Aktuelles aus dem Bereich Fachkräftesicherung

Fachkräfte-Lücke bei den MINT-Berufen klafft wieder auf

Unternehmerverband zum aktuellen MINT-Report des IW, Instituts der deutschen Wirtschaft: „Es hapert am Matching“

Ingenieure und Techniker dringend gesucht: Der aktuelle MINT-Report des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt auf, dass die Fachkräfte-Lücke bei den technischen Berufen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – kurz: MINT – wieder deutlich wächst. Demnach hatten die Unternehmen im April insgesamt 360.000 Stellen in diesen Berufsfeldern zu besetzen. Ihnen standen dort insgesamt 228.000 Arbeitssuchende gegenüber, die gerne einem MINT-Erwerbsberuf nachgehen würden. 

„Aufgrund konjunktureller, struktureller und pandemiebedingter Entwicklungen steuert die Fachkräfte-Lücke im MINT-Bereich auf einen neuen Höchststand zu“, bedauert Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Das sei gerade jetzt fatal, denn: „Die fortschreitende Digitalisierung – für die die Corona-Pandemie noch einmal eine Triebfeder war – und neu gesteckte Klimaziele lassen den Fachkräftebedarf im MINT-Bereich steigen.“ Die Zahlen spiegelten aber auch wider, dass es freie Stellen und Bewerber gebe. „Es hapert am Matching“, so Schmitz. Die Politik sei nun abermals gefragt, unmittelbar und entschlossen zu handeln. Wie – dafür macht der Arbeitgeberverband einige Vorschläge. Kompletter Präsenzunterricht an den Schulen, wie ihn die nun sinkenden Inzidenz-Zahlen ermöglichen, eröffne beispielsweise die Möglichkeit, die Angebote der Berufsorientierung wieder verstärkt voranzutreiben: „Wir müssen die Berufsorientierung und die MINT-Bildung an den Schulen systematisch ausbauen, die Lehrerausbildung ändern und die Berufsschulen stärken, sonst wird die Fachkräftelücke zum Nadelöhr des digitalen Wandels“, warnt Schmitz. Wenn die Corona-Pandemie beherrschbar sei und alles wieder anlaufe, müssten spätestens passende Konzepte vorliegen. 

Die Kernforderung des Unternehmerverbandes lautet schon seit langem: „Wir müssen die duale Ausbildung stärken. Deshalb muss auch in die Modernisierung und bessere technische Ausstattung der Berufsschulen investiert werden.“ Schmitz schlägt außerdem vor, die Ausbilder in den Betrieben digital weiterzubilden oder kleinere Betriebe zu unterstützen, damit diese die Ausbildungseignung erhalten. Um für MINT-Berufe zu begeistern, müsse darüber hinaus schon sehr früh in den Schulen angesetzt werden. Der Unternehmerverband ist hier aktiv und unterbreitet Lehrern und Schülern konkrete Angebote, Ausbildungsberufe in den Betrieben zu erkunden, damit entsprechende Perspektiven Eingang in den Unterricht finden können. Zurzeit finden die Angebote digital und hybrid statt, beispielsweise mit der Aktion „Meine berufliche Zukunft in…“, bei der Ausbildungsbetriebe Schülern Info-Videos zur Verfügung stellen und Fragen beantworten. 

Schmitz: „Ein erster Schritt muss es nun sein, in den Schulen die digitale Ausstattung sowie die Vermittlung technischer Kompetenzen zu verbessern, damit Jugendliche leichter den Weg in technische Berufe finden. Allen negativen Aspekten zum Trotz hat die Pandemie diesen wichtigen Schritt beschleunigt.“