Corona und Mülheimer Stadtfinanzen

In einem großen WAZ-Interview fordert Mülheims Stadtkämmerer Frank Mendack Hilfe von Land und Bund, denn die Finanznot ufere aus.

Laut der Funken-Mediengruppe rechnet Frank Mendack allein für dieses Jahr mit 67,1 Millionen Euro Krisen-Verschlechterung im Haushalt  Trotz Hilfen von Bund (mehr Geld für die Kosten der Unterkunft, Gewerbesteuer-Ausgleich) und Land (Sonderhilfen Stärkungspakt) sei mit einem Minus von zehn bis fast 25 Millionen Euro zu kalkulieren, sagt Mendack im WAZ-Interview. Für 2021 sind noch gar keine Hilfen in Aussicht. „Das wird bislang komplett ausgeblendet, als wenn die Firmen 2021 schon wieder auf dem Stand vor Corona wären“, rechnet der Stadtkämmerer mit fortlaufend kräftigen Steuerausfällen. Allein am Ende dieses Jahres fehlen wohl bis zu 35 Millionen Euro Gewerbesteuer in der Stadtkasse.

Angst vor steigenden Zinsen

Mülheim ist bereits mit rund 2,1 Milliarden Euro überschuldet. Frank Mendack befürchtet eine fatale Auswirkung von steigenden Zinsen. Stiegen die Zinsen nur um einen Prozentpunkt, dann würde nicht mal die strukturelle Verbesserung ausreichen, die der Bund für die Kosten der Unterkunft beschlossen hat, um den Zinsaufwand zu decken, so Mendacks Rechnung.