29. November 2017. “Starke Gründungen und stabile Unternehmen”  Unter diesem Motto werden seit nunmehr 10 Jahren erfolgversprechende Gründungsideen von Frauen in der MEO-Region mit dem Unternehmerinnenbrief NRW (kurz U-Brief NRW) ausgezeichnet. “Das ist ein Grund zum Feiern”, fanden Mülheims Wirtschaftsförderer Jürgen Schnitzmeier und der Mülheimer Sparkassen-Vorstand Frank Werner. Gemeinsam luden sie am 28. November zu einem Festakt in die Räume der Sparkasse am Berliner Platz ein.

Die Gästeschar des Abends war bunt und vielfältig. U-Brief Koordinatorin in der MEO-Region, Dr. Uta Willim von der Mülheim & Business Wirtschaftsförderung hatte nicht nur die 34 U-Brief-Preisträgerinnen aus der vergangenen Dekade eingeladen, sondern ebenso die sieben Jury-Mitglieder und die U-Brief-Paten, die den U-Brief-Inhaberinnen teilweise über viele Jahre Weggefährten waren und sind. “Wir haben in den letzten 10 Jahren viel Unterstützung aus der Unternehmerschaft in der MEO-Region erfahren”, berichtete Dr. Uta Willim. “Ohne die intensive ehrenamtliche Begleitung der Preisträgerinnen durch Paten aus der Unternehmerschaft und das Engagement von Unternehmern wie Holger Gerstel und Markus Lacum in unserer Jury wäre die intensive Begleitung und Förderung der erfolgversprechenden Unternehmensgründungen von Frauen gar nicht möglich gewesen”, bedankte sich Dr. Willim bei den Unternehmensvertretern.

Moderiert von Improvisationsschauspielerin Anja Balzer ließen an diesem Abend − stellvertretend für alle ausgezeichneten Unternehmerinnen der letzten 10 Jahre − Petra Büse-Leringer von der Buchhandlung “Bücherträume” aus Mülheim, Architektin Claudia Grotegut aus Essen und Trauerbegleiterin Erika Schöning-Höpken aus Oberhausen ihre Erfahrungen als U-Brief-Bewerberinnen und spätere Preisträgerinnen Revue passieren. Wichtigstes Fazit der heute etablierten Unternehmerinnen: “Der U-Brief hat uns den Unternehmensaufbau deutlich erleichtert und uns Mut und Selbstvertrauen gegeben, auf dem richtigen unternehmerischen Weg zu sein.” Dass sie ihr Unternehmenskonzept und sich selbst als Unternehmerinnen-Persönlichkeit vor einer unabhängigen Jury präsentiert haben, habe sie angehalten, sich mit ihrem Gründungsvorhaben wiederholt auseinanderzusetzen und es kritisch zu hinterfragen. Das sei sehr hilfreich gewesen, betonten die drei. „Die öffentliche Wahrnehmung, die mit der Auszeichnung verbunden war, das Netzwerk, was sich uns als U-Brief-Ausgezeichnete eröffnete und die Möglichkeit, einen Unternehmenspaten als Sparring-Partner zur Seite zu haben, ist mit Geld nicht aufzuwiegen“, so die Preisträgerinnen. Und Petra-Büse-Leringer ergänzte augenzwinkert: „In die Bütt zu springen und verschiedene Menschen von sich und der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen, ist eine äußerst lehrreiche Erfahrung.“

U-Brief-Preisträgerinnen 2017 kommen aus Mülheim und Essen

Höhepunkt des Abends war die 16. U-Brief-Preisverleihung an weitere vier vielversprechende Gründerinnen in der MEO-Region. Geehrt wurden die beiden Mülheimer Gründerinnen Antje Bauer-Jacobs (Reitschule Jacobs) und Sandra von der Heiden (BBRK Bildungszentrum für Brandschutz und Gesundheitswesen) sowie die Essenerinnen Anna Proc (Wellness-Massagepraxis “Ruhe und Zeit”) und Ulrike Hanses (“Go-Business” Personalberatung).

