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NO2-Grenzwerte in NRW und Mülheim an der Ruhr

Die Messstationen in Mülheim verzeichnen deutlich weniger Schadstoffbelastungen durch den Verkehr.

In 2020 wurden alle Grenzwerte eingehalten. Minutengenaues Messgerät wird an der Aktienstraße aufgestellt.

Im Bericht zur Luftqualität 2020 des Landesamtes für Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) wurde kürzlich veröffentlicht, dass alle 124 Probenahmestellen in NRW erstmals die Grenzwerte für den Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid (NO2) einhalten. Die Vermutung liegt nahe, dass die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie positive Auswirkungen auf die Luftqualität hatten.

In einem kürzlich erschienenen Fachbeitrag des LANUV, „Auswirkung der Covid-19-Schutzmaßnahmen auf die Luftschadstoffkonzentration“, wird allerdings erläutert, dass lediglich in der Kernphase des ersten Lockdowns (April 2020) eine deutliche Reduktion des Straßenverkehrs und somit der Immissionsbelastung durch Luftschadstoffe erfolgte. Der innerstädtische Straßenverkehr nahm zu dieser Zeit in NRW um 42 % ab, auf den Autobahnen um bis zu 54 %. Ende Mai 2020 erreichten jedoch sowohl die Verkehrszahlen als auch die Luftschadstoffbelastung wieder einen Normalzustand.

Eine vergleichbare Reduktion des Straßenverkehrs konnte während des zweiten Lockdowns im November und Dezember 2020 nicht erreicht werden. Der Effekt auf den Jahresmittelwert der Luftschadstoffbelastung ist aufgrund der kurzweiligen Phasen mit starken Verkehrsreduktionen allerdings von geringer Bedeutung.

Die Einhaltung der NO2-Grenzwerte im Jahr 2020 und der sinkende Trend der letzten Jahre wird durch das LANUV vorrangig durch die Flottenerneuerung und Verbesserung an Fahrzeugen, auf die Wirkungen von Maßnahmen der Luftreinhalteplanung, sowie auf günstige Wetterbedingungen zurückgeführt.

„Auch in Mülheim an der Ruhr folgten die Messstationen 2020 dem landesweit sinkenden Trend“, so Johanna Neumann, Fachfrau für Luftreinhaltung im Amt für Umweltschutz. „Die Hintergrundmessstation in Styrum erreichte einen Jahresmittelwert von 18 µg/m³, an der Aktienstraße wird der NO2-Grenzwert mit 33 µg/m³ das zweite Jahr in Folge eingehalten (2019: 37 µg/m³). Anfang des Jahres 2021 wurde der Passivsammler an der Kölner Straße wegen der langjährigen Einhaltung des Grenzwertes durch das LANUV abgebaut. Aktuell lag der Jahresmittelwert bei 24 µg/m³.“