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Einzelhandelslabor/Pop-Up-Shop zieht positive Bilanz

Drei von vier Teilnehmern eröffnen nach Projektteilnahme eigenes Geschäft.

Vier Teilnehmer, nämlich „4330 Mülheim“, „hagebaumarkt Mülheim City“, „GOOD LIFE“ und „Dominik Schreyer/Diakoniewerk Arbeit & Kultur“, konnten vom Februar bis November die Wertstadt als Experimentierfläche für Mülheimer Einzelhändler und Gründer für jeweils 90 Tage nutzen. Nach gut 280 Tagen geht das Projekt Pop-Up-Shop/Einzelhandelslabor nun zu Ende. Die Bilanz lässt sich sehen, denn drei von vier Teilnehmern haben mittlerweile ein eigenes Geschäft in der unmittelbaren Nachbarschaft des Pop-Up-Shops eröffnet oder stehen kurz davor.

M&B-Citymanagerin Gesa Delija freut sich, dass das Einzelhandelslabor derart gut funktioniert hat. „Ich freue mich nicht nur, dass die Teilnehmer in der Innenstadt Fuß fassen konnten, sondern durch ihre direkte Nachbarschaft das Mikroquartier Kohlenkamp/Löhberg/Wallstraße beleben werden, denn das war auch ein Projektziel.“ 

So hat der erste Teilnehmer Jörn Gedig („4330 Mülheim“) Anfang August auf der Wallstraße 10 - 12 auch als Erster einen Laden für Textilien und textile Accessoires mit einem lokalpatriotischen Mülheimer „Touch“ gegründet und beschäftigt mittlerweile zwei Mitarbeiter. „Ich hatte schon lange mit dem Gedanken gespielt, mich selbständig zu machen, mir fehlte aber die Initialzündung, um es auch anzugehen“, schildert der 48-jährige. „Nachdem ich Mitte Januar von der Jury ausgewählt worden war, wusste ich, dass ich diesem Ziel ein großes Stück nähergekommen war, und bereits zur Halbzeit der drei Monate war mir klar, dass ich weitermachen würde.“ 

 „Click ´n Reserve“-Angebot startet voraussichtlich 2020 
Die Familie Buhren nutzte das Projekt, um von Mai bis August 90 Tage mit dem „hagebaumarkt Mülheim City“ ein Baumarkt-Stadtquartierkonzept im Einzelhandelslabor/Pop-Up-Shop in der Mülheimer Innenstadt zu erproben. Dieses wollte bewusst weg vom ursprünglichen Baumarktimage der riesigen Verkaufsflächen. Zwar resultierte aus der Projektteilnahme keine Ladeneröffnung in der Mülheimer City, aber man konnte in der Zeit eine neue Serviceidee entwickeln und prototypisch testen. „Dank der dreimonatigen Pop-Up-Shop-Phase konnten wir die Idee eines „Click ´n Reserve“-Systems entwickeln und verfeinern,“ so Timo Buhren. „Dieses kommt wohl noch in diesem Jahr in unseren Filialen zum Einsatz. Angedacht ist auch, dass wir „Click ´n Reserve“ in Zusammenarbeit mit der W. A. Tepel GmbH am Löhberg unseren innerstädtischen Kunden ab 2020 dauerhaft anbieten. Das heißt der Kunde kann die Ware ordern und sich diese in die Stadt liefern lassen.“

Als letzter Teilnehmer „bespielt“ Julian Schick („GOOD LIFE“) seit August die rund 50 Quadratmeter große Ladenfläche im Löhberg 35/Kohlenkamp 34 mit einem Concept Store. Auch er ist vom Projekt sehr begeistert: „Ich bin rundum zufrieden. So ist die Frequenz deutlich höher als am Dickswall und es ist kein Vergleich, was nun hier in der Innenstadt passiert. Vor allem ist der Zuspruch der Kunden da, die sagen: ‚Wow, hier entwickelt sich ja etwas!‘ und der Quartiergedanke, den wir zu propagieren versucht haben, leuchtet den Kunden ein.“  Auch Julian Schick wird weiter machen. Er verhandelt zurzeit mit dem neuen Eigentümer und will auch nach dem 9. November mit „GOOD LIFE“ in der ehemaligen Wertstadt bleiben.

