GründerinnenWerkstatt

Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit planen, können auf eine fundierte und langfristig angelegte Unterstützung bauen. Denn die Mülheim & Business GmbH bietet auch in 2016 wieder gemeinsam mit dem STARTERCENTER NRW eine GründerinnenWerkstatt an, in der Frauen in einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter die Möglichkeit bekommen, ihren Wunsch nach Selbstständigkeit auf den Prüfstand zu stellen.

In einem ersten Schritt erhalten die Teilnehmerinnen Anregungen und Hilfestellungen, um eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Gründungsidee zu entwickeln und im Rahmen eines “Ideenchecks” auf Herz und Nieren zu prüfen. “Wesentlich für die Entscheidung, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, ist es, sich vor dem Hintergrund eines konkret formulierten Ziels sich seines eigenen Ressourcenpool bewusst zu werden. Sonst scheitert man schon bei den ersten Hürden”, erklärt Gründungsberaterin Dr. Uta Willim. In einem weiteren Schritt wird die Gründungsidee dann in ein Unternehmenskonzept “gegossen” und auf ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit überprüft.

Nähere Infos hier

Das HAUS DER WIRTSCHAFT beherbergte von Dezember 2008 bis Dezember 2011 die GründerinnenWerkstatt der Mülheim & Business GmbH Wirtschaftsförderung unter dem Dach des STARTERCENTERS NRW Mülheim an der Ruhr. Nahezu 100 Frauen planten in dieser Zeit ihre Selbstständigkeit, entwickelten Ideen und arbeiteten im Team. Bei den Teilnehmerinnen handelte es sich um Frauen, die beispielsweise nach der Familienpause wieder berufstätig sein oder sich beruflich verändern wollten.

Ziel des auf drei Jahre angelegten, mit NRW-EU-Ziel2-Mitteln finanzierten Projektes war es, Frauen Mut zu machen, eine eigene Existenzgründung zu wagen, indem sie Anregungen für Erfolg versprechende Gründungsideen sowie das notwendige Basiswissen erhielten, das beim Schritt in die Selbstständigkeit benötigt wird.

Auf den folgenden Unterseiten werden die Ergebnisse des Projektes anschaulich dargestellt:
Beispielhaft wurden einige erfolgreiche Gründerinnen porträtiert. Die Porträts sollen anderen gründungsinteressierten Frauen Mut machen, sich der Herausforderung zu stellen. Zum anderen erhalten Gründungsinteressierte unter dem Punkt “Wegweiser” eine Übersicht über Informationsborschüren, Veranstaltungen und erste Anlaufstellen.

Außerdem wurden aus den Erfahrungen des Projektes Handlungsempfehlungen für andere STARTERCENTER NRW erarbeitet, in denen Angebote und Maßnahmen dargestellt sind, mit denen Frauen seitens der STARTERCENTER NRW optimaler in ihren Überlegungen zur Unternehmensgründung unterstützt werden können.

Bei Interesse können die Handlungsempfehlungen angefordert werden: Kontakt: Dr. Uta Willim, Telefon: 0208 48 48 52 oder per E-Mail.

Kooperationspartner des Projektes waren unter anderem bifego e.V. an der ebs in Oestrich-Winkel, die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) die Handwerkskammer Düsseldorf (HWK), die Kreishandwerkerschaft Mülheim – Oberhausen, das HAUS DER UNTERNEHMER bzw. der Unternehmerverband Mülheimer Wirtschaftsvereinigung e.V./Junges Forum, die Sparkasse Mülheim an der Ruhr und die Nationalbank AG sowie die Unternehmerfrauen im Handwerk Mülheim an der Ruhr.

Die GründerinnenWerkstatt wird heute als reguläre Veranstaltung im Rahmen des STARTERCENTERS NRW Mülheim an der Ruhr weiter angeboten.

Das Projekt wurde gefördert durch:

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Die GründerinnenWerkstatt haben insgesamt rund 100 Frauen in vier Runden durchlaufen. Über einige Beispiele wollen wir Ihnen hier berichten. Über die Links gelangen Sie zu den jeweiligen Porträts:

Nadine Bäcker – Designlabel “Erfasst. Handwerksdesign”

Sie ist jung, sie ist kreativ, sie ist gut ausgebildet und sie wollte Gestaltungsfreiheit: Die Essener Tischlermeisterin und Meisterdesignerin Nadine Bäcker (31) beschloss nach verschiedenen Anstellungen sich mit ihrem Designlabel „Erfasst.Handwerksdesign“ selbstständig zu machen.

nadine_baeckerNadine Bäcker entschied sich, nach ihrer Ausbildung zusätzlich noch ein Studium im Handwerksdesign an der Akademie für Handwerksdesign (Aachen) zu absolvieren. Im vergangenen Jahr nahm die Essenerin im Rahmen der Kulturhauptstadt an dem Projekt DESIGNKIOSK RUHR.2010 teil. Dort war sie mit einem Schlüsselbrett für drei Schlüssel aus mattschwarz lackiertem Stahlblech mit drei bunt beschichteten Schlüsselmarken vertreten: Die Vermarktung lief so erfolgreich, dass sie diesen Weg konsequent weiter gehen wollte.

nadine_baecker_bsp_1Der Schritt in die Selbstständigkeit folgte im Mai 2011 mit dem Unternehmen „Erfasst.Handwerksdesign“: „Die Gründungsidee ist eigentlich nur die Umsetzung der Kenntnisse und Fähigkeiten, die ich während meiner Berufsausbildung und während meines Studiums erworben habe“, sagt Nadine Bäcker. Die Vorbereitungen absolvierte sie in der GründerinnenWerkstatt.

Bedeutung der GründerinnenWerkstatt

gruenderinnenwerkstatt_gruppeDie GründerinnenWerkstatt half Nadine Bäcker, sich über einen längeren Zeitpunkt mit der Idee vertraut zu machen und sich ihrer Entscheidung sicherer zu werden. Aber auch der Austausch mit anderen Frauen und das praktische Wissen, das in den Seminaren und Workshops vermittelt wurde, waren für sie eine große Hilfe: „Besonders wichtig waren für mich die Präsentationstermine (Ideenparcours, Beirat-und Bankgespräch), das Erstellen eines Businessplanes und das Feedback von Dritten.“ Wenig später erhielt sie noch eine weitere positive Bestätigung: den Unternehmerinnen-Brief NRW. „In der GründerinnenWerkstatt bin ich auch von Frau Dr. Willim ermutigt worden, mein Konzept beim U-Brief zu präsentieren“, sagt Nadine Bäcker. „Ohne die GründerinnenWerkstatt hätte ich bestimmt nicht den Mut gehabt, mich um den U-Brief zu bewerben.“ Der Erfolg hat auch ihr Selbstbewusstsein gestärkt, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren: Unlängst ist eines ihrer Produkte beim internationalen Wettbewerb für Handwerk und Design des Handwerksmuseums im bayerischen Deggendorf so erfolgreich bewertet worden, dass es in die Ausstellung „Die Dose“ aufgenommen wurde. Und auch auf der „MANU FACTUM 2011“, der Ausstellung zur Ermittlung des renommierten Staatspreises für das Kunsthandwerk in NRW, war sie mit ihrer Dosenkollektion vertreten.