Antje Bauer-Jacobs: Reitschule Jacobs in Mülheim-Saarn

Seit ihrem 6. Lebensjahr sitzt Antje Bauer-Jacobs fest im Pferdesattel. Wie viele Mädchen träumte sie lange davon, später auch beruflich mit Pferden zu arbeiten. Aber es kam (erst einmal) ganz anders. Sie studierte „Ost-asiatische Sprachen und Kulturen” und arbeitete anschließend längere Zeit in der Einkaufsabteilung eines international aufgestellten Unternehmens. Das änderte sich 2011, als Antje Bauer-Jacobs sich entschloss, ihren Beruf an den (Stall-)Nagel zu hängen und eine Ausbildung zur Pferdewirtin zu machen.

Den beruflichen Neustart hat sich bis heute nicht bereut. Im Gegenteil: Aus der Einkäuferin von einst ist eine Unternehmerin mit eigener Reitschule geworden. Ihr Markenzeichen: Die Reitschule Jacobs richtet sich ganz bewusst ausschließlich an erwachsene Pferdeinteressierte ab dem 30. Lebensjahr, egal ob Neu- und Wiedereinsteiger oder routinierte Reiter. Ihnen bietet die 36-jährige theoretischen und praktischen Unterricht auf artgerecht gehaltenen Pferden. “Der richtige Umgang mit Pferden und der korrekte Grundsitz des Reiters sind immer die ersten Lehrziele”, berichtet Antje Bauer-Jacobs.

Ihr Stall mit Platz für sieben Pferde und einem angrenzenden Reitercafé liegt in Mülheim-Saarn am Rand eines bereitbaren Naturschutzgebietes. Antje Bauer-Jacobs hat mit ihrer Reitschule für Erwachsene ganz offensichtlich eine Marktlücke entdeckt. Schon 1/4 Jahre nach der Eröffnung in diesem Sommer war der Kundenandrang so groß, dass Bauer-Jacobs Wartelisten für ihre Kursangebote einführen musste.

https://www.reitschulejacobs.de/

Ulrike Hanses: “Go-Business” Personalberatung

Dass Ulrike Hanses sich einmal als Personalberaterin selbstständig machen würde, war eigentlich nur folgerichtig: 13 Jahre war sie in einem großen Warenhauskonzern Führungskraft für Personalentwicklung und leitete davor 21 Jahre die Abteilung Aus- und Fortbildung. Beste Voraussetzungen also, um jetzt eigene Wege in einem eigenen Unternehmen zu gehen.

Ihre “Go-Business” Personalberatung ruht auf vier Säulen: Beratung, Mediation, Training und Coaching. Und das nicht nur für Unternehmen sondern auch für Einzelpersonen. “Ich möchte mit meinen Angeboten Menschen sowohl in ihrer beruflichen und fachlichen als auch in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten und stärken”, betont Ulrike Hanses. Denn für sie hängt beides unmittelbar zusammen. Und beides sei auch für Unternehmen in der Fachkräftesicherung und -bindung unerlässlich, ist die autorisierte Beraterin und Dozentin der “Offensive Mittelstand” überzeugt. Ulrike Hanses betont: “Wenn man die Menschen ernst nimmt und ihre Persönlichkeit respektiert, kann man jeden zu etwas Besonderem machen. Das ist es, was ich tue, und was mich immer wieder begeistert.”

http://www.go-business.eu/

Sandra von der Heiden: BBRK Bildungszentrum für Brandschutz, Rettungswesen & Kommunikation

Erst in diesem Jahr hat Sandra von der Heiden das BBRK – Bildungszentrum für Brandschutz, Rettungswesen & Kommunikation übernommen. Sie hat ihr Unternehmen zwar nicht neu gegründet, aber in nur wenigen Monaten auf einen intensiven Expansionskurs gebracht. Als versierte Vertrieblerin ist es ihr gelungen, in kürzester Zeit rund 170 neue Kunden von den Bildungsangeboten und technischen Produkten des BBRK zu überzeugen.

