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HRW Studierende und Mülheimer Unternehmen arbeiten zusammen

HRW Studierende der Studiengänge Maschinenbau und Technisches Produktionsmanagement lösen eine Aufgabe für das Mülheimer Unternehmen August Penkert GmbH.


Studierendenprojekte ermöglichen Unternehmen und Organisationen die Bearbeitung von komplexen Problemstellungen ohne größeren finanziellen Aufwand. Jüngstes Beispiel: HRW Studierende der Studiengänge Maschinenbau und Technisches Produktionsmanagement lösen eine Aufgabe für das Mülheimer Unternehmen August Penkert GmbH.

Das Unternehmen August Penkert GmbH zählt zu den führenden Herstellern von hochwertigen Arbeitsschutzprodukten in Deutschland. Neben der Fertigung von Körperschutzartikeln bietet das Unternehmen Schutzummantelungen für bewegliche Maschinenteile mit dem Schwerpunkt auf Faltenbälge und Verladeschläuche. Bisher wurde ein Faltenbalg gewickelt, genäht oder geklebt. Dank modernster Technik im Maschinenbau-Labor der Hochschule Ruhr West eröffnen sich weitere, kreative Produktionsmöglichkeiten.

Jan Melchior (Bachelorstudent Maschinenbau), Daniel Heiderich und Jan Kissmann (Masterstudenten) beschäftigten sich mit zwei neuen Fertigungsverfahren für bewegliche Schutzelemente nach den Vorgaben des Unternehmens. Mit Rat und Tat zur Seite stand während der Forschungsarbeit Prof. Dr. Joachim Friedhoff, Leiter des Instituts Maschinenbau.

Ende Mai präsentierten sie Unternehmensvertretern im Labor die Ergebnisse ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Sie stellten Martin Eberhard, Technischer Leiter der August Penkert GmbH, zwei neue Verfahren vor: Zunächst stellte Daniel Heiderich Schutzelemente vor, die direkt im 3D Drucker hergestellt wurden. Bis es zu einem optimalen Ergebnis kam, wurden verschiedenste Materialien ausprobiert.

Erst der Umbau des 3D Druckers brachte in Kombination mit einem speziellen Material den gewünschten Erfolg. Immer im Blick hielt Heiderich die Produktionskosten. Getestet hatte er die Schutzelemente in einem selbstentwickelten Prüfstand; sie hielten einem sehr hohen Prüfzyklus stand.

Mit einem zweiten Verfahren beschäftigten sich Jan Kissmann und Jan Melchior. Das Material für ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit erhielten sie vom Unternehmen Penkert. Das Formwerkzeug für ihre Herstellung ihrer Schutzelemente jedoch haben die Studenten selbstständig im CAD-System entworfen und konstruiert. Am Ende hatten sie ein, wie sie selbst berichten „kreatives, aber simples Formwerkzeug hergestellt.“ Kissmanns und Melchiors nächste große Herausforderung war das gleichmäßige Erhitzen und Formen des Materials. Auch ihre Produkte testeten sie am selbstentwickelten Prüfstand.

Ihr Fazit: „Beide Verfahren eignen sich hervorragend um Schutzelemente in unterschiedlicher Stückzahl und Größe herzustellen.“ Nach der Präsentation zeigten sich die Unternehmensvertreter beeindruckt. „Das spart dem Unternehmen doch einige Stunden Forschungsarbeit. Die Qualitätsansprüche unserer Kunden, ob bei kleinsten Produktionsmengen oder sehr hohen Stückzahlen, sind gestiegen. Diese beiden entwickelten Verfahren lassen uns wettbewerbsfähig bleiben und verschafft uns sogar Vorteile, z. B. bei Lieferzeiten. Der Freiraum, uns im Produktionsalltag mit neuen Technologien und innovativen Verfahren zu beschäftigten, fehlt uns leider“, erläutert Martin Eberhard. Das ist der Vorteil einer anwendungsorientierten Hochschule. 

Die Ergebnisse werden nun an das Unternehmen als Auftraggeber übergeben. Die August Penkert GmbH hat bei geringem Aufwand und Risiko Lösungen erhalten, die auf neustem Wissen basieren, überraschend kreativ sind und somit sie langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf dem Weltmarkt sicherstellt.