Herr Grieb, warum begeistern Sie sich für Mülheim?

Im M&B-Interview erläutert Immobilienentwickler Robin Grieb seine Begeisterung für den „Wirtschaftsstandort Mülheim“.

M&B: Herr Grieb, erzählen Sie doch mal, was begeistert Sie so an Mülheim?

Robin Grieb: Ich finde, Mülheim bietet alles das, was eine Stadt bieten muss. Erst einmal liebe ich alle Städte, wo Wasser direkt durch die Stadt fließt, das gibt einfach einen tollen Charakter. Mülheim hat für mich zumindest auch jede Menge sehr schöne Architektur, die vielleicht an der ein oder anderen Stelle ein bisschen Verbesserung bedarf, aber die Substanz ist einfach sehr interessant.  Die Stadt hat Neubauten im Innenstadtbereich. Sie finden hier aber auch herrliche Altbauten, zudem tolle Grünflächen. Mülheim hat auch sehr viele Industrieflächen, die momentan vielleicht ein bisschen brach liegen und an denen man noch etwas machen könnte. Ein großer Pluspunkt ist die sehr gute Infrastruktur und Verkehrsanbindung mit der Nähe zu allen großen Städten in der Umgebung. Wir haben mal selbst ausprobiert, wie schnell man von verschiedenen Stellen in Mülheim nach Düsseldorf braucht, und wir haben festgestellt, dass man von Mülheim aus schneller am Düsseldorfer Flughafen war als von bestimmten Stellen in Düsseldorf. Ich habe hier diese Nähe zum Ruhrgebiet, ich habe die Nähe zu Düsseldorf, ich habe die Nähe zum Flughafen, ich habe sehr viele, finde ich, interessante Büroflächen, die hier zur Verfügung stehen, und gleichzeitig haben die Mitarbeiter auch die Möglichkeit, wenn sie hier im Stadtbereich eine Immobilie finden, dann auch mittags mit kleinen Wegen Einkäufe zu erledigen, schön essen zu gehen. Wo können sie innerhalb von drei Minuten an einem Fluss sitzen, unter einer Brücke sitzen? Wenn sie das gleiche Ensemble in einer Stadt wie Paris, Hamburg, München finden würden, wären alle völlig begeistert und die Flächen würden bersten vor Leuten. Das einzige, das ein bisschen schade ist, dass hier in Mülheim dann erstmal etwas kritisch betrachtet wird und nicht einfach der positive Faktor, der entsteht. Wenn Sie überlegen, wie hat sich Mülheim in den letzten zwei drei Jahren verändert? Dann finde ich, ist es eine sehr starke Entwicklung, vielleicht ähnlich stark wie in Düsseldorf, da wird es halt gefeiert, dass dort der Kö-Bogen neu installiert wird und dass dort neue Einkaufszentren geschaffen werden. Hier in Mülheim haben wir etwas ähnliches, die gesamte Innenstadt ist komplett revitalisiert worden mit den Gebäuden vom MWB, ich finde, eine sehr dominante Architektur. Aber es ist eben mal etwas gemacht worden, jemand hat etwas in die Hand genommen, hat sich dafür eingesetzt und hat dort etwas geschaffen, das finde ich erstmal sehr positiv. Das ist ja auch etwas, was man tatsächlich nutzen kann. Man kann natürlich die Schwierigkeiten herausstellen, ich bin aber eigentlich ein Freund davon, erstmal die Vorteile zu sehen. Und in diesem Fall überwiegen die Vorteile, weil es einfach neue Flächen bietet. Das ist das Ziel, was wir eigentlich hier mit dem MWB im Schulterschluss versucht haben, dass wir sagen, wir möchten diesen Zugang zur Innenstadt, positiv gestalten. Wenn Sie sich hier an die Kreuzung stellen und den Blick eben zur Innenstadt richten, finde ich das schon ein sehr schönes Entrée. Wir haben hier bewusst auch die Mieter so strukturiert, dass sie zu dem Gebäude passen, wir zu den Mietern passen vom Gebäude her, und ich glaube schon, dass mit einem ganz kleinen Engagement und ein bisschen mehr Enthusiasmus Mülheim eine ganz fantastische Stadt ist.

M&B: Jetzt haben Sie gerade von Mietern gesprochen, wer wird denn hier einziehen?

Robin Grieb: Wir haben einen sehr interessanten Branchenmix realisiert: Wir haben zum einen beratende Berufe, also Steuerberater, wir haben eine Ingenieurgesellschaft, wir haben einen Pflegedienst, der hier in dieses Gebäude kommt. In den Nachbargebäuden sind wir sehr immobilienlastig: Wir haben Immobilienmakler, die sich dort eingemietet haben und ebenfalls eine Beratungsgesellschaft. Jetzt gilt es eigentlich als Herausforderung, die Friedrich-Ebert-Straße 4 dementsprechend noch anzupassen. Aber da sind wir eben auch sehr positiv gestimmt, gerade in der jetzigen Phase haben wir sehr viele Mietanfragen bekommen, und das Schöne ist, dass gerade diese Mietanfragen sehr qualifiziert sind. Das heißt die Umsetzung der Anfragen ist relativ hoch: Wo wir früher vielleicht sechs, sieben Anfragen bekommen haben und dann davon einen Mietvertrag umsetzen konnten, war es jetzt so, dass wir 80 % bis 85 % der Anfragen haben, die dann tatsächlich auch angemietet haben, für einige Flächen hatten wir sogar Doppelbelegungen, wo wir uns dann bewusst auch an den bestehenden Mieter beispielsweise gewandt haben und ihn darauf hingewiesen haben, dass möglicherweise eine Expansion dann nicht möglich ist, wenn wir erstmal wieder einen langfristigen Vertrag abgeschlossen haben.

