Wanderausstellung "Stolpersteine" im Gründer- und Unternehmermuseum
Die begleitende Wanderausstellung zu der Aktion „Stolpersteine“ ist nun im Gründer- und Unternehmermuseum an der Wiesenstraße 35 zu besichtigen. Die Ausstellung wurde von zehn Schülern der Jahrgangsstufen sieben bis zehn der Realschule Mellinghofer Straße erarbeitet und gestaltet. Sie schlossen sich zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 in der AG „Stolpersteine“ zusammen und trieben mit Unterstützung des Stadtarchivs die Recherche über Mülheimer Opfer des Nationalsozialismus voran. Ihre Arbeitsergebnisse sind nun auf Bannern und Tafeln unter dem Titel „Menschen, die man vergisst, sterben ein zweites Mal“ dokumentiert.
16 Lebensläufe von Opfern des Nationalsozialismus
Bis zum 19. Februar waren die Ergebnisse in den Räumen der Realschule zu besichtigen, das Gründer- und Unternehmermuseum ist nun die erste Station außerhalb der Schule. Die Lebensläufe von 16 Opfern des Nationalsozialismus werden in der Wanderausstellung ebenso vorgestellt wie der Initiator des Projekts, der Kölner Künstler Gunter Demnig, und sein Konzept: Auf Messingplatten, die auf Betonwürfel befestigt werden, sind die Namen von NS-Opfern sowie ihre Geburts- und Sterbedaten eingraviert. Die Steine werden dann vor der letzten freiwillig gewählten Wohnung der Deportierten und Verschollenen verlegt. So soll ein Beitrag geleistet werden, dass die Opfer des Nationalsozialismus nicht vergessen werden sondern im Bewusstsein der Öffentlichkeit bleiben.
Finanziert haben die Realschüler ihre Ausstellung unter anderem mit dem Preisgeld der Bürgerstiftung, die ihr Engagement als Stolperstein-Paten im vergangenen Jahr ausgezeichnet hatte. „Nur anhand solch persönlicher Beispiele lässt sich Geschichte heute anschaulich vermitteln“, sagt Lisanne Remmer, Lehrerin für Religion und Englisch an der Realschule. „Wir freuen uns, dass unsere Wanderausstellung zuerst im Gründer- und Unternehmermuseum Station macht. Die Bedingungen sind optimal, in den hellen Fluren kommen unsere Tafeln gut zur Geltung.“
95 Stolpersteine in Mülheim verlegt
Die Aktion Stolpersteine war in Mülheim an der Ruhr ursprünglich im Jahr 2004 von Schülern der Realschule Stadtmitte initiiert worden. Seitdem wird sie von der Mülheimer „Initiative für Toleranz“ gemeinsam mit dem Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr im Arbeitskreis „Stolpersteine“ fortgeführt. Bislang wurden 95 Stolpersteine verlegt. Insgesamt 100 Stolpersteine sollen es bis zum Jahresende werden, für 30 von ihnen haben die Schüler von der Mellinghofer Straße die Patenschaft und damit die Pflege der Steine übernommen.
Die Wanderausstellung ist bis zum Ende der Osterferien im Gründer- und Unternehmermuseum (HAUS DER WIRTSCHAFT, Wiesenstraße 35) montags bis donnerstags zwischen 9 und 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 15 Uhr kostenlos zu besichtigen. Im Anschluss zieht die Ausstellung in die Barbarakirche um, bevor sie ab dem 18. Mai in der Evangelischen Ladenkirche zu sehen ist. Schulen, Jugendzentren oder andere Einrichtungen, die nach den Sommerferien die Ausstellung der Dümptener Realschüler ausleihen wollen, können sich unter 0208 455 - 44 51 mit der Leiterin der Realschule Mellinghofer Straße, Judith Koch, in Verbindung setzen.
