Ruhrbania – Stadt an den Fluss

2003 startete „Ruhrbania“ als strategisches Stadtentwicklungsprojekt mit der Einladung von Stadt, Wirtschaftsförderung und der MST zu einer öffentlichen Diskussion über die drängendsten Probleme Mülheims mögliche Maßnahmen zu deren Lösung. Schnell entwickelte sich die Idee, mehrere im Stadtgebiet verteilte Entwicklungsstandorte rechts und links der Ruhr zu einem Projekt zusammenzuführen und die Innenstadt bis an die Ruhr zu bauen. Das dezentrale Stadtentwicklungsprojekt Ruhrbania war geboren und mit der Ruhrpromenade als Kernprojekt gefunden. Schon im Juli 2003 wurde dazu ein Grundsatzbeschluss im Rat der Stadt gefasst. Zudem wurde der städtebauliche Architekturwettbewerb „Ruhrpromenade – Stadt ans Wasser“ gestartet. Der Siegerentwurf stammte vom Architekturbüro RKW – Rhode Kellermann Wawrowski.

Das Stadtentwicklungskonzept stand fortan unter dem Slogan „Ruhrbania – Stadt an den Fluss“. Neben der Promenade umfasste es über 20 Projekte, die folgenden Zielen dienen sollten:

  • Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen durch die Aktivierung von Investitions- und Gewerbeflächen
  • Revitalisierung der Innenstadt durch attraktiven Wohnraum und eine bessere Verkehrsführung
  • Ergänzung der „weichen Standortfaktoren“ mit neuen Kultur-, Freizeit- und Touristikangeboten

Die Gesamtkosten für die Gestaltung und Herrichtung des öffentlichen Raums am Ruhrufer und am Stadthafen betrugen 20 Mio. €, wovon 6,5 Mio. € durch die Städtebauförderung bezuschusst wurden. Rd. 10 Mio € sollten aus Grundstückserlösen erzielt werden. Bis heute hat Ruhrbania bereits private Folgeinvestitionenen mit einem Gesamtvolumen von rd. 150 Mio. € ausgelöst.


Kernprojekt: Die Ruhrbania Ruhrpromenade

Die Baufelder I und II

©Luftbild Blossey

Kernprojekt von Ruhrbania ist die Ruhrpromenade mitten in Mülheims Innenstadt.  Der Investor Kondor Wessels startete hier im September 2010 auf Baufeld I im direktem Anschluss an das Historische Rathaus mit einer Neubebauung. Im Januar 2014 folgte direkt daneben auf Baufeld II die Errichtung des sogenannten RUHRQUARTIERS durch den MWB Mülheimer Wohnungsbau. In beiden Gebäudekomplexen wurde ein attraktiver Mix aus Wohnen, Büro/Dienstleistungen und Gastronomie geschaffen, der zu neuen Bewohner- und Besucherströmen in das Stadtzentrum führte.

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©Foto Köhring

Seit etwa zwei Jahren kann nun jeder erleben, wie sich dieser erste Bereich der neuen Ruhrpromenade mit Leben füllt. Ein kleines Stück neues Mülheim – wirklich – an der Ruhr. Der Stadthafen bietet den Freizeitkapitänen von Rhein und Ruhr neue Anlegemöglichkeiten. Für die „Weiße Flotte“ und andere größere Flusskreuzfahrtschiffe steht nun ganzjährig ein sogenannter Steiger am Promenadenufer zur Anlandung zur Verfügung. Die Station heißt natürlich „Ruhrpromenade“ und ist barrierefrei erreichbar. Die Gastronomie wird gut angenommen und lädt zum Verweilen ein. Gelungen ist auch die Wiederherstellung des historischen Leinpfades direkt am Wasser. Auf dem Platz am Hafen finden zunehmend auch Veranstaltungen statt – eine einmalige Location mit grandioser, im Sommer nahezu mediterraner Atmosphäre.

©MWB

In beiden neuen Stadtquartieren überwiegt  die Wohnbebauung. Auf Baufeld I schuf Kondor Wessels 95 exklusive Miet- und Eigentumswohnungen und auf Baufeld II sind es 100 Wohneinheiten, die vom Mülheimer Wohnungsbau hier zur Miete oder zum Kauf angeboten wurden. Weitere 1.500 m² stehen auf Baufeld I für Büro- und Gastronomieflächen zur Verfügung. Das Angebot kam sehr gut an. Schon nach kurzer Zeit waren alle Wohnungen und Büroeinheiten belegt. Eine besondere Attraktion für das Mülheimer Stadtbild waren aber vor allem die wasserseitigen Gastronomieflächen unmittelbar am neuen Stadthafen und der Ruhrpromenade. Ähnliches gilt auch für das RuhrQuartier vom MWB, das auf Baufeld II enstanden ist. Hier wurden insgesamt 100 Miet- und Eigentumswohnungen in gehobener Ausstattung errichtet, die alle in kürzester Zeit vergeben waren. Hinzu kam ein Ärztehaus und 650 m² Gastronomie- und Gewerbeflächen. Einige wenige Flächen sind noch vakant.


