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Nachrichten vom Wirtschaftsstandort Mülheim an der Ruhr

Ohne zielgerichtete Kommunikationsmaßnahmen würden viele erfolgreiche Entwicklungen am Wirtschafts-, Wohn- und Wissenschaftsstandort Mülheim an der Ruhr gar nicht wahrgenommen. Deshalb gehört ein aktives Standortmarketing sowie eine kontinuierliche Berichterstattung über das Geschehen rund um den Wirtschaftsstandort, die Mülheimer Unternehmen sowie zukunftsweisende Projekte und Entwicklungen zu unseren Kernaufgaben.

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Interview mit Jörn Gedig von "4330 Mülheim"

M & B sprach zur Halbzeit des gemeinsamen Projektes von Stadt, IHK MEO und der Wirtschaftsförderung mit dem 47-Jährigen über Einsichten und Aussichten.

Seit gut sechs Wochen betreibt der Gründer Jörn Gedig mit „4330 Mülheim“ einen Pop Up Shop in der Wertstadt. Dort vertreibt er vor Ort noch bis Anfang Mai bedruckte und unbedruckte Textilien und textile Accessoires mit einem lokalpatriotischen Mülheimer „Touch“. Darüber hinaus nutzt er die Ladenfläche als Showroom für Werbetextilkunden aus dem B-to-B-Bereich. Angesprochen werden also neben dem Mülheimer Endkunden auch Unternehmen, Vereine und sonstige Großkunden mit textilen Bedarfen. M & B sprach zur Halbzeit des gemeinsamen Projektes von Stadt, IHK MEO und der Wirtschaftsförderung mit dem 47-Jährigen über Einsichten und Aussichten.

M & B: Wie sieht es nach sechs Wochen aus?
Jörn Gedig: Wir haben wirklich einen fulminanten Start hingelegt. Die Starthilfe seitens der Stadt, der Wirtschaftsförderung und der IHK MEO gab uns einen enormen Rückenwind und entsprechend voll war es auch an den ersten Tagen. Aber es gibt natürlich auch schwache Tage, an denen zehn Personen vorbeischauen und nur zwei T-Shirt verkauft werden.

M & B: Gibt es schon Pläne für die Zeit nach dem Pop-Up-Shop?
Jörn Gedig: Ja, wir wollen uns alle Optionen offenhalten. Viele Kunden kaufen unsere 4330 T-Shirts und fragen bereits, wie es denn nach den 90 Tagen im Einzelhandelslabor im Mai weiter geht. Wir sind davon überzeugt, dass wir in den nächsten Wochen die Grundlagen schaffen können, ein Ladenlokal ohne die Hilfe der Wirtschaftsförderung bespielen zu können. Wir sind dabei, uns verschiedene Mietobjekte zusammen mit der Citymanagerin Gesa Delija gründlich anzusehen.

M & B: Was ist Ihr Ansatz für schlechte Verkaufstage?
Jörn Gedig: Wir brauchen natürlich kontinuierliche Einnahmen. Wir verkaufen also nicht nur unsere 4330 Mülheim-Artikel, sondern auch befreundete Fremdlabels wie Bergmannsampel, PottPeople oder Farbtier. Mit der Duisburger Bergmannsampel haben wir eine tolle Kooperation, denn wir produzieren für das Merchandising alle Textilien und Schirme. Das wollen wir mit anderen lokalen Unternehmen noch weiter ausbauen. Was auch gerade gut anläuft, ist die individuelle Gestaltung von T-Shirt für Privatpersonen, aber auch Vereinen etc.

M & B: Es gibt wohl Überlegungen einen Showroom zu eröffnen.
Jörn Gedig: Stimmt, diese Idee nimmt immer mehr Gestalt an. Diese Überlegung ist Bestandteil eines Businessplans, denn ich versuche, so viele fixe Einnahmen wie möglich zu haben. Ich habe nämlich festgestellt, dass viele meiner Lieferanten und Marken, die ich im Programm führen möchte, hier in Deutschland sehr schlecht aufgestellt sind, was Präsentationsflächen, Schauräume oder Repräsentanten angeht.  Und da ich diese Branch kenne, biete ich jetzt die Möglichkeit an, in meinem zukünftigen Ladenlokal verschieden große Präsentationsflächen monatlich zu mieten.

M & B: Sie arbeiten aber auch an einem Angebot, das sich gezielt an Unternehmen richtet, die Funktionskleidung und andere Textilien benötigen.
Jörn Gedig: Im Bereich ‚Cooperate Fashion‘ wollen wir die Einkäufer von Mülheimer Firmen intensiv beraten. D.h. wir geben Schulungen an und zwar zu den Themen Qualität und Nachhaltigkeit. Ich erkläre, welche Veredelungstechniken für welche Bereiche sinnvoll oder notwendig sind. Ich berate auch, wie die Beschaffung funktionieren kann, denn bei Mitarbeiterausstattung ist eine große Lagerhaltung nicht mehr zeitgemäß und zu teurer. Es gibt mittlerweile Shop-Systeme, mit denen man On-Demand-Artikel für einzelne Mitarbeiter innerhalb von wenigen Tagen produzieren kann. Ich berate und betreue mit und für das Unternehmen ganze Projekte.

M & B: Ab Juli beabsichtigen Sie auch bundesweit Online-Kurse anzubieten.
Jörn Gedig: Ja, da sind wir dran. Wir möchten von Mülheim aus über ein Online-Trainingskonzept kleine und mittelständische Werbetextildruckereien und -Strickereien im deutschsprachigen Raum dahingehend beraten, wie sie sich in den nächsten fünf Jahre professionell aufstellen können. Ich kenne rund 5000 Firmen, von denen wohl gut die Hälfte einen Beratungsbedarf hat. Wir entwickeln ein ganzheitliches Schulungsprogramm, das in verschiedene Module (Führung, Einkauf, Marketing, Vertrieb, Prozessoptimierung, Geschäftsfelderweiterung, Online-Handel) eingeteilt ist. Diese Expertise geben wir durch Webinare und E-Learning-Seminare weiter.

Zur Person:
Jörn Gedig hat in einer Duisburger Werbeagentur eine Ausbildung zum Mediengestalter gemacht. Nach der Lehre ist er zu Sony Music in Berlin und dort war er unter anderem für den Bereich Merchandising zuständig. Danach ging er nach Köln zu einer Textildruckerei, um später eine eigene Textildruckerei in Mülheim zu betreiben. Zuletzt war er beim großen, europäischen Werbeartikelimporteur PF Concept in der Textilsparte tätig. Seit dem 1. Februar betreibt er am Kohlenkamp 34 den Pop-Up Shop "4330 Mülheim".