Friedrich Wilhelms-Hütte beantragt Schutzschirmverfahren

Die Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss GmbH hat beim Amtsgericht einen Antrag auf die Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens gestellt.

Dank des Antrags ist nun der Hersteller von Eisen- und Stahlgussprodukten per Gericht zur vorläufigen Eigenverwaltung ermächtigt. Die Geschäftsführung bleibt in der Gesellschaft. Die mit der Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss GmbH verbundene Friedrich Wilhelms-Hütte GmbH, die u. a. für Einkauf und Vertrieb zuständig ist, geht ebenfalls diesen Weg. 

„Die Corona-Krise hat bei uns zu massiven Auftragsrückgängen geführt. Wir haben uns daher entschieden, die Friedrich-Wilhelms-Hütte im Rahmen des Schutzschirmverfahrens zu restrukturieren und für die Zukunft neu aufzustellen“, sagte am Dienstag Geschäftsführer Mark Vierbaum gegenüber der Funke Mediengruppe. Der Geschäftsbetrieb der Hütte solle unvermindert aufrechterhalten und fortgeführt werden, auch Produktion, Termin- und Liefertreue seien während des Schutzschirmverfahrens gewährleistet, so Vierbaum.

Die insgesamt rund 440 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss GmbH und Friedrich Wilhelms-Hütte GmbH, die sich anteilig in Kurzarbeit befinden, wurden am 22. Juni über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert. Anstelle ihrer Löhne und Gehälter erhalten sie für die nächsten drei Monate Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit.

Die Mülheimer Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss besteht seit 1811 und beschäftigt zurzeit 394 Mitarbeiter. Der 2019 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 64,5 Millionen Euro.