Ab Dezember: Urban Mining – Nachhaltige Möbel und Einzelstücke am Kohlenkamp 45
Alle drei Teilnehmer des Einzelhandelslabors wurden während der neunmonatigen Projektphase von Dominik Schreyer vom Diakoniewerk mit retroschicken bis upgecycelten Vintage-Möbeln und Dekorationswaren ausgestattet. Auch er macht weiter und eröffnet gegenüber von „GOOD LIFE“ Anfang Dezember Urban Mining – Nachhaltige Möbel und Einzelstücke. „Die Teilnahme hat unsere Erwartung übertroffen. Ein Erfolgsgrund war sicherlich auch die Lage im Mikroquartier im Umkreis der zwei Perfetto-Lokale. Für unsere vierte Außenstelle nutzen wir die Möglichkeiten des neuen Teilhabechancengesetzes und schaffen drei zusätzliche Stellen und somit Perspektiven für Menschen. Deshalb freuen wir umso mehr, dass unsere einzigartigen und handgemachten Möbel so gut ankommen“, so Dominik Schreyer.

Leerstandsquote geht leicht zurück
Citymanagerin Gesa Delija stellt fest, dass sich die Leerstandsquote in der gesamten Innenstadt seit Februar etwas verringert habe. In Zahlen: „Sie ist von 11,4 auf 10,6 Prozent gesunken. Obwohl durch das Stadtquartier Schloßstraße erhebliche Gewerbeflächen dazu gekommen sind. “

Stadt und Wirtschaftsförderung denken über Fortsetzung in 2020 nach
Das Einzelhandelslabor/Pop-Up-Shop hat nicht nur erfolgreich einige innerstädtische Leerstände angepackt, sondern auch gemeinsam mit den Teilnehmern dazu beigetragen, ein attraktives, innerstädtisches Mikroquartier rund um den Kohlenkamp/Löhberg/Wallstraße entstehen zu lassen. Da liegt es nahe, das Projekt auch zukünftig fortzuführen. Stadt und Wirtschaftsförderungen arbeiten zurzeit an einem Nachfolgemodell. „Wir denken gerade über ein dezentrales Modell nach“, so M&B-Citymanagerin Gesa Delija. „Das Gute an unserem Modell war das vorgeschaltete Bewerbungsverfahren! Mit unseren Erfahrungen können wir jetzt bei den Eigentümern anklopfen und sagen: ‚Wir suchen für euch die geeigneten Kandidaten aus, und die dürfen bei euch ein paar Monate ihr Konzept testen. Danach könnt ihr über eine dauerhafte Anmietung verhandeln.‘ Dieses ist natürlich nicht an einen zentralen Ort gebunden.“

Sieben Bewerber für drei Pop-Up-Shop-Phasen
Ausgewählt wurden die drei Teilnehmer Anfang des Jahres aus sieben Bewerberkonzepten in einer Jurysitzung von Stadt, Wirtschaftsförderung und IHK. Außer Gastronomie- und reinen Dienstleistungskonzepten, die strikt ausgenommen waren, war unter den eingehenden Bewerbungen fast alles dabei: von Brautmodenideen bis zur nachhaltigen Naturkosmetik. Das Projekt wird gemeinsam von der Stadt und der Wirtschaftsförderung getragen. Die Industrie- und Handelskammer für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen (IHK) unterstützt das Projekt ebenfalls.


Projektinformation: Gesa Delija | g.delija(at)muelheim-business.de | Mobil: 0174 – 15 14 702