Erfasst. Handwerksdesign

Ihr Unternehmen „Erfasst.Handwerksdesign“ lässt sich in zwei Bereiche einteilen: Im Dienstleistungsbereich unterstützt sie Kunden darin, Produkte zu schaffen, die sich so nicht im Einzelhandel finden lassen, beispielsweise eine individuelle Garderobenlösung, ein Regal für einen bestimmten Gegenstand, eine Sitzgelegenheit für einen speziellen Ort, etc. Dabei kann diese Dienstleistung von der Skizze über eine professionelle Entwurfszeichnung, einen Prototyp bis hin zur tatsächlichen Realisierung reichen. Im Kollektionsbereich schaffte sie schafft sie ein Sortiment von Wohnaccessoires, die sie über geeignete Geschäfte und Online-Shops vertreibt: „Langfristig soll der Schwerpunkt der Unternehmung auf diesem Bereich liegen“, betont Bäcker.

Start-Hemmnisse

Auf dem Weg zur Gründung wurde Nadine Bäcker immer wieder mit Problemen und Fragen konfrontiert: Klappt alles finanziell, reicht die vorhandene Erfahrung aus, ist das Selbstbewusstsein groß genug? Aber in diesen Situationen konnte sie sich auf ihr Umfeld in der GründerinnenWerkstatt verlassen. „Für mich waren die positiven Feedbacks aus der GründerinnenWerkstatt und ganz besonders das persönliche Coaching eine sehr große Hilfe diese Hemmnisse zu erkennen und zu überwinden“, betont Nadine Bäcker. „Ich versuche, nicht mehr so kritisch mit mir zu sein, mich mehr über meine Erfolge zu freuen und mir auch zu erlauben, Dinge auf meine Art und Weise zu machen.“ Denn wer für sich persönlich Klarheit gefunden hat, der strahlt diese auch nach außen aus.

Ihre Botschaft: Anschubsen, aber nicht verbiegen lassen!

Dass immer wieder Hemmnisse auftauchen werden, ist Nadine Bäcker bewusst. Und auch, dass es wichtig ist, sich so gut wie möglich präventiv darauf vorzubereiten: Sie ist Mitglied in einem so genannten Erfolgsteam bestehend aus ehemaligen Teilnehmerinnen der GründerinnenWerkstatt, das sich monatlich trifft, austauscht, unterstützt und gegenseitig Tipps gibt: „Gerade für eine Einzelunternehmerin wie mich ist es wichtig, sich Feedback von außen zu holen. Desweiteren habe ich durch die GründerinnenWerkstatt einige Institutionen besser kennengelernt und weniger Scheu ‚einfach mal nachzufragen‘ – beispielsweise bei dem STARTERCENTER NRW, der Handwerkskammer oder dem Finanzamt.“ Den Schritt in die Selbstständigkeit würde sie jederzeit wiederholen.

Derzeit plant sie bodenständig die kommenden drei Jahre: „Ich möchte auch in drei Jahren immer noch mit meiner Idee selbstständig und so erfolgreich sein, dass ich finanziell unabhängig bin. Ich möchte meine Kollektion um einige pfiffige Produkte erweitert haben, die dann in mehreren Geschäften zu erwerben sein werden.“

Nadine Bäcker hat es geschafft, mit viel Fleiß, Ehrgeiz, mit einer fundierten und breit gefächerten Ausbildung die Grundlagen für ihre Selbstständigkeit zu legen. Ihre Botschaft an andere gründungswillige Frauen: „Wichtig ist eine Gründungsidee, die man selber unschlagbar gut findet und für die man eine echte Leidenschaft hat. Ihr müsst von der Idee überzeugt sein – denn nur so habt Ihr die nötige Ausdauer, um die Idee auch umsetzen zu können. Holt Euch Tipps und Ratschläge, sucht Euch Vorbilder. Aber: Überlegt Euch auch, welche Tipps Ihr annehmt und welche nicht. Man sollte sich zwar anschubsen aber nicht verbiegen lassen.“

Zur Website von Nadine Bäcker: www.erfasst-handwerksdesign.de

Text: Daniela Städter
Stand: 5. Dezember 2011

Petra Büse-Leringer: Buchhändlerin und Gründerin der Buchhandlung “Bücherträume”

Was macht eine Buchhändlerin, wenn ihr nach 25 Jahren im Angestelltenverhältnis gekündigt wird? Sie gründet ihre eigene Buchhandlung. So geschehen bei der Mülheimerin Petra Büse-Leringer (48), die sich damit ihren Lebenstraum erfüllte. Und weil es nicht nur ein Lebenstraum ist, sondern auch die Kunden in den liebevoll gestalteten Räumen im siebten Himmel schweben, bekam die Buchhandlung einen besonderen, einen klingenden Namen: „Bücherträume“.

gruenderinnenwerkstatt_gruppePetra Büse-Leringer und ihre Kollegin Karin Tator arbeiteten jahrelang gemeinsam in einer Mülheimer Buchhandlung. Zum 30. Juni 2011 erhielten beide die Kündigung. Für Petra Büse-Leringer eine schwierige Situation. Sie ernährt von ihrem Gehalt auch ihre beiden Töchter und so stand schnell fest: Es muss beruflich in jedem Fall weitergehen. Geliebäugelt hatte das Duo mit der Selbstständigkeit schon länger. Denn oft sprudelten die beiden nur so vor Ideen, doch umsetzen konnten sie damals nur wenige.

Petra Büse-Leringer pflegte zu vielen Kunden ein enges Verhältnis, wusste über die Wünsche und auch über die Kritik der Kunden Bescheid. Dieser Erfahrungsschatz bildete die Grundlage für ihr eigenes Konzept einer Buchhandlung. „Viele Kunden wünschen sich gemütliche Räume, wo sie sich mal hinsetzen und einen Kaffee trinken können“, hat die 48-Jährige beobachtet. An diesem Punkt setzte Petra Büse-Leringer an: Sie gestaltete ihre Buchhandlung “Bücherträume” an der Prinzeß-Luise-Straße in Mülheim-Broich wie eine Wohnung: Und so schmökern die Kunden entweder in der Küche an einem großen Küchentisch bei einer Tasse Kaffee, im Wohnzimmer im Lehnstuhl oder im Kinderzimmer. Gut 100 qm stehen insgesamt zur Verfügung.