M&B: Sie haben also nicht gemerkt, dass coronabedingt die Nachfrage nach Büroflächen drastisch zurück gegangen ist? 

Robin Grieb: So wie bei allen in dieser Branche war es so, dass die Monate am Anfang sich schwierig dargestellt haben, im März und April und sogar bis in den Mai hinein hatten wir relativ wenige Anfragen, keine Resonanz. Aber grundsätzlich ist es so, dass sich das tatsächlich im Juni komplett gedreht hat. Ich hatte das Gefühl, dass die Projekte, die für zwei drei Monate auf Eis gelegt wurden, dann tatsächlich auch alle umgesetzt wurden. Und aktuell ist es, unabhängig von dem Standort Mülheim, so, dass wir sehr viele Anfragen bekommen, und gerade in den letzten eineinhalb Monaten eine sehr große Anzahl von Mietverträgen unterzeichnen konnten. 

M&B: Kommen wir jetzt wieder auf Mülheim zurück. Die Vollvermietung der ehemaligen Mülheimer Wohnungsbau-Zentrale ist ein toller Erfolg. Wie sieht es mit anderen Projekten in Mülheim aus? Wollen Sie weiter investieren?

Robin Grieb: Ja, unbedingt! Ich bin absolut pro Mülheim, ich finde das ist eine fantastische Stadt. Ich mag die Leute hier auch, denn die sind alle so ein bisschen am Knötern, aber am Ende des Tages hat jeder sein Herz in Mülheim. Ich habe mit so vielen Leuten hier gesprochen und selbst bei denjenigen, die extrem kritisch waren, findet man noch viel Lokal-Patriotismus. Wenn das von allen nochmal mehr zum Ausdruck gebracht werden würde, dann ist das auch für dann einfacher diese Stadt so anzunehmen wie sie ist, weil Mülheim einfach ein toller Ort ist.

M&B: Sie haben gerade etwas Interessantes gesagt, wir fragen uns nämlich, wie man Mülheim als Wirtschaftsstandort vermarkten kann und wo liegen wir aus Mülheimer Sicht wirtschaftsgeographisch? Und was uns aufgefallen ist, das ist dieses Nord-Süd und wir sagen: Mülheim verbindet Märkte. Ist da etwas dran?

Robin Grieb: Ja, auf alle Fälle. Und es ist eigentlich schade, dass es das bis Dato nicht ist, es ist genau das, dass Mülheim dazwischen liegt und es diese Möglichkeiten hat. Ich glaube, viel wichtiger ist die Frage: Warum ist es Mülheim eben noch nicht? Und da kommt vielleicht wieder, das was ich eingangs erwähnt habe: Man muss natürlich dann auch als Mülheimer der Überzeugung sein, dass man dieses Bindeglied ist, und dass man diese Funktion eben übernehmen will. Und dann kommt natürlich auch noch der Anspruch an die hiesige Politik, dass das eben auch angemessen umgesetzt wird. 

M&B: Zum Schluss natürlich die Frage, wie zufrieden sind Sie mit unserem Service?  Wie war die Zusammenarbeit?

Robin Grieb: Ich kann das ja sogar in zweierlei Hinsicht beurteilen, denn ich hatte ja vor einiger Zeit diesen Kontakt zur Wirtschaftsförderung, und ich kann es natürlich auch ein bisschen beurteilen, weil ich in mehreren Städten aktiv bin. Hier muss man sagen, habe ich das Gefühl, dass die Mitarbeiter das selbst wollen, sie wollen, dass sie als Unternehmer erfolgreich sind. Die Zusammenarbeit ist wirklich sehr gut. Es ist wirklich so, dass viele Anfragen umgehend weitergeleitet wurden, dass da auch ein persönliches Engagement der Mitarbeiter zu verspüren war und dass das aus einer Hand war, heißt, es war nicht so, dass man sagt, da ist jemand, der dort sitzt und eine Position übernimmt, sondern es war eigentlich so als wenn wir aus einer Hand arbeiten würden, das heißt, ich als Unternehmer und auf der anderen Seite die Wirtschaftsförderung, wir haben beide am gleichen Strang gezogen und haben versucht, möglichst schnell diese Vermietung zu realisieren, dafür bin auch sehr dankbar. Deshalb nochmal vielen Dank für die gute Zusammenarbeit! Ich muss tatsächlich sagen viel besser als an den anderen Standorten und Sie sind selbst auf mich zugekommen, das ist ja auch nochmal etwas, manchmal muss man sich halt bemühen, bis man den Ansprechpartner tatsächlich findet. Hier hingegen war es so, es wurden mir sofort alle Türen geöffnet, es wurde gesagt, der Mitarbeiter ist dafür zuständig, da können wir nochmal ein Gespräch führen. Sie waren hier vor Ort, haben sich wirklich bemüht und das ist eigentlich das, worum es geht. Man hatte das Gefühl, auch als Unternehmer, ernst genommen zu werden und dass Sie wirklich persönliches Interesse haben mir behilflich zu sein, das war wirklich sehr schön.

M&B: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Grieb!


Die Immobilienverwaltung Robin Grieb ist eine inhabergeführte Immobilienverwaltung mit Sitz in Meerbusch, die ausschließlich ihr eigenes Immobilienportfolio entwickelt. Die Stärke liegt in der Entwicklung von „Problemimmobilien“ und der Optimierung der Mietverhältnisse. In Mülheim besitzt Robin Grieb u.a. drei Objekte an der Friedrich-Ebert-Straße (2,4 und 6).