100 Tage „4330 Mülheim“ an der Wallstraße

Jörn Gedig war mit "4330 Mülheim" der erste Teilnehmer des Projekts Einzelhandelslabors/Pop-up-Shops und machte im August sein erstes Ladenlokal auf.

Jörn Gedig war der erste Teilnehmer des Projekts Einzelhandelslabors/Pop-up-Shops. Nach den 90 Tagen beschloss er, weiterzumachen und eröffnete am 8. August an der Wallstraße 10 bis 12 sein Ladenlokal. M & B fragt nach den ersten 100 Tagen, wie die Geschäfte laufen.

M&B: Seit 100 Tagen haben Sie jetzt Ihr Geschäft „4330 Mülheim“ an der Wallstraße. Wie gehen die Geschäfte?

Jörn Gedig: „Erfreulicherweise gut. Aber uns war ja klar, dass wir in der Nähe der ehemaligen Wertstadt ein Ladenlokal eröffnen müssen, um erfolgreich zu sein. Jetzt haben wir 90 Quadratmeter zur Verfügung, das ist fast die doppelte Verkaufsfläche, die wir im Pop-Up-Shop hatten. Das ist es klar, dass es nicht reicht, nur T-Shirts oder andere Textilien zu verkaufen. Und da waren die drei Monate im Einzelhandelslabor sehr nützlich. Wir haben genau zugehört, was unsere Kunden wünschen. Und so haben jetzt ein Angebot von Accessoires im Angebot von Thermokannen bis Frühstücksbrettchen.“

M&B: Neben der Eigenmarke „4330 Mülheim“ sehe ich auch andere Label wie z.B. „pottverliebt“ oder „Pottpeople“. Was hat es damit auf sich?

Jörn Gedig: „Das sind befreundete Labels mit denen wir Kooperationen eingegangen sind. D.h. sie sind auf uns zugekommen, um uns als stationären Handel zu nutzen, denn die meisten waren bisher nur online zu kaufen.“ 

M&B: Sie haben nicht nur Ihr Sortiment erweitert, sondern auch noch weitere Mitarbeiter eingestellt.

Jörn Gedig: „Ja, mit Hanja Litzba haben wir jetzt eine Mediengestalterin und Fotografin im Team. Wir haben nämlich festgestellt, dass wir stets neue, trendige Motive anbieten müssen. Hanja gestaltet unsere neuen Entwürfe nicht nur, sondern fotografiert sie und stellt sie ins Netz und den Sozialen Medien. Und seit Mitte November haben wir einen weiteren Neuzugang, der für den Einkauf und Verkauf zuständig ist.“

M&B: Und ab Januar wird noch mal aufgestockt, oder?

Jörn Gedig: „In der Tat werden wir ab Januar auf der Delle einen Showroom mit einer Produktions- und Lagerhalle auf 260 Quadratmetern anbieten, wo sich Mitglieder von Vereinen, Schüler oder Mitarbeiter von Unternehmen dort ihre vorkonfigurierten Textilien anschauen bzw. anprobieren können. Auf der Delle werden uns zudem zwei Mitarbeiter der Fliednerwerke dauerhaft unterstützen. Das ist uns nämlich auch ein Anliegen, dass wir mit karitativen Trägern kooperieren.“ 

M&B: Die ersten 100 Tage sind gut gelaufen, wann wird man entscheiden müssen, ob es ein Erfolg ist. Nach einem Jahr oder schon eher?

Jörn Gedig: „Die Entscheidung steht jetzt schon fest. Der Mietvertrag geht über mindestens drei Jahre. Das ist also gesetzt für die nächsten Jahre, was wir hier machen! Ich habe meinen alten Job an den Nagel gehängt und erhalte jetzt einen Existenzgründerzuschuss von der Agentur für Arbeit. Und da war das Serviceangebot von Mülheim & Business sehr hilfreich. Dort habe ich auch meine Idee eines Online-Coachingportals für Werbetextildruckereien und -Stickereien vorgestellt und weiterentwickelt, d.h. ab Januar werde ich deutschlandweit Kunden, die ich früher vor Ort beraten habe, online eine intensive Beratung anbieten können.“ 

M&B: Es haben sich auch andere Städte gemeldet?

Jörn Gedig: „Ja, es gibt erste Anfragen aus Duisburg, ob man nicht dort die Idee adaptieren kann. Das ist eine Privatperson, die leere Ladenlokale mit frischen Ideen angehen möchte.“