Bedeutung der GründerinnenWerkstatt

Die Vorbereitung absolvierte Petra Büse-Leringer in der dritten Runde der GründerinnenWerkstatt. Sie genoss insbesondere das Feedback der anderen Teilnehmerinnen: „Auch das ist unserer Zielgruppe.“ Darüber hinaus bekam sie Einblicke in Bereiche, die sie als Angestellte zuvor so nicht wahrgenommen hatte: Finanzplanung, Buchführung, Akquise oder Netzwerkpflege. „Die GründerinnenWerkstatt lieferte ein Rundum-Paket, wobei immer für jeden etwas dabei war.“ Und sie brachte der Gründerin viele Kontakte.

Doch der Weg bis zur Gründung war lang, anstrengend und sie brauchte viel Geduld und einen festen Willen, als es dann in der Vorbereitung nur um Zahlen, Standortanalysen und Kredite ging: „Ich musste mich immer wieder selbst motivieren und mir sagen: Irgendwann geht es dann auch wieder um die Bücher“, erinnert sich Petra Büse-Leringer.

Langwierige Standortsuche

Auch die Standortsuche benötigte Zeit: Rund 15 Objekte schauten sich Petra Büse-Leringer und Karin Tator an, aber das richtige war für sie nicht dabei. Dann schalteten die beiden eine Kleinanzeige in der Mülheimer Woche – und ihre jetzigen Vermieter meldeten sich daraufhin bei ihnen. „Wir sind einfach nur glücklich, auf solche Vermieter getroffen zu sein“, betont die Mülheimerin. Die Miete ist günstig, die Räume wurden wunschgemäß gestrichen, Elektroarbeiten übernommen und eine Wand so eingezogen, dass das Duo nur genau die von ihnen gewünschte Quadratmeterzahl anmieten musste. Und die Vermieter hatten Geduld: Denn bis die beiden über die Hausbank Sparkasse bei der KfW einen Kredit bekamen, bedurfte es einer gründlichen Vorbereitung des Businessplanes, die Zeit in Anspruch nahm.

Auf Herausforderungen reagieren

Herausforderungen stellen sich zwar regelmäßig ein, aber Petra Büse-Leringer weiß jetzt, wo ihre Ansprechpartner sitzen, wenn sie mal nicht weiterkommt. Eine ganz aktuelle: Sie würde gerne in Zukunft einen Praktikanten längerfristig beschäftigen: „Da muss ich jetzt noch herausbekommen, was ich dort alles beachten muss.“ Auch wenn vor allem die beiden Frauen den Laden stemmen, so steht doch ein funktionierendes Familiennetzwerk hinter den beiden: „Meine Schwester unterstützt uns bei der Öffentlichkeitsarbeit, meine Töchter helfen ganz selbstverständlich mit und auch unsere Eltern, die in der Nähe wohnen, sind immer ansprechbar.“

Die Pläne für die kommenden drei Jahre haben die beiden schon gemacht: Sie wollen die Buchhandlung im Stadtteil etablieren, haben schon Kontakte zur Hochschule Ruhr West geknüpft und erhoffen sich einen weiteren Schub, wenn die Hochschule erst einmal an der Duisburger Straße gebaut ist. Vereinzelt schauen schon jetzt Studierende bei ihnen vorbei. „Ich muss noch 16 Jahre bis zur Rente arbeiten und die würde ich gerne komplett hier in meiner eigenen Buchhandlung verbringen“, sagt Petra Büse-Leringer und lacht.

Bloß keine falschen Illusionen!

Dass der Weg in die Selbstständigkeit kein leichter ist – das will Büse-Leringer anderen gründungswilligen Frauen auf jeden Fall mit auf den Weg geben: „Da darf man sich keinen falschen Illusionen hingeben: Man investiert viel Zeit, viel Herzblut. Aber es macht auch großen Spaß, da man es für sich selber macht. Und man lernt ständig dazu: Ich habe noch nie so viel über Elektrik, Beleuchtung und die Arbeit mit Handwerkern gewusst. Wenn man die richtigen Berater und Kontakte hat, dann hat man eine sehr gute Chance.“

Doch wenn sie jetzt morgens ihre eigene, zum Verweilen einladende Buchhandlung aufschließt, wenn dann die ersten Kunden kommen zur Beratung, zum Schmökern, Kaffee trinken und zum Bücher kaufen, dann ist ihre Freude groß und sie weiß: Der gesamte Aufwand hat sich mehr als gelohnt.

Text: Daniela Städter
Stand: 9. Dezember 2011

Christiane Graser: “Graser Innenraum – Home Staging und Home Styling”

Lässt sich eine ungemütliche Wohnung mit wenigen Handgriffen, mit Farbe, mit Accessoires in eine Wohlfühloase umwandeln? Christiane Graser (50) aus Hattingen kann genau dies. Sie hat den Blick für Details und die Vorstellungskraft, Wohnungen Gemütlichkeit einzuhauchen. Aber über diesen Bereich des Home Styling hinausgehend ist sie vor allem im Home Staging aktiv: Sie unterstützt Makler und Immobilienverkäufer bei der optimalen Präsentation einer zum Verkauf stehenden Immobilie. Mit „Graser Innenraum – Home Staging und Home Styling“ hat sie sich selbstständig gemacht.

christiane_graserDie verheiratete Mutter von zwei Kindern hatte in der Vergangenheit für ihre Familie schon oft zurückgesteckt: Bauingenieurwesen studierte sie bis zur dritten von vier Diplomprüfungen – dann schloss sich ein 15-jährige Familienphase an. Doch das füllte die Hausfrau nicht mehr aus und in ihr reifte der Gedanke sich selbstständig zu machen. Sie knüpfte an ihre früheren Interessen an und bildete sich im Bereich Raumgestaltung/Innenarchitektur, Wandgestaltung und Farbgestaltung Innenraum fort. Unter anderem nahm sie an einer Fortbildung in Wiesbaden teil, um sich professionell in die so genannten Themen „Home Styling“ und „Home Staging“ einzuarbeiten.

Beim Home Styling wird mit relativ kleinen Veränderungen, der richtigen Farbe, passenden Accessoires oder neu arrangierten Möbeln eine Wohnung umgestaltet. Home Staging hingegen hat zum Ziel, zum Verkauf stehende Immobilien optimal zu präsentieren. In Deutschland steckt diese Idee noch in den Kinderschuhen: „Makler und Immobilienverkäufer müssen noch überzeugt werden, dass sie davon profitieren“, sagt Christiane Graser. „Es geht dabei nicht um die Verdeckung von Mängeln, sondern um das Aufzeigen von Möglichkeiten, die der Käufer so oft nicht erkennen würde. Denn die wenigsten Menschen können sich einen Raum anders vorstellen als sie ihn gerade vor sich sehen.“ Im privaten Umfeld hatte Christiane Graser oft kostenlose Einrichtungsberatungen gegeben. Dann reifte der Wunsch, ihre Talente professionell einzusetzen und weiterzuentwickeln.

