HRW@HOME

Die Hochschule Ruhr West digitalisiert die Studieninhalte. 

Die Corona-Pandemie wirbelt seit Anfang März die Arbeitswelt und den Alltag der Menschen durcheinander: Homeoffice statt Büro (wo es möglich ist), E-Learning für Schüler*innen, Onlinestudium statt Präsenzlehre im Hörsaal. Während beide HRW Standorte mit Büro, mit Mensa und auch den Hörsälen wie leergefegt sind, organisieren die Lehrenden und Beschäftigten der Bibliothek, des IT-Services und das E-Learning-Team im Hintergrund alles für ein Online-Sommersemester. 

Vorteilhaft für die erst 2009 gegründete Hochschule ist dabei die sehr moderne technische Ausstattung – nicht nur der Hörsäle oder Labore, sondern auch die der Arbeitsplätze. „Wir haben von Beginn an den HRW Beschäftigten mobiles Equipment, sprich Laptops, zur Verfügung gestellt. Ein Wechsel ins Homeoffice war für die meisten unkompliziert“, berichtet Thomas Bieker, Dezernent IT, E-Learning und Bibliothek. „Wir können uns daher auf die Digitalisierung der Studieninhalte konzentrieren“, so Bieker weiter.

Das E-Learning-Angebot der HRW zielt in erster Linie auf das computerbasierte Lernen ab, also Lehrszenarien, die digital umgesetzt werden. Das E-Learning-Team der HRW rund um Annamaria Köster produziert mit vielen Lehrenden Videos zur Aufbereitung der Inhalte. Dafür beschafft der IT-Service entsprechende Software. „Die Lehrenden vertonen unter anderem PowerPoint-Folien, erstellen kleine Clips vor einem Flipchart, erklären mithilfe von Dokumentenkameras mathematische Rechnungen oder zeichnen ihre Vorlesungen im Hörsaal auf“, erklärt Köster. Die Videos werden über einen Streamingserver in das Lernmanagementsystem Moodle eingebettet. Das wiederum entlastet die Plattform und ermöglicht das ‚ruckelfreie‘ Abspielen trotz vermehrter Zugriffe. Auf der Lernplattform werden derzeit verschiedene Lernformen erprobt und eingesetzt. Neben der Inhaltsbereitstellung können Studierende das Erlernte in Testumgebungen selbst überprüfen oder sich miteinander in kleinen Lerngruppen austauschen und Fragestellungen gemeinsam bearbeiten.  Schon vor Semesterstart haben Lehrende viele Materialien online gestellt; auch mit Hinweisen und Informationen, wie und wann sie erreichbar für die Studierenden sind. 

„Wir empfehlen als Präsidium die Lehre asynchron, also zeitlich versetzt, anzubieten“, erklärt Prof. Dr. Marion Gelien, Vizepräsidentin für Studium und Lehre. Das heißt Studieninhalte (Vorlesungen, Übungsaufgaben) stellen die Lehrenden online, um einen zeitlich flexiblen Zugang zu den Ressourcen zu ermöglichen. „Die Studierenden müssen nicht dienstags morgens um 8.30 Uhr im virtuellen Hörsaal sitzen“, so Gelien. Zur Aktivierung der Studierenden werden Test, Aufgaben oder Gruppenarbeiten angeboten und durchgeführt. Insbesondere für Gruppenarbeiten kann ein synchroner Austausch viele Vorteile bieten. Die Lehrenden entscheiden jedoch individuell je nach Lehrziel und Inhalten, welche Methode sie verwenden. „Für Fragen, Sprechstunden oder Gruppenarbeiten nutzen wir Videokonferenzsysteme“, erklärt Köster. Eine synchrone Möglichkeit zur Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden ist also gegeben. 

Zur HRW@Home gehört auch die Unterstützung durch die Bibliothek. Der KatalogPlus der HRW ist abrufbar unter www.digibib.net. In der Suchmaske kann ausgewählt werden, dass ausschließlich elektronische Angebote angezeigt werden. Auch der Zugriff auf E-Books über das Hochschulnetz ist möglich. Viele Verlage bieten jetzt die Möglichkeit ohne weitere Registrierung das Buch komplett oder kapitelweise als PDF und teilweise auch als EPub herunterzuladen. 

Dieses Sommersemester wird anders! Weder Studierende noch Lehrende sind die online-Lehre gewöhnt. Das Semester wird organisatorisch und technisch eine Herausforderung. „Bisher meistern Lehrende und Beschäftigte im Servicebereich diese sehr gut. Wir haben das Beratungs- und  Supportsystem ausgeweitet. Zudem gibt es ein Forum für Lehrende, in dem sie Tipps, Tricks und Fragestellungen austauschen können“, ziehen Annamaria Köster und Thomas Bieker ihr Fazit. „Wir freuen uns auch sehr über die Solidarität der Kolleginnen und Kollegen anderer Dezernate. Wir arbeiten sie ein, damit sie uns unterstützen und entlasten können!“

Auch, wenn die Standorte wie leergefegt erscheinen, im Hintergrund wird viel Support geleistet, recherchiert und beraten - nur eben per E-Mail, online oder telefonisch, per Chat, per Videokonferenz.