Handlungsprogramm MEO 2030+ vorgestellt

Neues Handlungsprogramm der IHK MEO möchte Impulse geben und Diskussionen anstoßen, so die IHK-Präsidentin Jutta Kruft-Lohrengel.

Am 2. Juli wurde auf der Jahrespressekonferenz der Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) das neue Handlungsprogramm „MEO 2030+ Aufbruch in die Zukunft – Wir bleiben dran!“ vorgestellt. „Wir möchten Impulse geben und Diskussionen anstoßen“, so die IHK-Präsidentin Jutta Kruft-Lohrengel. Dafür wurden die Vollversammlungsmitglieder nach den wichtigsten Zukunftsthemen befragt, die in den Prozess eingeflossen sind. „In 12 Themenfeldern beschreibt das Papier jeweils die aktuelle Lage und zeigt, mit welchen konkreten Ansätzen den drängenden Herausforderungen begegnet werden sollte – und was wir als IHK beitragen“.

Ein wichtiges Thema des Handlungsprogramms ist das Thema Fachkräftesicherung. Bei der IHK-Konjunkturumfrage zu Beginn des Jahres sah jedes zweite Mitgliedsunternehmen darin ein Risiko für seine wirtschaftliche Entwicklung – ein negativer Spitzenwert seit 2010. Das habe verschiedene Ursachen: Der Rückgang der Zahlen der Schulabgänger und -abgängerinnen und der Trend zu akademischen Qualifizierungswegen und Abschlüssen seien nur ein paar Gründe. „Insbesondere Letzteres muss gebremst werden. Hier ist die Zusammenarbeit aller Akteure – also Staat, Schulen, Wirtschaft und Medien – notwendig, damit die berufliche Bildung als gleichwertiger und attraktiver Bildungsweg wahrgenommen wird“, fordert Kruft-Lohrengel. „Gefragt sind Kreativität und gezielte Aktionen. Lippenbekenntnisse bringen wenig, wenn keine konkreten Taten folgen.“ Die Lage am Ausbildungsmarkt ist stabil: Insgesamt wurden bis Ende Mai 1.553 Ausbildungsverträge bei der IHK neu geschlossen, das ist zurzeit rund 1 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt sind 7.248 Verträge eingetragen. 

Der zunehmende Mangel an Industrie- und Gewerbeflächen ist und bleibt ein Dauerbrenner. Die MEO-Region ist hier in besonderer Weise betroffen: So steht hier in den kommenden 15 Jahren von den benötigten zusätzlichen Flächen in einer Größenordnung von rund 600 ha weniger als ein Drittel zur Verfügung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass davon mehr als die Hälfte der Flächen Restriktionen, wie etwa fehlende und schlechte Verkehrsanbindung oder Altlasten, aufweist. „Fakt ist: Von allen IHK-Bezirken des Ruhrgebietes ist die MEO-Region bei den Industrie- und Gewerbeflächen mit Abstand am schlechtesten aufgestellt. Dies macht sich bereits deutlich bei der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen und der Wirtschaftsleistung bemerkbar“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerald Püchel fest.

Kaum noch verfügbar seien Flächen für das Produzierende Gewerbe. Dies schlage bereits unmittelbar auf die Beschäftigungssituation durch. „Flächenengpässe müssen schnellstmöglich behoben und zusätzliche Flächenpotentiale in der gesamten MEO-Region gefunden werden“, fordert Püchel. Dabei sollen auch Flächen beachtet werden, die auf-grund von Restriktionen für Gewerbe und Industrie zwar potentiell geeignet sind, jedoch einen sensiblen Umgang mit Natur und Landschaft erfordern. „Nur mit der Reaktivierung von Brachflächen allein sind die Anforderungen der Unternehmen nicht zu erfüllen“, fasst Püchel zusammen.

Zur aktuellen Wirtschaftslage in der MEO-Region hat die IHK ihre Mitgliedsunternehmen befragt. „Die Lage ist weiterhin stabil: Laut unserer Umfrage beurteilen 53 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen ihre wirtschaftliche Situation mit gut und 29 Prozent mit befriedigend. Damit liegen wir weiterhin auf einem sehr guten Niveau“, fasst Jutta Kruft-Lohrengel die Ergebnisse einer aktuellen Online-Umfrage unter den Unternehmen der MEO-Region zusammen. Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin optimistisch, politischen Neustrukturierungen und Unsi-cherheiten auf den internationalen Märkten zum Trotz.

Auch beim Blick in die Zukunft schwingt Optimismus mit: Nahezu jedes 5. Unternehmen rechnet mit einer nochmals verbesserten Geschäftslage. Knapp zwei Drittel der Betriebe sehen eine stabile Entwicklung für sich voraus. Es zeigt sich, dass das Jahr 2019 bislang im Gesamtschnitt für die Unternehmen positiv verläuft.