Bedeutung der GründerinnenWerkstatt

Christiane Graser stieß bei einer Internetrecherche zum Thema Existenzgründerseminare auf die GründerinnenWerkstatt: Nur kurze Zeit später wurde im HAUS DER WIRTSCHAFT ein Info-Nachmittag durch Existenzgründerberaterin Dr. Uta Willim angeboten, den Christiane Graser sofort wahrnahm. Sie wurde auf die GründerinnenWerkstatt aufmerksam und hat sich gleich angemeldet. Christiane Graser genoss den Austausch mit den anderen Frauen, bekam Unterstützung bei der Business-Planung, bekam ein Gefühl für die Preisgestaltung und nutzte die Coaching-Gespräche mit Rechtsanwältin Birgit Hülsdünker: „Ich habe den Blick auf mich selbst verändert, habe mich neu kennengelernt“, sagt Christiane Graser. Es gab Phasen, da dachte sie über sich selbst: „So kenne ich mich noch gar nicht. Es war wie ein Schritt in eine neue Welt.“

Erste Zweifel kamen ihr dann aber bei der Liquiditätsplanung, so Christiane Graser: „Hoffentlich schaffe ich es, so viel zu verdienen, dass ich überhaupt in die schwarzen Zahlen komme.“ Doch in diesen Momenten konnte sie auf die Gruppe in der GründerinnenWerkstatt und auf ihre Familie zählen.

Dinge entwickeln sich!

Mittlerweile hat Christiane Graser ihre eigene Website. Dort erfahren Interessenten anschaulich, worum es sich bei Home Staging und Home Styling handelt. Ebenfalls ist sie Mitglied im Berufsverband DGHR – der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign e.V.. Nun stellt sie sich der Kaltakquise, ruft Makler an, versucht das Thema Home Styling und Home Staging bekannter zu machen: „Ich habe gelernt, die Probleme auf viele kleine Schritte runterzubrechen. Dann sind sie zu bewältigen.“ Ob sie diesen Schritt noch einmal gehen würde, kann sie derzeit nicht sagen: „Dafür ist es noch zu früh.“

Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit gibt sie folgende Hinweise mit: „Man sollte sich gut überlegen, ob die eigene Idee tragfähig ist und einen Markt hat. Man sollte sich immer gut beraten lassen, entsprechende Angebote einholen, in der Buchhaltung fit sein und abklopfen, ob das persönliche Umfeld die Veränderung mitträgt.“ Aber von den Zweifeln sollte „frau“ sich nicht abhalten lassen: „Es können sich Dinge entwickeln, die man sich am Anfang gar nicht vorstellen konnte!“

Daniela Städter
Stand: 8. Dezember 2011

Dr. Ayscha Lucas-Gesing: Trainerin, Beraterin und Coach

Dr. Ayscha Lucas-Gesing (34) ist die Stressexpertin: Die studierte Biologin und promovierte Gesundheitswissenschaftlerin und Stress-Forscherin hat sich im Mai 2011 als Trainerin und Coach mit den Schwerpunkten ressourcenorientiertes Selbst- und Stress-Management selbstständig gemacht: „Manche Menschen fühlen sich in ihrem Leben verloren, weil sie ihre individuellen Ressourcen nicht kennen“, sagt Dr. Lucas-Gesing. „Ich will Menschen zeigen, wie sie diese Kraftquellen wieder entdecken können.“

gruenderinnenwerkstatt_gruppeDr. Lucas-Gesing ist davon überzeugt, dass jeder Mensch die Fähigkeit in sich trägt, sein Wohlbefinden aktiv zu gestalten. Sie will Menschen unterstützen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und will sie auf ihrem ganz persönlichen Weg zu mehr Lebensbalance und Zufriedenheit begleiten. Das Besondere ihres Angebots: In ihrer Arbeit verbindet sie aktuelle medizinwissenschaftliche Erkenntnisse mit erprobten Methoden aus der klassischen Stressbewältigung und Psychologie. Ein Schwerpunkt Ihres Konzepts bildet das Thema Achtsamkeit – die Fähigkeit, den gegenwärtigen Moment ganz bewusst wahrzunehmen, ohne ihn zu beurteilen. Sie leitet  Seminare und Workshops, hält Vorträge und bietet Einzelcoaching an. Außerdem hat sie einen Lehrauftrag an der FOM Hochschule in Essen.

Die fachlichen Voraussetzungen bringt die verheiratete Mutter einer Tochter in jedem Fall mit: Sie hat schon als Wissenschaftlerin und Dozentin am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Uniklinikum Essen sowie am Institut für Psycho-Neuro-Immunologie an der Universität Utrecht (Niederlande) gearbeitet, war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen in Köln: „Besonders spannend finde ich die Frage, welchen Einfluss die Psyche auf die Entstehung von Krankheiten bzw. im Umkehrschluss auf den Erhalt der Gesundheit hat.“ Ihr besonderes Interessengebiet ist daher die Psycho-Neuro-Immunologie (PNI)  – ein interdisziplinäres Fachgebiet, das sich mit der Frage beschäftigt, wie Psyche und Körper miteinander kommunizieren und sich gegenseitig beeinflussen: „Je mehr wir dieses hoch komplexe Wechselspiel  verstehen, desto klarer können wir Handlungsanweisungen für uns und unser Leben ableiten“, sagt die Mülheimerin.

Dr. Ayscha Lucas-Gesing hat beobachtet, dass vielen Menschen das Wissen und die Erfahrung fehlen, wie sie die ständigen Herausforderungen im Spannungsfeld zwischen Beruf und Privatleben meistern können. „Stress ist ein großer Risikofaktor sowohl für körperliche, als auch für psychische Erkrankungen“, betont Dr. Lucas-Gesing. Die Kompetenzen, um mit den tagtäglichen Herausforderungen des Lebens umgehen zu können, will sie vermitteln: „Unter Anleitung kann sich die jeder aneignen“, ist sich Dr. Lucas Gesing sicher. „Ich will  Menschen einen Raum  bieten, ihre Ressourcen kennenzulernen und  sie ermutigen, ihrem eigenen Weg zu folgen.“

Bedeutung der GründerinnenWerkstatt

Nachdem Dr. Lucas-Gesing sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden hatte, meldete sie sich in der GründerinnenWerkstatt an: Sie genoss den Austausch mit Gleichgesinnten, ließ sich von den vielen verschiedenen, mutigen Lebensgeschichten der anderen Frauen inspirieren und bekam das unternehmerische Knowhow für ihre Gründung vermittelt. Doch auch nach der Gründung ergaben sich immer wieder große Herausforderungen: Als Mutter einer kleinen Tochter muss sie Familie und Beruf koordiniert bekommen: „Ich habe das Glück, dass meine Mann mich unterstützt und wir somit irgendwie zusammen gegründet haben. Er ist Partner, Kollege und mein Seelsorger in einem. Insgesamt habe ich durch meine Familie, meine Freunde und auch durch die GründerinnenWerkstatt eine tolle Unterstützung erfahren.“

Auch nach dem Ende der GründerinnenWerkstatt trifft sie sich weiterhin mit anderen Teilnehmerinnen regelmäßig in so genannten Erfolgsteams, sucht das Gespräch mit anderen Selbstständigen und nimmt an Weiterbildungen teil. Die Mülheimerin hat einen klaren Plan für ihre berufliche Zukunft: „Ich möchte die Wirksamkeit meines Konzeptes wissenschaftlich-empirisch belegen, weiterhin lehren und über die Interaktionen zwischen Psyche und Körper schreiben“, sagt Dr. Lucas-Gesing.

