BMR-Projekt "Ressourceneffizientes Gewerbegebiet"

M & B und ihre Projektpartner zeigen sich sehr zufrieden. Erfahrungen aus Heißen sollen zukünftig auf andere Gebiete übertragen werden.

Das im Juli 2018 gestartete und durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanzierte Gemeinschaftsprojekt „Ressourceneffizientes Gewerbegebiet“ ist in Heißen-Ost nun nach 12 Monaten Laufzeit erfolgreich beendet worden. Das Projektziel war es, auf das Gewerbegebiet zugeschnittene wirtschaftlich tragfähige Konzepte aufzuzeigen, die Heißen-Ost mittelfristig in einen nachhaltigeren, zukunftsfähigen Gewerbestandort verwandeln.

Ein überraschendes Teilergebnis: Im 36 Hektar großen Mülheimer Gewerbegebiet könnten laut Abschlussbericht durch eine breite und konsequente Dach- und Fassadenbegrünung jährlich rund 73.000 kg CO2 und 39.100m³ Regenwasserabfluss eingespart bzw. gebunden werden. Ein weiteres Resultat sind hohe Fördermittel für eine ansässige Firma für den Bau eines Regenüberlaufbeckens (RÜB) durch die Emschergenossenschaft.  

Heißen-Ost war eines von zehn im Ruhrgebiet angesiedelten Gewerbegebieten, die am Projekt der Business Metropole Ruhr GmbH teilnahmen. Mülheimer Projektpartner waren das Fraunhofer Umsicht, die Stadt Mülheim, medl GmbH und Mülheim & Business. Bei der Stadt Mülheim war die Stabsstelle „Klimaschutz und Klimaanpassung“ involviert. Heißen-Ost mit seinen rund 130 Unternehmen und über 1000 Mitarbeitern wurde wegen seines hohen Anteils an produzierendem Gewerbe und einem intensiven Energieverbrauch ausgewählt, da man hier große Potenziale sah, die Ressourceneffizienz zu erhöhen. Gebietsmanager Dr. Boris Dresen vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT zeigt sich sehr zufrieden mit dem Verlauf und den ersten Ergebnissen: „Die Erfahrungen aus allen zehn Gebieten haben gezeigt, dass die Gewerbegebiete doch sehr individuell zu betrachten sind. Hier in Mülheim haben wir sehr gute Voraussetzungen gefunden und zwar durch das gute Netzwerk von Mülheim & Business und der medl GmbH zu Unternehmen wie z.B. zu Weerulin. Das Interesse und Potenzial der Unternehmen konnte gut genutzt werden und sollte dauerhaft gefördert werden.“

Die vorab konzipierten Hauptziele waren die Ressourceneinsparung bei Unternehmen in den Bereichen Energie, Abfall, Wasser und Fläche sowie die Anbindung und Mobilität des Standorts, der direkt am Radschnellweg Ruhr liegt, zu verbessern. Mithilfe der Gebietsanalyse, Kontaktaufnahme und -pflege hat sich in den vergangen zwölf Monaten ein Unternehmensstamm von rund 10 Firmen gebildet, die am Projekt mitgearbeitet haben.
Dr. Richard Fechner, Geschäftsführer von Weerulin, einem von zwei ausgewählten Schlüsselunternehmen, ist von der Nachhaltigkeit des Projekts überzeugt: „Es war eine Initialzündung. Da sind ein paar gute Ideen und Konzepte herausgekommen, die noch auf ihre Umsetzung warten, aber da sind wir auf einem guten Weg. Ich habe das Gefühl, dass ohne diese Klammer des vom Fraunhofer Institut begleiteten Projekts das so nicht entstanden wäre, und deshalb kann ich insgesamt nur ein positives Fazit ziehen.“

Jan Trimborn, Projektleiter bei Mülheim & Business, möchte die Erfahrungen und die gewonnene Expertise des Projektes auch in Zukunft nutzen: „Insgesamt wurde das Projekt sehr gut angenommen, so dass wir von unserer Seite sagen können, dass wir es gerne fortführen, am liebsten mit unseren bestehenden Projektpartnern. Zurzeit überlegen wir, gemeinsam mit der Stadt im kommenden Jahr wieder eine Fläche auszuweisen, dann vermutlich im Rhein-Ruhr-Hafen – allerdings nicht im gesamten Hafen, denn der ist Mülheims größtes Gewerbegebiet mit 220 Hektar, sondern auf einer mit Heißen-Ost vergleichbaren Gewerbefläche. Ansonsten wollen wir die hervorgebrachten Erkenntnisse in Heißen-Ost nutzen und die Mobilitätspartnerschaft in der MEO-Region unterstützen.“

Das Gewerbegebiet »Heißen-Ost« wurde 1973 eingeweiht und liegt im östlichen Mülheimer Stadtgebiet. Insgesamt umfasst das Gebiet rund 36 ha. Das Gewerbegebiet liegt darüber hinaus unmittelbar am Radschnellweg Ruhr, der nach seiner Fertigstellung von Duisburg über Essen und Dortmund bis nach Hamm reichen soll. Im Gebiet sind 130 Unternehmen ansässig. Etwa ein Drittel der Unternehmen ist im produzierenden Gewerbe tätig.


Kontakt bei der Mülheim & Business GmbH:
Jan Trimborn
Unternehmensservice, Standort- und Infrastruktur-Entwicklung
Telefon: (0208) 48 48 43
E-Mail: j.trimborn(at)muelheim-business.de

Kontakt bei der Business Metropole Ruhr GmbH:
Monika Maria Hiß
Projektmanagerin | Flächenentwicklung
Telefon: (0)201 632 488 41
E-Mail: hiss(at)business.ruhr