Daniela A. Ben Said referierte beim Business Break bei der medl GmbH

Wie können gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zeiten von Fachkräftemangel gewonnen und gebunden werden?

„Sie sind mit Ihrem Team unzufrieden? Dann schauen Sie doch mal in den Spiegel!“ Mit solch provokanten Aussagen brachte Daniela A. Ben Said, Kommunikationsexpertin für Führung und Verkauf, die Gäste des Business Breaks der Mülheimer Wirtschaft bei der medl GmbH von Beginn an zum Nachdenken. „Sie sind dafür verantwortlich, wen Sie einstellen, wie Sie ausbilden und wie Sie Ihr Team führen.“

Sie leitete damit ein Thema ein, das so ziemlich jedes Unternehmen beschäftigt: Wie können gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zeiten von Fachkräftemangel gewonnen und gebunden werden? Ihre Antwort: „Arbeitgeber müssen das eigene Unternehmen als Marke verstehen und sich um die Mitarbeiter genauso bemühen wie um ihre Kunden.“ Zwei Punkte seien entscheidend: Identifikation und Wertschätzung. Die Mitarbeiter sollten sich also dem Unternehmen zugehörig und verbunden fühlen. Das funktioniere aber nur, wenn der Arbeitgeber den Beschäftigten die entsprechende Beachtung und Würdigung ihrer Leistungen vermittle. „Zeigen Sie den Mitarbeitern durch Veranstaltungen oder individuelle Aktionen, dass Sie ihre Leistung wertschätzen – also ganz genau so, wie Sie es mit Ihren Kunden machen. Funktioniert das gut, spricht sich das dort rum, wo sich immer größere Teile Ihrer Zielgruppe aufhalten, im Social Web.“ 

Damit spielte Ben Said auf das Thema Ausbildung an: Dort sind die Millennials die Zielgruppe der Unternehmen, also die Generation, die um die Jahrtausendwende das Licht der Welt erblickte. Diese jungen Leute sind fast ausnahmslos sogenannte Digital Natives: Sie sind also in der digitalen Welt mit Internet und Smartphone aufgewachsen. „Diese junge Zielgruppe müssen Unternehmer dort abholen, wo sie zu Hause sind – in den sozialen Medien“, sagte Ben Said. Die klassische Ansprache funktioniere bei dieser Generation nicht mehr. Und das gelte auch für die Angebote, die Arbeitgeber bislang ihren Bewerbern üblicherweise gemacht hätten: Geld, Karriere, Firmenwagen – all das sei für die Millennials nicht mehr entscheidend. „Die junge Generation ist mit Car Sharing mobil“, so die Kommunikationsexpertin. Im Fokus stünde vielmehr die eigene Selbstverwirklichung, die nicht mehr nur in der Arbeit, sondern vor allem in der Freizeit und in sozialen Kontakten gesucht werde. 

Oder kurz ausgedrückt: Im Wettbewerb um die klügsten Köpfe müssen Unternehmen – wie bei den eigenen Kunden – die Bedürfnisse der Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen und drum herum ihre Angebote zusammenstellen. Einfach weitermachen wie bislang funktioniert nicht mehr.