Empfehlung: Das Ziel immer im Blick behalten!

Dr. Lucas-Gesing stand zu 100 Prozent hinter ihrer Idee und freute sich auf die Selbstständigkeit. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, kann sie auch anderen Frauen mit voller Überzeugung zurufen: „Wenn Sie den Wunsch zur Selbstständigkeit in sich spüren, trauen Sie sich!“ Dass es auf dem Weg immer wieder Herausforderungen und Probleme geben wird, will sie da nicht verheimlichen: „Eine Selbständigkeit ist wie ein neuer Job, wie zum ersten Mal Mutter zu werden. Sie können nicht alles vorher wissen. Erlauben Sie sich zu scheitern! Und stehen Sie dann wieder auf!“ Von großer Bedeutung war für sie die Unterstützung der Familie: „Reden Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden klar und offen darüber, wenn Sie Hilfe brauchen und sagen Sie, welche Art der Hilfe Sie brauchen.“ Dabei sollten Frauen nicht zu streng zu sich selbst ein: „Verurteilen Sie sich nicht, wenn etwas nicht klappt, sondern ermutigen Sie sich, es noch einmal zu probieren. Gehen Sie es langsam an, aber halten Sie Ihr Ziel immer im Blick.“

Daniela Städter
Stand: 8. Dezember 2011

Christiane Mann: Groomerin und Hundetrainerin

Der eigene Hund ist „schuld“: Die Mülheimer Bürokauffrau Christiane Mann (45) gründete nach 27 Jahren als Sekretärin im Februar 2011 das Unternehmen Artgetreu Hundesalon und -training: „Auf die Gründungsidee hat mich mein eigener Hund gebracht“, sagt Christiane Mann. „Und mit dem eigenen Salon hat sich mein Traum erfüllt: Ich bin endlich raus aus dem Bürojob und kann etwas Neues umsetzen!“

christiane_mannDie Existenzgründerin Christiane Mann eröffnete im Februar 2011 ihr Geschäft „Artgetreu Hundesalon und –training“ in Mülheim-Heißen. Das Interesse wurde geweckt durch den eigenen Hund und verfestigte sich während der GründerinnenWerkstatt, die vom STARTERCENTER NRW Mülheim unter Federführung der Mülheim & Business GmbH im HAUS DER WIRTSCHAFT angeboten wurde. Christiane Mann hatte sich die Entscheidung für die Selbstständigkeit lange und gut überlegt. Im vergangenen Jahr absolvierte sie eine Ausbildung zur so genannten Groomerin (Hundefriseurin), um eine fachgerechte Hundepflege gewährleisten zu können, und eine Ausbildung zur Hundetrainerin. Ihre Geschäftsräume hat sie „Am Förderturm 20“ in direkter Nähe zum Rhein-Ruhr-Zentrum gefunden, Parkplätze sind direkt vor dem Eingang vorhanden.

Bedeutung der GründerinnenWerkstatt

Die verheiratete Mülheimerin fand sich 2009 nach 27 Jahren Berufstätigkeit in einer Auffanggesellschaft wieder – die drohende Arbeitslosigkeit lieferte die Motivation, sich über die Selbstständigkeit Gedanken zu machen. So nahm Christiane Mann an der zweiten Runde der GründerinnenWerkstatt teil. Dort bekam sie den Raum und die Zeit, über ihre Gründungsidee nachzudenken. Denn für die Hundeliebhaberin stand erst einmal nur fest, dass es sich um die geliebten Vierbeiner drehen sollte. Was ihr von der GründerinnenWerkstatt als besonders bedeutsam in Erinnerung geblieben ist? „Der Austausch mit Gleichgesinnten, die Gespräche mit den anderen Damen, in denen wir uns gegenseitig Mut gemacht und Ängste bewältigt haben“, zählt Christiane Mann auf. Darüber hinaus weist sie auf die hilfreichen Informationen hin, die sie erhalten hat – über Buchhaltung und Steuerthemen, Marketing und Werbung, Erstellung des Businessplans und über betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Insbesondere die Prüfung auf wirtschaftliche Tragfähigkeit war gut für das Selbstvertrauen: „Das war für mich ausschlaggebend, um den Weg in die eigene Selbstständigkeit überhaupt zu gehen.“

Mit Herausforderungen umgehen

Wirkliche Hemmnisse hat Christiane Mann in der Gründungsphase nicht erlebt. Oder sie hat sie nicht als Hemmnisse, sondern stattdessen als Herausforderungen wahrgenommen. Sie hat gelernt, wie bedeutsam die Unterstützung durch das Umfeld und durch Netzwerke ist: „Ich habe immer wieder Gespräche mit Personen geführt, die hinter meiner Idee stehen und mir immer wieder Mut gemacht haben.“ Personen, die ihr die Selbständigkeit nicht zugetraut haben, mied sie stattdessen: „Das war sicher auch ein wenig Selbstschutz.“

Den Schritt in die Selbstständigkeit würde sie derzeit immer wieder gehen – denn besser hätte aus ihrer Sicht die Gründungsphase nicht laufen können: Am Eröffnungstag tauchten direkt 100 „Zweibeiner“ auf, mittlerweile hat sie 150 Stammkunden. Vorsichtig schmiedet Christiane Mann Zukunftspläne. „In drei Jahren möchte ich von dem Geschäft leben können: Neben der Kostenabdeckung für das Geschäft, der Sozialversicherungen und meiner eigenen monatlichen Ausgaben sollte etwas übrig bleiben – beispielsweise für einen kleinen Urlaub.“

Ratschläge

Aufgrund der von ihr gesammelten Erfahrungen hat Christiane Mann gleich mehrere Ratschläge an Frauen, die sich mit dem Gedanken der Selbstständigkeit beschäftigen: Da ist zum einen der Ratschlag, die eigene Idee von Fachleuten im Vorfeld prüfen zu lassen, den Markt zu beobachten, mit Freunden und Bekannten sowie mit möglichen zukünftigen Kunden über die Geschäftsidee zu sprechen. Und da sind zum anderen die Finanzen: „Man sollte sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie hoch die Einnahmen in zwei bis drei Jahren sein müssen.“

Zusammenfassend sagt Christiane Mann: „Seien Sie hundertprozentig von Ihrer eigenen Idee überzeugt! Ich wünsche allen Damen, die sich mit dem Thema Selbstständigkeit befassen, ganz viel Mut, Erfolg und im Vorfeld die ‚richtigen‘ Gesprächspartner!“

