Die Nachfrage ist schon „mietertypisch“

Interview mit Hartmut & Timo Buhren zur Halbzeit des Pop-Up-Shops „hagebaumarkt Mülheim City“.

„hagebaumarkt Mülheim City“ seit gut sechs Wochen einen Pop Up Shop in der Wertstadt. M & B sprach zur Halbzeit des gemeinsamen Projektes von Stadt, IHK MEO und der Wirtschaftsförderung mit Hartmut und Timo Buhren über die ersten Wochen und zieht eine Zwischenbilanz. 

M&B: Ende dieser Woche ist es schon sechs Wochen her, dass der Pop-Up-Shop „hagebaumarkt Mülheim City“ seine Tore geöffnet hat. Wie sieht es zur Halbzeit des Projektes aus?

Timo Buhren: Wir sind unserem Ziel, unsere innerstädtische Kundschaft besser kennenzulernen, ein gutes Stück nähergekommen. Auch verzeichnen wir von Woche zu Woche einen erhöhten Kundenzustrom und zwar von Kunden, die ein echtes Interesse haben. Die Neugier am „hagebaumarkt Mülheim City“ war ja schon vor der Eröffnung am 10. Mai zu spüren. In den letzten sechs Wochen hat sich schon herauskristallisiert, was die Mülheimer sich von einem City-Baumarkt erwarten.

M&B: Was wird denn nachgefragt?

Hartmut Buhren: Das ist, das, was wir in den vergangenen Wochen lernen mussten. Im Grunde genommen gibt es keinen echten Schwerpunkt, denn die Kunden fragen quer durch unser Sortiment. Vielleicht sollte man wissen, dass wir rund 40.000 Artikel auf Lager haben.

Timo Buhren: Sehr häufig fragen die Kunden nach Artikeln, die wir hier auf 50 Quadratmeter natürlich nicht vorrätig haben können, aber diese werden hier vor Ort bestellt und häufig auch direkt hier abgeholt. Z. B. ein Griff für eine Balkontür, Kunststoffleisten oder diverse Kleber.

M&B: Also, es werden eher Sachen nachgefragt, um etwas in einer Mietwohnung zu reparieren bzw. zu verschönern?

Hartmut Buhren: Ja, die Nachfrage ist schon „mietertypisch“. Das sehen Sie daran, dass ein Hauseigentümer bei uns mehrere 60 Liter-Säcke mit Blumenerde kaufen würde, während hier in der Innenstadt die 5-Liter-Säcke nachgefragt werden. Dass man mit dem Sortiment hier im Laden den Geschmack der Kunden trifft, ist mehr als eine Glückssache, denn das Produktangebot hat sich in den letzten Jahren ja deutlich ausgeweitet. Der Grad der Spezialisierung und der Individualisierung hat zugenommen und das kann man in einem City-Store gar nicht abdecken. Der Bedarf ist ja da, denn die Leute bestellen im Pop-Up-Shop sehr rege. Nur die Frage, die man am Schluss klären muss: Reichen all diese Kundenbestellungen, um die Personalkosten von hochqualifizierten Allround-Verkäufern decken zu können?

M&B: Nicht nur das, denn das Einzelhandelslabor ist ja für jeden Teilnehmer „mietfrei“. Die Miete müssen Sie einholen und Sie wollen ja auch Gewinn machen.

Hartmut Buhren: Sie sagen es, deshalb überlegen wir, ob wir nicht Kooperationen eingehen sollten. Das, was wir demnächst in einem unserer hagebaumärkte anbieten werden, nämlich den Dienst „Click & Reserve“, könnte man mit Partnern auch in der Mülheimer City oder in anderen Stadtteilen anbieten. Die Idee dahinter ist, dass sich die Kunden abends einen oder mehrere Artikel im Netz bestellen und wir diese Bestellung am nächsten Tag zur Abholung bereitstellen.

M&B: Welche Lehren ziehen Sie schon heute aus dem Projekt „Einzelhandelslabor“?

Hartmut Buhren: Es war eine interessante und wichtige Erfahrung für uns. Wir nehmen mit, dass auch der innerstädtische Kunde einen relativ breiten Bedarf hat und sich auch sehr gerne etwas in den Pop-Up-Shop liefern lässt. Also die Möglichkeit eines „Click ´n Reserve“, also die Ware zu ordern und sich diese in die Stadt liefern zu lassen, wird hier gut angenommen.

Timo Buhren: Der Wunsch des Kunden nach einer persönlichen Beratung ist ja da. Man will nicht nur im Netz kaufen, sondern man sucht das Gespräch beim Experten. Denn teilweise hat der Kunde ein Problem, das er als Laie nicht richtig ausformulieren kann bzw. nicht alleine darauf kommt, wie er es lösen könnte. D.h. er hat eigentlich eher nur eine vage Vorstellung von seinem Problem und kann dieses nicht in einen Artikel mit einer Produktnummer übersetzen. Und hier kommen wir ins Spiel.

M&B: Also, höre ich raus, dass Sie am Konzept „Click & Reserve“ auch außerhalb Ihrer hagebaumärkte dranbleiben werden?

Timo Buhren: Darauf läuft es hinaus und wir werden es ab Herbst weiterverfolgen.


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