Fortführung auf den Baufeldern III und IV

ruhrbania-baufeld-iii-iv-modellSchon in 2017 soll die Ruhrbania Ruhrpromenade weiterentwickelt und der Bereich zwischen der ehemaligen Eisenbahnbrücke, dem künftigen Radschnellweg Rheinische Bahn und der Konrad-Adenauer-Brücke überplant werden. Über 9.000 m² Entwicklungsfläche stehen hier für den bewährten Mix aus Wohnen, Gewerbe- und Gastronomieflächen zur Verfügung.

Die Vermarktung hat begonnen. Das geschätzte private Investitionsvolumen wird mit 50 bis 60 Mio. € geschätzt.


StadtQuartier Schloßstraße

Neues “Gelenk” zwischen Ruhrpromenade und Innenstadt

©AIP Architekten

Fünf Jahre lang stand das ehemalige Kaufhof-Warenhaus in bester Innenstadtlage leer und  blockierte damit ein innerstädtisches “Filetstück” mit hohem Entwicklungspotenzial. Das hat nun ein Ende. Im September 2016 wurde mit dem Abriss des monolithischen Gebäudekomplexes durch die Investorengemeinschaft Fortress Immobilien, Mülheimer Wohnungsbau und AIP Architekten begonnen. An seiner Statt soll in zwei Jahren ein modular aufgebautes “StadtQuartier Schloßstraße” mit einem Nutzungsmix aus Hotel, Wohnen, Handel, Gastronomie und Sport entstehen.

Wohnen, Einkaufen, Arbeiten und seine Freizeit genießen heißt das Rezept und das Produkt StadtQuartier Schloßstraße. Unter diesem Dach soll mitten in der Mülheimer City schon bald all das möglich sein. Allein der Vorgeschmack macht Appetit auf das Neue und wirkt schon jetzt belebend auf die Innenstadt. Man darf davon ausgehen, dass das neue StadtQuartier wichtige Impulse für die umliegenden Geschäfte und die Wohnqualität bringen wird. Erste Signale aus der Wirtschaft gibt es bereits.

©AIP

Und es hat sich innerhalb kürzester Zeit noch mehr getan. Zum Holiday Inn mit 140 Zimmern gesellt sich nun offiziell der bundesweite Fitnessbetreiber Fit X. Für den Bereich Betreutes Wohnen und das Pflegeheim sind die Verträge mit der Alloheim Senioren-Residenzen GmbH unter Dach und Fach. Des Weiteren errichtet Netto einen Supermarkt im StadtQuartier. Und mit einem Bioladen, der das vielseitige Angebot erweitern soll, steht man noch in Verhandlungen. Damit ist der Startschuss für eine attraktive neue Einkaufsmeile gefallen. Die Erdgeschosslage mit ca. 1.000 Quadratmetern ist für Gastronomie angedacht. Auch für die geplanten Büroflächen – besonders attraktiv durch den zentralen Standort mit Weitblick über die Stadt – signalisieren diverse Firmen bereits Interesse.

Läuft alles weiterhin nach Plan, wird die Mülheimer Schloßstraße Anfang 2019 um ein lebendiges Quartier reicher sein.

Die Broschüre “Ruhrbania Aktuell 10″ zum Download

Erreichbarkeitsplan während der Bauzeit zum Download


Integriertes Innenstadtentwicklungskonzept

20 Maßnahmen sind bis 2018 geplant

Seit Dezember 2014 gehört die Mülheimer Innenstadt zum Programmgebiet der Städtebauförderung für die Förderphase 2014 – 2018. Insgesamt sollen in diesem Zeitraum 28 Maßnahmen mit einem Gesamtkostenvolumen von rund 12,2 Mio. € umgesetzt werden. Die Finanzierung erfolgt zu 70 % aus Landesmitteln, die verbleibenden 30 % werden durch Eigenmittel der Stadt und des Regionalverbands Ruhr (RVR) getragen.

Das integrierte Innenstadtkonzept verfolgt mit seinem Innenstadtmanagement mehrere Handlungsfelder:

  • Die Weiterentwicklung und Aufwertung öffentlicher Räume (Plätze, Gehwegbereiche, usw.)
  • Stärkung der Nebenstraßen
  • Aktivierung der privaten Investoren in den innerstädtischen Immobilien
  • Auflage eines kommunalen Förderprogramms “Hof- und Fassadensanierung”
  • Leerstandsmanagement
  • Zwischennutzung von leerstehenden Ladenlokalen für künstlerische und kulturelle Zwecke

Die Broschüre “Projekte unserer Innenstadt” zum Download

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