Daniela Städter
Stand: 9. Dezember 2011

Patricia Orth: Partnerin einer Unternehmensberatung

Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, ist oft nicht einfach. Das hat auch Patricia Orth erfahren, als sie nach der Elternzeit nur in Teilzeit in ihren alten Beruf als Vorstandsassistentin zurückkehren wollte. Und so ging sie ihren eigenen Weg, der die 37-Jährige in die Selbstständigkeit führte.

patricia_orth_gruppeDie Mülheimerin Patricia Orth (3. v. re.) war nach ihrer kaufmännischen Ausbildung und beruflichen Stationen in diversen Branchen über viele Jahre als Vorstandsassistenz mit eigenverantwortlichen Projekten nah dran an der Führungsebene. Dort hat sie auch oft hautnah mitbekommen, dass für Führungskräfte der Weg in den Ruhestand kein einfacher ist. Daraus entstand ihre Gründungsidee: „Ich wollte Führungskräfte in den Ruhestand begleiten und eine Beratung bei der Neuorientierung in ihrem neuen Lebensabschnitt anbieten“, sagt Patricia Orth. Mittlerweile ist sie Partnerin einer Unternehmensberatung mit einem eigenen Geschäftsbereich. Zu ihren Tätigkeitsfeldern gehören neben Ruhestandsbegleitung nun auch Demografieberatung, Wissenstransfermanagement sowie Kompetenzentwicklung für Frauen in Führungspositionen.

Bedeutung der GründerinnenWerkstatt

Als Patricia Orth sich für die Teilnahme an der GründerinnenWerkstatt entschied, schwebte der zweifachen Mutter noch keine konkrete Gründungsidee vor: „Die Idee habe ich erst durch die Workshops in der GründerinnenWerkstatt gefunden“, sagt Patricia Orth. „Mir hat die GründerinnenWerkstatt durch persönliche Einzelcoachings Mut und Bestätigung gegeben.“

Die Finanzierung allerdings stellte durchaus ein Hindernis dar: „Da ich kein ALG-Empfänger war, erhielt ich keine finanzielle Förderung. So musste alles privat vorfinanziert werden.“ Zudem fielen die Gründungsvorbereitung und die zweite Schwangerschaft zusammen – eine nicht zu gering einzuschätzende zeitliche Belastung. Doch Patricia Orth gelang es, diese Herausforderungen anzunehmen: Sie nutzte die Gesprächs- und Coachingangebote der GründerinnenWerkstatt, sie lernte, auch einmal „Nein“ sagen zu können, besann sich auf ihre Stärken und verlagerte allgemein die Prioritäten: „Ich habe gelernt, mit Konflikten umzugehen“, sagt Patricia Orth rückblickend.

Und sie hat auch gelernt, die täglichen Herausforderungen der Selbstständigkeit aktiv anzugehen: „Zur Lösungsfindung spreche ich mit Teilnehmerinnen aus der 1. Runde, nehme Beratungsangebote des Startercenters an und tausche mich mit Kollegen aus. Das sind für mich Entwicklungsprozesse, die dazugehören und mich in meinem Unternehmertum weiterbringen.“

Empfehlung: Gut rechnen und recherchieren!

Frauen, die mit dem Gedanken der Selbstständigkeit spielen, gibt Patricia Orth mehrere Empfehlungen auf den Weg: Zum einen sollte „frau“ sich vor der Gründung ausführlich mit ihrer Zielgruppe und dem Markt beschäftigen:

„Man muss eine Antwort auf die folgende Frage haben: Kann ich wirklich mit meinem Konzept einen Kundenstamm aufbauen kann, der den Lebensunterhalt sichert?“ Damit tritt die 37-Jährige auf die Euphoriebremse: „Man sollte vorher wirklich gut recherchiert und gerechnet haben.“

Zum anderen sollte immer das Bewusstsein vorhanden sein, dass die Kräfte und Ressourcen endlich sind. Denn die Puste muss schließlich bis zur Etablierung reichen. Und so sagt Patricia Ort abschließend: „Die Stärke von kleinen Gründungen liegt darin, schnell und flexibel auf Kundenwünsche und Anforderungen eingehen zu können. Das ist der eindeutige Vorteil gegenüber großen Unternehmen. Diese Stärke muss man nutzen, um sich langfristig Auftragspotenzial zu sichern!“

Daniela Städter
Stand: 9. Dezember 2011

Doris Rose – Online unterstützte Immobilienverwaltung

Mit Immobilien kennt die Mülheimerin Doris Rose (45) sich aus: Die Immobilienfachwirtin und Fachverwalterin für Wohnungseigentum sammelte über 25 Jahre Berufserfahrung in dieser Branche. Dann folgte im November 2010 mit der Gründung von „Rose Immobilienverwaltung“ der Schritt in die Selbstständigkeit. Die Besonderheit: „Meine Immobilienverwaltung ist online unterstützt und ermöglicht Kunden 24 Stunden täglich den Zugriff auf alle individuellen Daten rund um die Immobilie.“

doris_roseDoris Rose nahm 2009/2010 an der zweiten Runde der GründerinnenWerkstatt teil. Als sie die Entscheidung für die Selbstständigkeit traf, war sie noch Angestellte in Teilzeit bei einem großen Immobilienkonzern. Doch das füllte die zweifache Mutter nicht mehr aus: „Ich wollte selbstbestimmt arbeiten und meine Ideen zum Nutzen meiner Kunden umsetzen“, sagt Doris Rose.

Bedeutung der GründerinnenWerkstatt

Auch wenn die 45-Jährige unbedingt selbstständig arbeiten wollte, blieb es lange nur bei den Überlegungen: „Erst durch die GründerinnenWerkstatt habe ich letztlich den Mut und die Entschlossenheit gefasst, mein langjähriges Angestelltenverhältnis gegen die Selbstständigkeit einzutauschen.“ Besonders hebt sie die dort erhaltenen Informationen und die Prüfung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit ihres Konzeptes hervor: „In der GründerinnenWerkstatt wuchs in mir die Sicherheit auch selbstständig bestehen zu können. Ebenso wichtig waren für mich die vielen persönlichen Gespräche mit den anderen Teilnehmerinnen und den Coachinnen.“

Die Gründungsidee: Rose Immobilienverwaltung

Die Gründungsidee ergab sich für Doris Rose aus der beruflichen Tätigkeit. Denn die inhaltliche Arbeit erfüllte die Mülheimerin auch noch 25 Jahren mit Leidenschaft und so wollte sie sich weiter den Immobilien und deren Bewohnern widmen – aber so selbstbestimmt wie möglich. Während ihrer Zeit als Angestellte bekam sie immer wieder die Kritik von Kunden zu hören, dass es der Immobilienverwaltung an Information und Transparenz mangelte. Dass sich die Branche nur langsam auf das digitale Zeitalter einstellte, ist ihr Vorteil: „Diese Kritikpunkte werden nun durch meine online unterstützte Immobilienverwaltung aufgehoben. Das ermöglicht dem Kunden totale Transparenz aller Arbeiten der Immobilienverwaltung.“ Darüber hinaus bietet sie für Immobilienverkäufer und -vermieter eine Alternative zum Makler. Doris Rose berät die Immobilieneigentümer beim Verkauf oder Vermietung ihrer Immobilie, sie erstellt Internetauftritt in Immobilienscout und berät auch bei der Mieterauswahl und Mietvertragsabschluss. Ihre Zielgruppe sind somit Wohnungseigentümer, Kapitalanleger, Vermieter, Verkäufer und Käufer.

