Wirtschaftsflächenkonzept

Mülheim könnte in fünf bis zehn Jahren nicht nur genügend Gewerbe- und Industrieflächen für den kommunalen Bedarf an den Markt bringen, sondern bis zu 8000 neue, sozialversicherte Arbeitsplätze schaffen und dadurch bis zu 16 Mio. € an zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen pro Jahr erwirtschaften. Diese enormen Potenziale sieht das nun von der Mülheimer Wirtschaftsförderung beauftragte „Wirtschaftsflächenkonzept für die Stadt Mülheim an der Ruhr“. Das von der Arbeitsgemeinschaft BFR und GseProjekte-Büro für Regionalentwicklung erstellte Konzept macht in Mülheim ein Gewerbeflächenpotenzial von reell rund 135 ha aus.

Für die Charakterisierung der realen Verfügbarkeit gewerblich-industrieller Bauflächen am Markt werden in diesem Gutachten drei Kategorien verwendet:

  • Kurzfristig: Verfügbarkeit voraussichtlich innerhalb von zwei Jahren
  • Mittelfristig: Verfügbarkeit voraussichtlich  in mehr als zwei und maximal fünf Jahren
  • Langfristig: Verfügbarkeit in voraussichtlich  in mehr als fünf Jahren

Gewerbeansiedlungen sind grundsätzlich auf Flächen innerhalb von zwei planungsrechtlichen Kategorien möglich:  

  • In Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB): Flächen für Wohnen, wohnverträgliches Gewerbe, Wohnfolgeeinrichtungen, öffentliche und private Dienstleistungen, sowie siedlungszugehörige Grün-, Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen. Hier sind nur beschränkte gewerbliche Nutzungen möglich (also für viele Wirtschaftszweige nicht geeignet).
     
  • In Gewerbe- und Industriebereichen (GIB): Flächen für die Unterbringung insbesondere von emittierenden Industrie- und Gewerbebetrieben und emittierenden öffentlichen Betrieben und Einrichtungen sowie jeweils zuzuordnender Anlagen (Flächen für Versorgungs- und Serviceeinrichtungen, Grün- und Erholungsflächen, Abstandsflächen). 

Drei Handlungsempfehlungen für mehr Gewerbeflächen, Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen
Das neue Konzept zeigt konkrete Perspektiven zur erweiterten Ausweisung von gewerblich-industriellen Bauflächen und unterbreitet Vorschläge für deren schrittweise Umsetzung. Das „Wirtschaftsflächenkonzept für die Stadt Mülheim an der Ruhr“ ist als eine Grundlage für eine faktenbasierte Diskussion von Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft gedacht. Es spricht drei Handlungsempfehlungen aus, die auf eine langfristige planerische Sicherung gewerblich-industrieller Bauflächen angelegt sind und die aktuellen Rahmenbedingungen bei der Entwicklung des Regionalplans Ruhr berücksichtigen.

Dazu gehören:

  • Modul 1 - Mobilisierung der kurzfristig verfügbaren Flächen „Oberheidstraße“  und„Blücherstraße“ mit zusammen rund 5,7 ha zur Bedarfsabdeckung für ca. ein weiteres Jahr als „Behelfsbrücke“ bis zur Wirksamkeit von Ebene 2. 
  • Modul 2 - Vorbereitung und Einleitung eines „Regionalplanänderungsverfahrens“ für die Flächen „Fulerumer Feld“, „Auberg“ sowie „Flughafen Nord“  und „Flughafen Süd“  (zusammen rund 86 ha).  Ziel ist es, mit einem zusammenfassenden Verfahren die mittel- und langfristige Verfügbarkeit von Flächen für den kommunalen Bedarf zu sichern.
  • Modul 3 - Vorbereitung der Anmeldung der zwei Flächen Selbeck  (70 ha brutto) und Winkhausen (46 ha brutto) als „Regionale Kooperationsstandorte“ im Rahmen des weiteren Verfahrens für den Regionalplan Ruhr. 

Zur Erarbeitung des Wirtschaftsflächenkonzepts wurden die folgenden Plan- und Datengrundlagen einbezogen:

  • Entwurf Regionalplan Ruhr
  • Regionaler Flächennutzungsplan (RFNP)
  • Landschaftspläne
  • Bebauungspläne
  • Flächeninformationssystem ruhrFIS
  • Gewerbliches Flächeninformationssystem ruhrAGIS
  • Digitales Flächenmodell NRW (DGM)
  • Allgemeines Liegenschaftskataster (ALK)
  • Kommunale und regionale Daten: IT.NRW; Regionaldatenbank des Bundes und der Länder; normalized difference vegetation index (NDVI).
Im Bereich der Kommunal- und Regionalstatistik liegen nicht für alle untersuchten Bereiche dieselben Zeitreihen und Kommunaldaten vor. Es wurden jeweils die aktuellsten Daten verwendet. 

Das komplette Wirtschaftsflächenkonzept als Download