IHK: Nachfolgegeschehen in NRW

Immer mehr Selbstständige klagen über Probleme, geeignete Nachfolger für ihr Unternehmen zu finden.

Dies ist das Kernergebnis der mit aktuellen Zahlen fortgeschriebenen Studie der Industrie- und Handelskammern (IHK) in NRW – zuletzt veröffentlicht in 2016.

Bei 63.500 Familienunternehmen in NRW steht in den nächsten zehn Jahren eine Übergabe an; insgesamt 1,2 Millionen Menschen arbeiten derzeit in diesen Unternehmen. Die IHKs in NRW haben das Thema daher seit längerem auf ihre Agenda gesetzt und unterstützen Mitgliedsunternehmen bei der Suche nach geeigneten Nachfolgern. 

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammengefasst:

  • Der Anteil der Selbstständigen in NRW, die älter als 60 Jahre sind, wächst ständig. In 2017, dem Jahr des letzten Zensus, lag er bei 21,5 Prozent, im Jahr 2012 erst bei 16,5 Prozent
  • Die Alterung beschleunigt sich: 270.000 (33 Prozent) der 813.000 Selbstständigen in NRW waren im Jahr 2017 zwischen 45 und 55 Jahren alt. Sie werden in den kommenden Jahren den Anteil der über 60-jährigen Selbstständigen weiter erhöhen
  • Die rund 1,2 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in übergabefähigen Familienunternehmen, bei denen in den kommenden zehn Jahren aus Altersgründen eine Übergabe ansteht, bedeuten einen Zuwachs von 25 Prozent gegenüber der vorhergehenden Erhebung aus dem Jahr 2016

Insgesamt werden im Jahr 2029 rund 265.000 Unternehmen mit etwa 1,5 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von der Nachfolgeproblematik betroffen sein. Doch viele Unternehmen, bei denen aus Altersgründen eine Übernahme ansteht, sind nicht übernahmefähig. Viele sind zu klein und werfen nicht ausreichend Gewinn (mindestens 50.000 Euro pro Jahr) ab. Sie werden in den kommenden zehn Jahren ihren Betrieb einstellen müssen.

Weitere Informationen und Kontakt:
IHK zu Essen, Eugenia Dottai, eugenia.dottai@essen.ihk.de, Tel. 0201 - 1892238