Und dazu gehört Brandschutz von A bis Z: Die BBRK-Angebotspalette reicht vom Brandschutzgutachten über Feuerlöscher und Beschilderungen bis hin zu Notfall-Trainings, AED-, Brandschutz- und Ersthelferschulungen. Alles auf höchstem Niveau, denn das BBRK ist ein von der Berufsgenossenschaft qualifiziertes Unternehmen.

Sandra von der Heidens Konzept ist dabei bestechend einfach: Sie verfügt über ein engmaschiges Netzwerk hochqualifizierter Brandschutzsachverständiger und Seminarleiter für die BBRK-Schulungen. Sie selbst kümmert sich um Kundenakquise und Marketing. Und das macht sie gut – vor allem im persönlichen Kontakt zu Unternehmen und Verbänden am Wirtschaftsstandort Mülheim an der Ruhr. Dort sucht sie das Gespräch mit den Brandschutzverantwortlichen in Unternehmen und leistet Überzeugungsarbeit in Sachen Brandschutz und Mitarbeiterschulung. So reduziert Sandra von der Heiden das, was Unternehmer ohnehin nicht vermissen: das Risiko!

http://www.bbrk.de

Anna Proc: Lomi & Wellness-Massagepraxis “Ruhe und Zeit”

Der Unternehmenssitz der Lomi & Wellness-Massagepraxis “Ruhe und Zeit” von Anna Proc ist fast schon hochherrschaftlich zu nennen. Sie residiert mit ihrer Praxis seit gut einem Jahr in der Villa Koppers in der Essener Südstadt in unmittelbarer Nachbarschaft zur ebenfalls dort ansässigen  “Klinik für plastische Chirurgie”. Mit dieser Standortentscheidung hat die ausgebildete Wellness-Masseurin und studierte Soziologin bereits wichtige Weichen für eine gute Kundenakquise und damit ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen gelegt. Ihre Zielgruppe ist der gut situierte Essener Mittelstand. Und der lebt und arbeitet eher im Süden der Stadt oder in der nicht weit entfernten City.

Bei Anna Proc dreht sich alles um den Wohlfühl-Faktor ihrer Kunden. “Menschen, die zu mir kommen, sollen sich möglichst schon morgens auf den späteren Termin bei mir freuen und nach der Behandlung ein langanhaltendes Wohlgefühl verspüren”, erklärt die ambitionierten Masseurin ihre Unternehmensphilosophie. Mindestens eine Stunde dauert so eine traditionelle hawaianische Lomi Lomi Massage. Das ist nicht nur wohltuend für den Kunden sondern auch für den wirtschaftlichen Ertrag des jungen Unternehmens, können für solche Behandlungen doch deutlich höhere Sätze berechnet werden als bei üblichen medizinischen oder Thai-Massagen.

https://www.ruheundzeit.com/

Foto:
Preisträgerinnen und Jury freuten sich gemeinsam über die erfolgreichen U-Brief-Bewerbungen 2017 in der MEO-Region. V.l.: U-Brief Koordinatorin Dr. Uta Willim (Mülheim & Business), Jurymitglied Emel Cinar (IHK zu Essen), U-Brief Preisträgerin (Anna Proc (Wellness-Massagepraxis “Ruhe und Zeit”), Jurymitglied und Unternehmer Holger Gerstel, U-Brief Preisträgerin Sandra von der Heiden (BBRK Bildungszentrum für Brandschutz und Gesundheitswesen), Jurymitglied Heinz Wisnitzer (Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung), U-Brief Preisträgerin Ulrike Hanses (“Go-Business” Personalberatung), Sparkassen-Vorstand Frank Werner, U-Brief Preisträgerin Antje Bauer-Jacobs (Reitschule Jacobs), Jurymitglied Sarah Eichhorn (Handwerkskammer Düsseldorf) und Jurymitglied Gabriele Osterfeld (Sparkasse Mülheim).