Auf Fragen gibt es Lösungen

Dass sich im Prozess der Gründung immer wieder Fragen und Probleme ergeben, war Doris Rose von Beginn an klar: „Das gehört ja zur Selbstständigkeit dazu. Wenn ich selbst keine Lösung finde, suche ich mir Berater. Auch die Berater des STARTERCENTERS sind immer für mich ansprechbar.“ Den Schritt würde Doris Rose wieder gehen: „Nach fast einem Jahr in der Selbstständigkeit habe ich viel gelernt und mich auch persönlich weiterentwickelt. Viele Dinge habe ich im Vorfeld falsch eingeschätzt, beispielsweise wie aufwändig die Kundenakquise ist.“ Doch dass sie ihre Gründung gut vorbereit hat, hat Doris Rose auch schriftlich: Denn mittlerweile ist sie auch mit dem Unternehmerinnen-Brief NRW (U-Brief) ausgezeichnet (siehe Foto). Ihr Ziel: In drei Jahren würde sie gerne mit Angestellten arbeiten.

Ihre Empfehlung: einfach trauen! Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Für Doris Rose war der Prozess rund um die Selbstständigkeit ein sehr lehrreicher. Von großer Bedeutung war für sie die intensive Vorbereitung: „Es muss einfach klar sein, ob die fachliche und persönliche Kompetenz für die Selbstständigkeit vorliegt und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens gegeben ist.“ Gibt es Kunden, die die Idee annehmen werden? Was passiert, wenn die Geschäftsidee nicht angenommen wird? Doris Rose betont: „Ganz wichtig ist natürlich das Alleinstellungsmerkmal. Kunden wollen wissen, warum sie sich für eine bestimmte Anbieterin entscheiden sollen.“ Aber auch wenn diese Punkte extrem sorgfältig geklärt und geprüft werden müssen: „Danach sollte „frau“ sich einfach trauen! Denn jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.“

Daniela Städter
Stand: 7. Dezember 2011

Heike Ulrich – Gestaltung im Gesundheitswesen

Heiheike_ulrichke Ulrich war lange Zeit beruflich erfolgreich unterwegs: Sie arbeitete erst als Architektin, war dann als Designerin in der Leuchtenindustrie tätig. Doch der Erfolg ging auch mit viel Stress einher. Zu viel Stress. Als der Körper unwiderruflich seine Auszeit einfordert und die 51-Jährige mit einem Herzinfarkt auf der Intensivstation landet, war klar: Eine berufliche Veränderung ist ihre gesundheitliche Pflicht.

Design für die Gesundheit von Patienten

Lange Jahre arbeitet Heike Ulrich als Projektleiterin im Architekturbüro, ist dann als Designerin für die Gestaltung von Leuchten zuständig. Alles Tätigkeiten, die ihr viel Spaß machen – die aber auch mit 14-Stunden-Tagen einhergehen. Die Signale ihres Körpers überhört sie bis ein Herzinfarkt sie stoppt. Im Krankenhaus auf der Intensivstation fällt ihr Blick gezwungenermaßen immer wieder auf die kahlen, weißen Wände. Sie sehnt sich nach Licht, nach Farbe, nach Natur. Und in ihr reift immer stärker eine Idee: Die Architektin, Designerin und Farbgestalterin will mit ihren Kenntnissen und Talenten etwas Sinnvolles bewirken. Sie will, dass ihre Arbeit anderen Menschen hilft, wieder schneller gesund zu werden.

Bedeutung der GründerinnenWerkstatt

Doch bis sie bereit war, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, verging Zeit: „Die Gründungsidee war schon einmal in mir gereift, doch der Zeitpunkt, um damit in der Gesundheitswirtschaft auf offene Ohren zu stoßen, war noch nicht reif“, erinnert sie sich. Doch nach dem Herzinfarkt kehrte die ledige Heike Ulrich nicht wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurück, sie wollte nicht wieder in die zermürbende Tretmühle – auch wenn dies für sie mit finanziellen Engpässen verbunden war.

Dann stieß sie auf die GründerinnenWerkstatt. Dort fand sie eine Struktur, in der sie immer wieder angeleitet wurde, sich möglichst konsequent auf die Selbstständigkeit vorzubereiten: „Die GründerinnenWerkstatt gab mir den Rahmen, so dass ich mich in Ruhe, konzentriert sowie mit fachlicher Hilfe und Austausch mit meiner Idee auseinander setzen konnte.“ In dieser Gruppe wuchs der Mut, sich für die Selbstständigkeit zu entscheiden: „Hier habe ich den Entschluss gefasst, den Schritt zu wagen.“

Steine auf dem Weg

Doch nicht alle in Heike Ulrichs privatem Umfeld waren von ihrer Entscheidung angetan. In ihrer Familie musste sie so manchen verbalen Kampf austragen und sich ihre neue Position erstreiten. Dazu kamen finanzielle Probleme und auch mangelndes Selbstvertrauen. Doch auch hier war ihr die GründerinnenWerkstatt eine Stütze: „In der Gruppe hatte ich auch in dieser schwierigen Phase die Zeit, mich ausführlich mit dem Thema der Selbstständigkeit auseinanderzusetzen.“ Das half ihr ebenso zu mehr Selbstvertrauen wie auch ein begleitendes, externes Coaching.

heike_ulrich_gruppeUnd vor der Gründung stellte sie noch einer weiteren Herausforderung: Sie bewarb sich für den Unternehmerinnen-Brief NRW. Und dachte bei sich: „Wenn ich den gewinne, dann bin ich wirklich gut auf die Selbstständigkeit vorbereitet.“ Sie gewann den U-Brief und damit die Bestätigung, dass ihr Konzept auf breiten Füßen steht.

Die Firmengründung

Und so gründete sie die Firma „Heike Ulrich: Architektur & Design – Gestaltung im Gesundheitswesen“. Ihr Ziel ist „das Gestalten sogenannter räumlicher Schlüsselelemente zur Reduktion von Stress, das gezielte Ansprechen und fördern der Sinne um eine Genesungsqualität zu erreichen.“ Die Frage, die sich stellt: Welche Schlüsselelemente in der Gestaltung helfen dem Patienten schneller zu genesen? Heike Ulrich nimmt nun beispielsweise Licht-, Farb- und Raumgestaltung oder Naturbilder in den Blick, um für Patienten eine gesundheitsfördernde Atmosphäre zu schaffen. Dass es derzeit auch noch immer wieder Hindernisse gibt, schreckt sie nicht: „Ich habe beispielsweise Probleme bei dem Thema Akquise und Marketing. Doch da habe ich durch den U-Brief kompetente Unterstützung von meinem Paten, was sehr hilfreich ist.“

Durchstarten!

