4. August 2017. Auch in diesem Sommer trafen sich wieder mehr als 20 Unternehmerinnen und Unternehmer zu ihrer mittlerweile schon traditionellen “Kunstpause”. Auf Einladung von Mülheim & Business und des Mülheimer Unternehmerverbands besuchten sie am 3. August die Emil Nolde Ausstellung der Stiftung Sammlung Ziegler im Kunstmuseum Alte Post. Geführt von Museumsleiterin Dr. Beate Reese erlebten sie einen inspirierenden Einblick in die verschiedenen Schaffensperioden und Malstile Emil Noldes, der als einer der zentralen Vertreter des Expressionismus in der Kunst des 20. Jahrhundert gilt.

“Der 150. Geburtstag Emil Noldes wird in diesem Jahr vor allen Dingen im Norden groß gefeiert. Wir in Mülheim tun das mit unserer Nolde-Ausstellung aber auch – und das ausschließlich mit Werken, die im Bestand der Sammlung Ziegler oder im städtischem Besitz sind,” erklärte Dr. Reese zu Beginn ihrer Führung nicht ohne Stolz. Über 40 Exponate, darunter Blumenbilder, Landschaften, Stilleben sowie Kinder- und Figurenbilder, umfasst die Ausstellung, durch die Dr. Reese ihre Kunstpausen-Gäste an diesem Tag führte.

Dabei rückte sie fast schon nebenbei viele (Vor-)Urteile ihrer Gäste über die Bandbreite des künstlerischen Schaffens Noldes gerade. Emil Nolde gelte zwar als großer Aquarellist in der Kunst des 20. Jahrhunderts und sei vor allem durch seine Blumenbilder einem größerem Publikum bekannt geworden, die Bandbreite seines künstlerischen Schaffens sei aber viel größer, betonte die Kunsthistorikerin. Ein Beleg dafür sind auch die Exponate, die derzeit in Mülheim zu sehen sind. Die Gäste zeigten sich sehr beeindruckt von der Vielfalt der Mülheimer Sammlung. “Für uns ist die Kunstpause in jedem Jahr ein schöne Gelegenheit, einmal aus dem Arbeitsalltag auszutreten und uns ganz anderen Welten zu öffnen. Und das haben wir auch heute wieder erleben können”, bedankte M&B Geschäftsführer Jürgen Schnitzmeier anschließend bei Dr. Reese. „Mülheim an der Ruhr ist ein starker Wirtschafts- und gleichzeitig ein bedeutender Kunststandort. Es ist gut für die Stadt, wenn beide Bereiche voneinander profitieren und sich austauschen“, ergänzte Kerstin Einert-Pieper, Geschäftsführerin des Mülheimer Unternehmerverbandes.

Als eines der wichtigsten Gemälde der Ausstellung gilt das “Wasserrosen Stilleben” von 1922. Dieses habe die Stadt Mülheim 1927 anlässlich des 60. Geburtstags Emil Noldes für die damals noch eher bescheidene Sammlung zeitgenössischer Kunst in Mülheim erworben, berichtete Dr. Reese. Das Bild blieb bis 1937 im Eigentum der Stadt. Dann wurde es als sog. “entartete Kunst” beschlagnahmt und verschwand für viele Jahre. In den 60er Jahren tauchte es wieder auf und die Stadt entschied sich, das Bild erneut zu erwerben. “Ein schönes Beispiel für die Geschichte des Mülheimer Museums, seiner Sammlung und den Einsatz für die Kunst seitens der Stadt Mülheim”, fanden nicht nur die Museums-Leiterin sondern auch ihre Gäste.