die Entscheidung der Jury verkündet. Damit steht dem Start des Bebauungsplanverfahrens für das Gelände nichts mehr im Wege.

Ziel der SMW GmbH ist es, auf dem Gelände der ehemaligen Lindgens-Lederfabrik Wohnungen und Gewerbeflächen sowie gegebenenfalls auch kleinere Gastronomieflächen zu errichten. Um das Projekt von Anfang an mit einem breiten Konsens abzusichern, hatte man in enger Abstimmung mit der Verwaltung der Stadt Mülheim an der Ruhr einen städtebaulichen Wettbewerb vorbereitet.

Zum Wettbewerb waren von der Projektentwicklungsgesellschaft insgesamt neun Architektur- und Stadtplanungsbüros eingeladen worden. Acht von ihnen haben sich mit Vorschlägen beteiligt. „Das Gelände ist mit seiner Größe von 42.000 Quadratmetern und seiner Lage nah am Ufer der Ruhr sehr attraktiv“, sagt SMW-Geschäftsführer Thomas Weber. „Es bietet so viele Möglichkeiten, dass es für kreative Stadtplaner eine regelrechte Spielwiese sein kann.“ Sowohl renommierte und etablierte Büros, wie auch vielversprechende, junge Akteure waren aufgefordert, ihre Vorschläge einzureichen.

Durchgesetzt hat sich bei den Beratungen am 28. Mai 2019 schließlich der Entwurf des Büros rha reicher haase associierte GmbH aus Aachen in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro club L 94 aus Köln. Der Entwurf zeichnet sich aus durch eine klare räumliche Gliederung und eine Entzerrung von Gewerbe und Wohnen, die doch harmonisch miteinander korrespondieren. Das Preisgericht würdigt besonders die großzügigen Freiräume und die vier Wohnareale, die in eigenständigen Bauabschnitten errichtet werden können und jeweils eigene nachbarschaftliche Bezüge ermöglichen. Die Wohngebäude lassen unterschiedliche Grundrisse im Ge-schosswohnungsbau zu, so dass sich Familie, Paare und Singles in Miet- und Eigentumswohnungen wiederfinden können.

Maßvolle Gebäudehöhen mit drei bis vier Geschossen fassen den Platz im Zentrum ein, der sich an die Bestandsgebäude anschließt. Positiv wertet das Preisgericht auch die Auenfuge zwischen den Wohnblöcken, die sich an den zentralen Platz anschließt und dem Heubach in einem naturnah gestalteten Bachlauf wieder Raum gibt.

Zwei Wochen lang haben Interessierte nun in der Kundenhalle der Sparkasse Mülheim an der Ruhr die Möglichkeit, alle Entwürfe auf Schautafeln zu studieren. Die SMW GmbH hofft darauf, dass die Änderung des Bebauungsplans durch den Rat der Stadt zügig in Angriff genommen werden kann: „Wir haben ein Konzept gefunden, auf dessen Basis eine vielfältige, lebenswerte Nachbarschaft entstehen kann“, so Thomas Weber. „Sobald es das Baurecht zulässt, möchten wir den Startschuss für die Arbeiten auf dem Gelände geben.“