Noch steht sie am Anfang, aber einen Businessplan, wie die kommenden Monate und Jahre aussehen sollen, hat sie erarbeitet. Im Moment steht die Akquise im Vordergrund: „2012 will ich erfolgreich durchstarten und meinen Lebensunterhalt bestreiten können“, sagt Heike Ulrich. Ein kleiner Schritt auf ihrem angedachten Weg hin zu eigenen Mitarbeitern und zur NRW-weit bekannten Ansprechpartnerin für Gestaltung im Gesundheitswesen.

Die Entscheidung für die Selbstständigkeit hat sie bislang nicht bereut und kann deswegen anderen Frauen nur empfehlen: „Nehmt Euch Zeit, die Gründungsidee zu überprüfen und auszuarbeiten! Habt Mut und traut Euch! Hört auf Eure innere Stimme, nur die zählt!“

Text: Daniela Städter
Stand: 5. Dezember 2011

Informationsquellen speziell für (zukünftige) Chefinnen

Erste Anlaufstelle für alle (angehenden) Unternehmensgründerinnen sind die STARTERCENTER NRW, die Gründerinnen (wie auch Gründer) in allen Phasen ihrer Unternehmensgründung begleiten – sowohl mit Informationsborschüren, Veranstaltungen wie auch mit Einzelberatungen.
Darüber hinaus gibt es natürlich auch weitergehende Informationsquellen und Anlaufstellen, die sich speziell an Frauen richten. Im folgenden finden Sie hier eine entsprechende Auswahl:
Mit einem Klick auf die angegebenen Quellen gelangen Sie direkt zu den Webseiten oder den Broschüren:

1. Schriften und Broschüren

THEMA QUELLE
branchenübergreifende Informationen und Beratungsangebote zu allen Phasen der Existenzgründung sowie zur Nachfolge Bundesweite Gründerinnenagentur
Durchstarten: Themenheft “Familie und Beruf” Bundesagentur für Arbeit
“Frauen und Beruf” Bundesagentur für Arbeit
Gründerzeiten “Existenzgründung durch Frauen” Bundesministerium für Wirtschaft und Technlologie (BMWi) – pdf
“Selbstständigkeit von Frauen” Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) – Linkliste
Gründerinnen-Special Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Expertinnen-Netzwerk Deutsches Gründerinnen Forum
Online-Magazin, Branchenbuch, Terminkalender und mehr Existenzielle
Wegweiser für Frauen in Mülheim an der Ruhr Stadt Mülheim an der Ruhr
Frauenbranchenbuch: Adressen regional & bundesweit FRAUENBRANCHENBUCH

 

2. Spezielle Themen

THEMA QUELLE
Elterngeld und Elternzeit Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Gründungszuschuss und Mutterschutz Bundesministerium für Wirtschaft und Technlologie (BMWi)
Gründungszuschuss bei Schwangerschaft und Geburt Gründungszuschuss
Gründungszuschuss und Elterngeld Bundesministerium für Wirtschaft und Technlologie (BMWi)
Teilzeit-/ Nebenerwerbsgründung Bundesministerium für Wirtschaft und Technlologie (BMWi)
Arbeiten in der Wohnung Bundesministerium für Wirtschaft und Technlologie (BMWi)
Tipps für Finanzierungsgespräche Ladies First
“Chancengleicheit” Bundesagentur für Arbeit
“Familie und Kinder” Bundesagentur für Arbeit
Lotsenportal für Frauen, die den beruflichen Wiedereinstieg planen Perspektive Wiedereinstieg
Wiedereinstieg von Frauen zurück in den Beruf Forum W
Wegweiser für Frauen in Mülheim an der Ruhr Stadt Mülheim an der Ruhr
Frauenbranchenbuch: Adressen regional & bundesweit FRAUENBRANCHENBUCH
Unternehmerinnenbrief NRW. Auszeichnung für erfolgversprechende Gründungen Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA)
Mentoring-Programm von Unternehmerin zu Unternehmerin: TWIN TwoWomenWin Käte Ahlmann Stiftung
Finanzierung: öffentliche Förderprogramme des Landes NRW NRW.BANK
Finanzierung: öffentliche Förderprogrammedes Bundes Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW

 

3. Online-Kurse

THEMA QUELLE
eTraining für Gründerinnen Bundesministerium für Wirtschaft und Technlologie (BMWi)
Online Kurs für Existenzgründerinnen Hochschule Karlsruhe
Online-Test für angehende Unternehmerinnen Wolfsburg AG

 

4. Veranstaltungskalender

ANBIETER LINK
STARTERCENTER NRW http://www.startercenter.nrw.de
Existenzielle http://www.existenzielle.de
Bundesweite Gründerinnenagentur http://www.gruenderinnenagentur.de/

 

5. Anlaufstellen & Netzwerke

THEMA QUELLE
erste Anlaufstelle für ExistenzgründerInnen STARTERCENTER NRW
Informations- und Servicezentrum zur Selbstständigkeit von Frauen Bundesweite Gründerinnenagentur
Forum für Frauen im Topmanagement Chefin-Online
Netzwerk von Unternehmerinnen Verband deutscher Unternehmerinnen e. V.
Austausch von Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen in Mülheim und Umgebung Mülheimer Expertinnen Pool (mep-net)
Frauennetzwerk e. V., branchen- und berufsübergreifend Connecta
MEO-Navi: Ein Netz von Anlaufstellen in Mülheim an der Ruhr, Essen,und Oberhausen berät Sie zu Themen der beruflichen Orientierung, Weiterbildung, Kinderbetreuung und weiteren Fragen. NRW Regionalagentur MEO e. V.
Netzwerk für Alleinerziehende in der MEO-Region NRW Regionalagentur MEO e. V.
Unternehmerfrauen im Handwerk Landesverband Unternehmerfrauen im Handwerk NRW e. V.
Zusammenschluss von über 300 Geschäfts- und Karrierefrauen Bundesverband der Frau in Business und Management e.V., kurz: B.F.B.M.
Business-Netzwerk für Führungsfrauen aus unterschiedlichen Branchen Vereinigung für Frauen im Management (FIM)
Internationales Netzwerk für Unternehmerinnen BPW – Business and Professional Woman
Kompetenzzentrum für berufliche Chancengleichheit von Frauen Zentrum Frau in Beruf und Technik
bundesweites Netzwerk für selbstständige Frauen Schöne Aussichten

 

6. Messen

NAME LINK
Existenzgründermesse: START http://www.start-messe.de
Unternehmerinnen- und Managerinnentag http://www.chefin-online.de/unternehmerinnentag/2011/index.htm